Das vorzeitige Erreichen der gesetzten Ziele hat die deutschen Leistungen nicht gefördert. Jetzt gilt es, den Schalter umzulegen.

Ein "Do or die" nennt es John Tripp, "Elimination-Game" sagt Uwe Krupp dazu: "Jeder will ein Spiel mit Wertigkeit spielen, nicht nur um Punkte, sondern wenn es ums Weiterkommen geht."

Auf die deutsche Mannschaft wartet bei der Eishockey-WM in der Slowakei nun dieses "Elimination-Game" mit dem Viertelfinale gegen Schweden.

Nach der überragenden Vorrunde mit den Siegen gegen Russland und die Slowakei hat der deutschen Mannschaft zuletzt etwas gefehlt, was sie in den beiden Partien auszeichnete.

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"Du hast im Hinterkopf, dass du für das Viertelfinale qualifiziert bist", sagt Dennis Endras nach der 2:3-Niederlage nach Penaltyschießen gegen Dänemark. "Es fehlte ein wenig der Biss", sagt Felix Schütz nach dem Spiel gegen die Tschechen.

Genau dies, dieser Biss, dieses Feuer, diese zusätzlichen Prozent, um das Ziel zu erreichen, ließ die DEB-Auswahl zuletzt vermissen.

Das zeigte sich bereits im Vorrundenabschluss gegen Slowenien, als sie als Sieger der Gruppe A feststand und klar war, dass sie mit der Maximalausbeute von sechs Punkten in die Zwischenrunde einzieht.

Von den Gedanken im Hinterkopf sind die deutschen Spieler nun befreit. Auf die fehlenden Prozente, weil das Ziel bereits erreicht ist, können sich die Spieler nicht berufen.

Das Halbfinale geben die Spieler als neues Ziel vor.

"Die Mannschaft hat Charakter", sagt Schütz. "Die Leistung gegen Schweden wird eine andere sein", verspricht Schütz angriffslustig.

Bei Marcus Kink glaubt man daran, wenn man seinen Worten lauscht. Der Mannheimer, der die Partie gegen Tschechien von der Tribüne aus verfolgen musste, brennt gerade zu auf die Begegnung mit den "Tre Kronor".

"Ich war noch angespannter wie auf dem Eis oder der Bank. Das war fast unerträglich nur zusehen zu müssen. Ich habe jeden Pass mitgespielt, wollte dauernd reinrufen", sprudelt es aus Kink heraus.

Bei Kink und Schütz ist das Feuer zurück. Gegen den achtmaligen Weltmeister reichen jedoch nicht nur zwei Spieler, die ganze Mannschaft muss brennen und die zwei, drei zusätzlichen Prozent, wie Krupp es nennt, abrufen.

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