vergrößernverkleinern
Finnland holte zuletzt 1998 den Weltmeister-Titel © getty

Finnland lässt den Russen keine Chance und zieht ins Finale ein. Die "Tre Kronor" zeigen gegen Tschechien eine Glanzleistung.

Bratislava - Schwedens junge Wilde haben Weltmeister Tschechien mit Altstar Jaromir Jagr vom Eishockey-Thron gestoßen, und der Geniestreich eines finnischen Teenagers hat den Gold-Traum von Russlands Ausnahmestürmer Alexander Owetschkin zerstört:

Im Halbfinale bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei blieben die Topfavoriten auf der Strecke.

Das Endspiel am Sonntag (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) bestreiten die Erzrivalen aus dem hohen Norden.

Mit elf Spielern unter 23 Jahren besiegten die Schweden den Titelverteidiger mit 5:2 (0:0, 2:1, 3:1) und nahmen selbst Kurs auf ihr neuntes Gold.

Für die Tschechen um den 39-jährigen Jagr endete eine Serie von zwölf WM-Siegen.

Unglaubliches Tor

Ein unglaubliches Tor des 19-jährigen Mikael Granlund leitete den 3:0 (0:0, 1:0, 2:0)-Triumph der Finnen gegen Rekordweltmeister Russland ein.

Der Stürmer schaufelte sich den Puck hinter dem Tor auf die Kelle und schleuderte ihn dem verdutzten Torwart Konstantin Barulin über die Schulter in den Winkel (26.).

Der Jüngste im finnischen Team beendete damit die Mission 26. Gold der Sbornaja, die zuletzt dreimal in Folge das Finale erreicht hatte.

Schweden wollen Gold holen

Das junge schwedische Team, das die deutsche Erfolgsgeschichte mit einem 5:2 im Viertelfinale beendete, hat sich nach der peinlichen Auftaktpleite gegen Norwegen kontinuierlich gesteigert.

"Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir Gold holen wollen", sagte Verteidiger David Petrasek, mit 35 der älteste im Team, "dafür haben wir viel Kritik einstecken müssen. Ich denke, die Leute nehmen uns jetzt ernst." (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

[kaltura id="0_ekzwi0qa" class="full_size" title="Jahrhunderttor von Granlund"]

Zu viele Fehler

Jagr und Co. bleibt am Sonntag (ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) nur noch das kleine Finale um Bronze gegen die Russen.

"Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht", sagte der tschechische Trainer Alois Hadamczik.

Im siebten WM-Duell in der K.o.-Runde seit 2001 revanchierten sich die Schweden für die Halbfinal-Niederlage vor einem Jahr in Köln, als sie 2:3 nach Penaltyschießen verloren hatten.

Die Skandinavier haben damit bereits ihre 18. WM-Medaille in den letzten 20 Jahren sicher.

Backlund sorgt für Führung

Vor 9285 Zuschauern in der Ondrej Nepela Arena in Bratislava brachte Patrik Elias die Tschechen in Führung (21.).

Doch nur vier Minuten später glich der 22-jährige Patrik Berglund in Überzahl aus. (STATISTIK: Goalgetter und Hexer)

Der gleichaltrige Mikael Backlund schoss die Schweden auf die Siegerstraße (36.). Zudem verschoss Loui Eriksson noch einen Penalty (38.).

[image id="e4edebb8-6479-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Tschechen scheitern an Fasth

Im Schlussdrittel machten Jagr und Co. noch einmal Druck. Doch der starke schwedische Torwart Viktor Fasth machte fast alle Chancen zunichte.

Jimmie Ericsson (49.) und der 20-jährige Marcus Krüger (53.) sorgten für die Entscheidung.

Elias gelang nur noch eine Korrektur (55.), Berglund stellte in der Schlussminute mit seinem achten Turniertreffer ins leere Tor den Endstand her.

Russland geht unter

Zwei Stunden später staunten die 9272 Zuschauer vor allem über das Zaubertor von Granlund, der den russischen Superstars Owetschkin und Ilja Kowaltschuk die Show stahl.

Nach starkem Beginn des Rekordchampions mit hochkarätigen Chancen von Nikolaj Kuljomin (8.) und Danis Saripow (14.) übernahm mehr und mehr der Weltmeister von 1995 das Kommando.

Petteri Nokelainen (26.) scheiterte noch, ehe Granlund den Bann brach. Nur fünf Sekunden später traf Antti Pihlström den Pfosten.

Das Ende der russischen Goldhoffnungen besiegelten Jani Lajunen (48.) und Jarkko Immonen mit seinem achten Turniertor (50.).

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel