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Frankreich gehört seit 2012 wieder zu den Top Ten im Eishockey © getty

Frankreich muckt bei der WM körperbetont auf. Gegen das DEB-Team geht es um den Viertelfinaleinzug. SPORT1-Gegnerporträt.

Aus Helsinki berichten Rainer Nachtwey, Jonas Beck, Sascha Bandermann undRick Goldmann

Helsinki - Es war die Sensation der 77. Weltmeisterschaft. Die vor einigen Jahren noch als Eishockey-Zwerg betitelten Franzosen besiegten Rekordweltmeister und Titelverteidiger Russland 2:1.

"Sie haben einen Berg umgestürzt", titelte die Zeitung "Le Dauphine Libere". Auch für Coach Dave Henderson hatte der Sieg über den Weltmeister eine weitgrößere Bedeutung als die drei Punkte. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

"Dieser Erfolg wird dem französischen Eishockey Glanz verleihen", jubilierte der Equipe-Trainer auf der Pressekonferenz. ( 710835 DIASHOW: Der deutsche WM-Kader )

Der Sieg über die Russen war dabei nicht auf einen glücklichen Moment zurückzuführen, sondern er war verdient. Mit aggressivem Körperspiel entnervten die Franzosen ihre Gegenspieler, sie standen kompakt in der Defensive und ließen den russischen Angreifern kaum Platz.

Frankfreich wieder unter Top-Ten

Seit sich der Verband 2006 vom Eissportdachverband loslöste, hat das französische Eishockey in den vergangenen Jahren eine stetige Verbesserung erfahren. Im vergangenen Jahr gelang Frankreich erstmals der Sprung unter die Top Ten einer WM seit 1995.

Am Dienstag geht es nun gegen Deutschland (ab 15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, LIVE-TICKER und LIVESTREAM auf SPORT1.de) um den Einzug ins Viertelfinale.

SPORT1 stellt die französische Mannschaft vor.

Team

Bei den Franzosen sticht vor allem die erste Sturmreihe heraus. Damien Fleury, Pierre-Edouard Bellemare und Sacha Treille sind für vier der elf französischen Tore verantwortlich. Insgesamt bringt es die Formation auf zehn Scorerpunkte.

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Zusätzlich treten die Franzosen als Einheit auf. Es ist ihnen anzusehen, dass sie eingespielt sind und bereits einen Monat vor WM-Start mit der Vorbereitung begonnen hatten. Einzig NHL-Profi Antoine Roussel war erst kurz vor dem Turnier zum Team gestoßen.

Neben Roussel sind Straubings Laurent Meunier und Torhüter Cristobal Huet die bekanntesten Gesichter im französischen Kader. Huet, der während des NHL-Lockouts 2004/2005 für die Adler Mannheim im Tor stand, gewann 2010 mit den Chicago Blackhawks den Stanley Cup, hatte aber während der Saison seinen Stammplatz an den Finnen Antti Niemi verloren und kam während der Playoffs nur zu 20 Minuten Einsatzzeit.

"Die Franzosen sind für mich keine Überraschung. Viele Spieler sind in verschiedenen europäischen Topligen", warnt Bundestrainer Pat Cortina.

Star: Antoine Roussel

Der Stürmer ist der einzige NHL-Profi im Kader der Franzosen. Bei den Dallas Stars spielte er eine überzeugende Rookie-Saison, nachdem er im Februar aus dem AHL-Team Texas Stars aufgerückt war.

Gleich bei seinem NHL-Debüt erzielte er mit seinem ersten Schuss sein erstes Tor. Mit sieben Treffern in 39 Spielen belegte er Platz fünf in der internen Torschützenliste, kam insgesamt auf 14 Scorerpunkte.

Gegen die Russen markierte er das siegbringende Tor zum 2:1-Endstand, als er sich an der Bande den Puck erkämpfte, die Torlinie entlang zog und Keeper Wasili Koschetschkin aus kurzer Distanz überwand.

Größte Erfolge

WM: 6. Platz (1930)

Olympische Spiele: 5. Platz (1928)

WM-Abschneiden der letzten zehn Jahre

2003: 1. Platz Division I, Aufstieg in die A-WM

2004: 16. Platz, Abstieg in die Division I

2005: 2. Platz Division I

2006: 2. Platz Division I

2007: 1. Platz Division I, Aufstieg in die A-WM

2008: 14. Platz

2009: 12. Platz

2010: 14. Platz

2011: 12. Platz

2012: 9. Platz

Letzte WM-Spiele gegen Deutschland (aus deutscher Sicht)

1937 in London: 5:0-Sieg

1993 in Dortmund: 5:3-Sieg

1995 in Gävle: 0:4-Niederlage

1997 in Köln: 1:2-Niederlage

2009 in Bern: 1:2-Niederlage

SPORT1-Experte Rick Goldmann

"Die Franzosen haben mir von den kleinen Nationen in der deutschen Gruppe am besten gefallen. Vor allem die erste Sturmreihe mit Fleury, Bellemare und Treille kann mit den Topteams mithalten. Wichtig wird es für die deutsche Mannschaft, diese drei aus dem Spiel zu nehmen."

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