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Alexander Owetschkin ist Athletenbotschafter der Entwicklungshilfeorganisation "Right to Play" © getty

Alex Owetschkin steht bei seiner Ankunft im Blitzlichtgewitter. Durch die Verstärkung steigt das Vertrauen in die Sbornaja.

Aus Bratislava berichtet Rainer Nachtwey

Bratislava - Der eine Superstar sonnt sich im Blitzlichtgewitter der Fotografen, den Lichtern der acht, neun, zehn Kamerateams, der andere blickt nur neidisch.

Als Ilja Kowaltschuk mit rund einem Dutzend Schlägern unter dem Arm bepackt von der Trainingseisfläche an der Mixed Zone vorbei schlendert, kümmert sich kein Journalist um den 100-Millionen-Dollar-Stürmer des NHL-Klubs New Jersey Devils.

Die rund ein Dutzend Fernsehkameras sind nur auf einen Mann gerichtet, die schreibende Zunft bildet eine riesige Traube.

Nicht mehr als fünf Minuten steht Alexander Owetschkin, Superstar der Washington Capitals und gerade von seinem NHL-Klub zur WM in Bratislava gereist, nach dem Training der russischen Nationalmannschaft den Journalisten Rede und Antwort.

"Es macht Spaß"

Zwei Sätze auf Englisch - mehr nicht.

"Ich repräsentiere gerne mein Heimatland. Mir macht es Spaß, für die russische Nationalmannschaft zu spielen", sagt Owetschkin. (STATISTIK: Goalgetter und Hexer).

Dann ist der Flügelstürmer mit der Nummer 8 auf dem Helm wieder verschwunden.

"Wer soll uns mit ihm aufhalten"

Verschwunden ist auch das Misstrauen in die Sbornaja.

Nach dem schwachen Start in die WM mit der Niederlage gegen die deutsche Mannschaft, den wenig überzeugenden Auftritten gegen Slowenien und Dänemark herrscht nun wieder großes Selbstbewusstsein bei den russischen Medienvertretern.

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"Wer soll uns mit ihm aufhalten", gibt sich ein russischer Journalist siegessicher.

Mit "The Great Eight" träumt ganz Russland von der Rückkehr an die Weltspitze.

Blamable Niederlagen wieder präsent

Und mit der Ankunft von Owetschkin gerät auch Trainer Wjatscheslaw Bykow aus der Schusslinie. Der Sbornaja-Coach stand zuletzt arg in der Kritik.

Vor allem wegen der Entscheidung auf Keeper Ilja Brysgalow von den Phoenix Coyotes zu verzichten und an seiner Stelle auf Jewgeni Nabokow, seit Dezember ohne Pflichtspieleinsatz zu setzen.

[kaltura id="0_lgaiuwb4" class="full_size" title="Zinoviev mit Hattrick gegen Dänemark"]

Die Niederlage im Finale 2010, das blamable Aus bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver war wieder präsent.

Owetschkin als Retter

"Lasst uns die Guillotine oder die Galgen herausholen. Wir haben 35 Leute im Kader. Lasst uns sie alle auf dem Roten Platz einen Kopf kürzer machen", hatte Bykow nach den Olympischen Spielen mit Galgenhumor auf die Reaktionen aus der Heimat reagiert.

In Bratislava äußerte er sich bisher nicht zur Kritik an seiner Person.

Vor "Guillotine und Galgen" soll ihn nun Owetschkin retten, sollte der 26. WM-Titel allerdings ausbleiben, dürfte dem russischen Verband allerdings nichts anderes übrig bleiben, als den Coach bildlich einen Kopf kürzer zu machen.

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