SPORT1-Kolumnist Rick Goldmann schwärmt von einer beeindruckenden WM. Besonders ein finnisches Highlight hat es ihm angetan.

Hallo Eishockey-Freunde,

Es war eine tolle Eishockey-WM - in einer Stadt, die Eishockey gefeiert und gelebt hat. Das war sehr beeindruckend.

Und mit einem verdienten Weltmeister Finnland. Die Finnen sind zu 100 Prozent ihrem Spielsystem treu geblieben und haben in den entscheidenden Situationen Nerven bewiesen.

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Wie in den letzten 20 Minuten des Finales, als sie das Spiel noch gewonnen haben.

Zur deutschen Mannschaft muss ich sagen, dass sie eine gute WM gespielt hat. Durch die Viertelfinalteilnahme ist Deutschland wieder unter den ersten Acht der Weltrangliste platziert.

Das sollte die kommenden Jahre das Ziel sein.

Wenn wir schon über die Zukunft sprechen: Ich hoffe, dass es jetzt kein Sommertheater wegen der Bundestrainer-Frage, der Nachfolge auf den Sportdirektor-Posten und des Kooperationsvertrags mit der DEL gibt.

DEB und DEL sollten sich darauf einigen, keine Wasserstandsmeldungen abzugeben und stattdessen eine Woche vor Ligastart das Gesamtpaket präsentieren.

Das würde dem Eishockey einen positiven Schwung geben und die großartigen Erinnerungen an die WM würden nicht so schnell verblassen lassen.

Diese Erinnerungen möchte ich Euch in dieser Kolumne als meine 5 Highlights der WM präsentieren:

Deutschlands Coup über Russland:

Es war der erste Sieg überhaupt bei einer WM über Russland und noch dazu zu null. Die deutsche Mannschaft hat die Russen körperlich dominiert und konnte spielerisch mithalten. Das war sehr stark. Exemplarisch dafür war das Tor zum 2:0-Endstand, beginnend mit einem Check von Frank Hördler, der zum Alleingang von Patrick Reimer führte.

Mikael Granlunds Jahrhundert-Tor:

Ich habe mir das Tor zig Mal auf dem Youtube-Kanal von SPORT1 angeschaut, immer wieder gut: Ein 19-Jähriger, der in einem WM-Halbfinale gegen Russland beim Stand von 0:0 so ein Tor schießt, der hat Eier. Für mich war es das schönste Tor, das ich bei einer WM gesehen habe.

Haudegen Jewgeni Artjuchin:

Die Russen konnten dieses Jahr spielerisch nicht dominieren. Dennoch fanden sie einen Weg den Gegner anderweitig zu beschäftigen: über Jewgeni Artjuchin. Sein knallhartes Checken und Provozieren hat die Gegner aus dem Konzept gebracht (Bericht). Er war bei allen Mannschaften ein Thema. Das sieht man im internationalen Eishockey selten, dass ein Spieler so für Aufsehen sorgt.

Dauerbrenner Jaromir Jagr:

Auch bei seiner gefühlt 35. WM bewegte er sich immer noch sehr geschmeidig und erzielte mit neun Punkten die drittgrößte Ausbeute des Turniers. Dass Jagr noch in diesem Alter auf so hohem Niveau mitspielen kann, liegt aber auch an der Reihe mit Tomas Plekanec und Roman Cervenka. Diese Drei haben perfekt harmoniert und waren mit insgesamt 29 Scorer-Punkten die beste Reihe der WM.

"MVP" Jarkko Immonen:

Neun Spiele, neun Tore und dazu noch Topscorer: Für mich war der Finne der MVP der WM. Denn sein Tor zum 1:1 sieben Sekunden vor Ende des zweiten Drittels hat den WM-Titel eingeleitet und war daher immens wichtig.

Soweit meine fünf Highlights, und damit ein Zlaty Bazant aus Bratislava.

Euer

Rick Goldmann

Erich Goldmann, 35, stand 126 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Der Verteidiger, der beim NHL-Draft 1996 an 212. Position von den Ottawa Senators gezogen wurde, bestritt ein Spiel in der NHL. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung beendete er 2008 beim EHC München seine Laufbahn. In seiner Karriere bestritt er für den EV Landshut, Adler Mannheim, Kaufbeurer Adler, Moskitos Essen, ERC Ingolstadt und Iserlohn Roosters 500 DEL-Spiele. Für SPORT1 kommentiert Goldmann seit 2009 die Spiele der Nationalmannschaft.

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