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Russland jubelt! Die Sbornaja bejubelt ihren 26. Titelgewinn bei einer WM © getty

Der Topfavorit hat mit Außenseiter Slowakei nur im ersten Drittel Probleme. Den Blitzstart des Underdogs steckt die Sbornaja weg.

Aus Helsinki berichtet Rainer Nachtwey

Helsinki - Topfavorit Russland hat seine Vormachtstellung bei der 76. Eishockey-WM in Helsinki und Stockholm unter Beweis gestellt und sich zum neuen Champion gekürt.

Gegen Underdog Slowakei setzte sich der nun 26-malige Weltmeister um seine beiden Ausnahmekönner Jewgeni Malkin und Alexander Owetschkin mit 6:2 (1:1, 3:0, 2:1) durch und feierte im zehnten WM-Spiel den zehnten Sieg. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

"Wir sind jetzt die Big Red Machine", sagte Ilja Kalinin nach dem Triumph, "jede Medaille ist eine große Feier".

Die Tore für die klar überlegene Sbornaja erzielten Alexander Sjomin (10., 36.), Alexander Pereschogin (27.), Alexander Tereschenko (34.), Pawel Dazjuk (44.) und Malkin (59.).

Zwei Assists für Owi

Owetschkin musste sich mit zwei Vorlagen begnügen.

"Es ist eine Ehre, für diesen Coach und dieses Spiel zu spielen", sagte der NHL-Star der Washington Capitals und lobte Trainer Sinetula Biljaletdinow weiter: "Er ist der beste Coach, den es ist Russland gibt."

"In jedem Wechsel alles gegeben"

Superstar Malkin jubelte ebenfalls: "Wir haben ein hervorragendes Turnier gespielt. Wir haben in jedem Wechsel alles gegeben."

Kapitän Zdeno Chara hatte die Slowakei bereits in der 2. Minute in Führung gebracht und setzte mit dem 2:5 den Schlusspunkt (50.).

Die Partie vor den 13.242 meist russischen Fans in der ausverkauften Hartwall Areena begann mit einem Paukenschlag. Bereits nach 66 Sekunden ging der Außenseiter durch einen Kracher von der blauen Linie durch Kapitän Chara in Führung.

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Früher Slowaken-Schock

Die Russen wirkten geschockt und benötigten ein paar Minuten, insbesondere ihre Stars, bis sie ins Spiel fanden. Tereschenko (6.) und Denis Kokarev (6.) scheiterten noch am slowakischen Keeper Jan Laco, dann aber kam der Auftritt Owetschkins.

Nach seinem Antritt am linken Flügel passte er vors Tor auf den mitgelaufenen Sjomin - der Ausgleich. Und die Sbornaja drückte weiter, ließ die Slowaken kaum zu Entlastungsangriffen kommen.

Aber erst im zweiten Drittel münzten die Russen ihre deutliche Überlegenheit in Tore um. Zunächst scheiterte Malkin zweimal an Laco (24.), dann schlug sein Reihenkollege Pereschogin zu (27.).

Russland mit Dauerdruck

Der Druck wurde von Minute zu Minute stärker, die Slowaken kamen kaum aus ihrer eigenen Zone, Russlands Keeper Semjon Warlamow war praktisch beschäftigungslos.

Zwei Chancen von Michel Miklik (22., 35.) waren die einzigen Möglichkeiten der Slowaken.

Dagegen stand Warlamows Gegenüber unter Dauerbeschuss. Tereschenko (28.) und zweimal Malkin (29., 32.) blieben jedoch nur zweiter Sieger gegen Laco, der zum besten Keeper des Turniers gewählt wurde.

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Doppelschlag bringt Entscheidung

Mit einem Doppelschlag binnen 111 Sekunden entschied die Mannschaft von Trainer Sinetula Biljaletdinow die Begegnung noch vor dem letzten Abschnitt für sich. Erst traf Tereschenko zum 3:1 (34.), anschließend legte Sjomin das 4:1 nach.

Im letzten Drittel ließen es die Russen ruhiger angehen, kontrollierten Scheibe und Gegner und kamen durch Dazjuk (44.) noch zum fünften Tor.

Der slowakische Trainer Vladimir Vujtek wechselte daraufhin Laco aus und verschaffte Ersatzmann Peter Hamerlik noch ein paar Endspiel-Minuten.

MVP Malkin setzt den Schlusspunkt

Mit der ersten Überzahl der Partie verkürzte Chara noch einmal auf 2:5 (50.), die Partie aber war längst entschieden und wurde zum Schaulaufen der russischen Ausnahmekönner.

Malkin setzte mit dem 6:2 (59.) den Schlusspunkt auf seine überragende WM, die er WM-Topscorer abschloss. (SERVICE: Die WM-Statistik)

Zudem wurde der Superstar von den Medienvertretern zum wertvollsten Spieler gewählt.

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