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Zuletzt durften sich die Amerikaner 2004 über eine WM-Medialle freuen © imago

Zum Viertelfinal-Auftakt bekommt es die USA mit Top-Favorit Tschechien zu tun. Van Riemsdyk träumt schon von einer Medaille.

Aus Bratislava berichtet Rainer Nachtwey

Bratislava - Freitagabend Bostoner Zeit um 22:43 Uhr schüttelt Philadelphias James van Riemsdyk noch die Hände der siegreichen Bruins-Spieler.

Rund 60 Stunden später feiern ihn seine amerikanischen Teamkollegen, als er gegen die Schweiz zum 3:4-Anschluss trifft.

Am Ende reicht es zwar doch nicht. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Bei der 3:5-Niederlage und dem damit verpassten Platz drei in der Zwischenrundengruppe F zeigt der Stürmer des NHL-Klubs Philadelphia Flyers aber gleich im ersten Einsatz, dass mit ihm im Viertelfinale der USA gegen Tschechien zu rechnen ist (ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Von Jetlag keine Spur

"Ich habe die erste Nacht gut schlafen können. Ich hoffe, dass es so weiter geht, und dann bin ich in den nächsten Tagen richtig fit", sagt der 21 Jahre alte Stürmer.

Nicht nur wegen des Jetlags, auch emotional musste sich van Riemsdyk umstellen.

"Das ist natürlich schon ein schnelle Kehrtwende, wenn die Saison deines Teams endet, und sich dir dann so schnell die Chance bietet, dein Land zu vertreten", sagt er.

Hohe Hürde vor Medaillenkampf

"Für mich ist das ein großes Ereignis. Ich könnte nicht glücklicher sein, hierher zu kommen, um für mein Land eine Medaille zu gewinnen."

Vor der angestrebten Medaille wartet auf van Riemsdyk und die USA die derzeit wohl beste Mannschaft des Turniers: Tschechien.

Erst am Montag bekam dies die deutsche Mannschaft beim 2:5 zu spüren (Spielbericht). "Wenn die Tschechen erst einmal führen, sind sie ganz schwer zu spielen", sagt DEB-Trainer Uwe Krupp.

[image id="105abe30-647a-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

"Es wird interessant sein, zu sehen, wie es ist, wenn sie mal zurückliegt. Wir haben gehofft, dass wir es sind, die sie in diesen Test sie schicken können, aber das nicht geklappt, obwohl wir genug Chancen hatten", führt der Bundestrainer aus.

Jagr auf dem Weg zum MVP?

Dass es ein schweres Unterfangen für die Amerikaner gegen den Titelverteidiger wird, weiß van Riemsdyk. "Sie besitzen sehr gute Spieler. Wir müssen ein Auge auf sie haben. Das wird eine große Herausforderung."

Insbesondere Jaromir Jagr. (Jagr: Hart arbeitender Superstar)

Der 39 Jahre alte Flügelstürmer spielt wie zu seinen besten Zeiten. Nach den bisherigen Einschätzungen der Journalisten kristallisiert sich der Tscheche als MVP-Kandidat heraus.

Gegen Deutschland war er an drei der ersten vier Tore beteiligt.

[kaltura id="0_chiyo93t" class="full_size" title="Krupp Fehler eiskalt ausgenutzt"]

Aufreizende Tschechen

Allerdings machten sich die Tschechen im letzten Drittel nicht allzu viele Freunde. Mit ihrem aufreizenden, provozierenden Auftritt sorgten sie für wenig Wohlwollen bei der deutschen Mannschaft. (STATISTIK: Goalgetter und Hexer)

"Das war schon sehr provokant", war von den Spielern zu vernehmen.

Tschechiens Tomas Plekanec, zweifacher Torschütze aus dem Deutschland-Spiel, sagt: "Das können wir uns nicht noch einmal leisten."

Der Sturmpartner von Jagr meint damit aber die Fehler und zugelassenen Chancen, nicht die Art der Spielweise. "Die USA werden auf uns bestens vorbereitet sein. Wir müssen uns gegen sie enorm ins Zeug legen."

Enge Duelle

Eine durchaus ausgeglichene Partie versprechen die letzten Vergleiche aus den letzten sieben Jahren.

Zweimal siegten die Tschechen - einmal davon nach Penaltyschießen, zweimal die USA, ebenfalls einmal im Shootout. Beide Male hieß das Endergebnis 3:2. Nur beim Zwischenrundensieg der Amerikaner 2006 in Riga endete das Spiel nicht mit einem Tor Unterschied, damals waren es zwei (3:1)

Das letzte Duell entschieden die Tschechen 2007 bei der WM in Russland in Mytischtschi mit 4:3 für sich.

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