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Rick Nash spielt seit 2002 bei den Columbus Blue Jackets © imago

Kanadas Kapitän verbinden Höhen und Tiefen mit dem Viertelfinalgegner. Der Coach warnt vor Russen mit halber Kraft.

Aus Bratislava berichtet Rainer Nachtwey

Bratislava - Rick Nash hatte einen der besten Plätze im Colisee Pepsi von Quebec City. Er saß auf der Strafbank.

Tatenlos musste er mit ansehen, wie Ilja Kowaltschuk in der Verlängerung Russland zum Weltmeistertitel 2008 schoss. In Kanada. Nashs Heimat.

Es war eine Demütigung für das Eishockey-Mutterland. "Das war verheerend", sagt der damalige und diesjährige Trainer Ken Hitchcock.

Seine Genugtuung hat Nash längst erlebt. Wieder in Kanada.

Nicht bei einer WM, sondern bei den Olympischen Spielen in Vancouver im Viertelfinale, als die Gastgeber den Russen im "Duell der Supermächte" eine 3:7-Schmach verpassten.

Chance auf Revanche

Drei Monate später nahm dann die "Sbornaja" Revanche bei der WM in Köln, als die Mannschaft um die Superstars Alex Owetschkin und Kowaltschuk eine völlig veränderte kanadische Mannschaft mit 5:2 überrollte.

Nun bietet sich den Ahornblättern im Viertelfinale der WM in der Slowakei (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1), die Chance zurückzuschlagen.

"Es weckt immer besondere Gefühle, wenn du gegen die Russen spielst", sagt Kapitän Nash, "egal, ob es dein erstes Spiel ist oder ob du schon einiges mitgemacht hast."

Zumal der Stürmer der Columbus Blue Jackets ausgerechnet in Russland seinen größten WM-Moment erlebte. 2007 schoss er die Kanadier in Moskau mit zwei Toren im Finale gegen Finnland zum Titel und wurde als MVP ausgezeichnet.

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"Für mich war es ein fairer Check"

Allerdings mussten die Kanadier vor dem Aufeinandertreffen einen bangen Moment überstehen, als die Disziplinarkommission des Weltverbandes Nashs Check gegen Mikael Backlund untersuchte.

Allerdings blieb der Kapitän von weiteren Sanktionen verschont.

"Der einzige Grund, warum ich ein wenig besorgt war, war, weil die Journalisten mich die ganze Zeit nach dem Check gefragt haben", meint Nash zu der Aktion. "Für mich war das ein fairer Check."

Kanada noch ungeschlagen

Hitchcock kann gegen die Russen nun wieder auf Nash bauen. "Wir müssen weiterhin auf unser auf Kraft und Arbeitsaufwand ausgelegtes Spiel vertrauen. Das war bisher sehr gut", sagt der Trainer und meint schmunzelnd: "Hoffentlich können wir das aus Kosice nach Bratislava mitnehmen."

Während die Kanadier neben den Tschechen das einzig ungeschlagene Team im Turnier sind, läuft es bei den Russen noch nicht rund (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

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Keine Mannschaft, nur Einzelkönner

Der nachgereiste Superstar Owetschkin und auch Kowaltschuk warten auf ihr erstes Tor. Die Mannschaft ist als solche nicht zu bezeichnen. Vielmehr präsentiert sich die Sbornaja als Ansammlung von Einzelkönnern.

Dennoch ist Hitchcock gewarnt: "Jetzt geht es erst richtig los. Bisher haben sie nur mit halber Kraft gespielt. Keine Angst, am Donnerstag werden sie schon alles geben."

Nordische Rivalen im Duell

Vor dem Duell der Supermächte treffen die beiden nordischen Rivalen Finnland und Norwegen (ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) aufeinander.

Die Norweger sorgten in der Vor- und der Zwischenrunde für Furore, als sie durch Siege über Schweden, Österreich, die Schweiz und Frankreich als Dritter der Gruppe F ins Viertelfinale einzog.

Norwegen mischt die Scorerliste auf

Mit Mathis Olimb, Marius Holtet, Anders Bastiansen und Per-Age Skröder stellen die Norweger vier Spieler unter den Top 7 der Scorer-Liste (STATISTIK: Goalgetter und Hexer).

Allerdings spricht die Statistik gegen die Mannschaft von Trainer Roy Jacobsen. Von 16 WM-Duellen gewannen die Norweger kein einziges. Zwei Unentschieden, 1:1 bei der WM 1996 in Wien und 3:3 1990 in Fribourg, stehen 14 Niederlagen gegenüber.

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