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Enttäuschung nach dem Spiel, aber Zuversicht vor dem Nächsten gegen die Schweiz © getty

Die DEB-Auswahl bekommt von Weltmeister Russland ihre Grenzen aufgezeigt, zieht aber trotz der Niederlage ein positives Fazit.

Aus Bern berichtet Rainer Nachtwey

Bern - Es war die erwartete Niederlage der deutschen Nationalmannschaft zum Auftakt der Eishockey-Weltmeisterschaft 2009 in Bern. Doch trotz des deutlichen 0:5 (0:3, 0:0, 0:2) gegen Titelverteidiger Russland zeigten sich die deutschen Spieler unisono "zufrieden" mit ihrer Leistung.

"Man darf nicht vergessen, dass wir hier gegen den Weltmeister gespielt haben", sagte Verteidiger Christoph Schubert zu Sport1.de. "Mit dem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein, aber der Auftritt war in Ordnung."

Vor allem in den ersten Minuten. Dort spielt die Truppe von Bundestrainer Uwe Krupp druckvoll nach vorne, nachdem sie bereits zu Beginn eine 4-gegen-5-Unterzahl gut überstanden hatte.

"Ein Tor wäre schön gewesen"

Schubert vergab in der dritten Spielminute eine aussichtsreiche 3-auf-1-Situation, als er selbst den Abschluss suchte statt den mitgelaufenen Christoph Ullmann zu bedienen.

"Wir hatten die Chancen, mit etwas Glück geht eine rein", sagte Moritz Müller zu Sport1.de. "Ein Tor wäre schön gewesen, aber ob du nun 1:2 oder 0:5 verlierst ist egal. Du nimmst keinen Punkt mit."

Mit viel Härte versuchte sich die DEB-Auswahl diesen zu erkämpfen. "Wir haben hart gegen den Körper gespielt, die Checks gut zu Ende gefahren und stark dagegen gehalten. Das ist eine gute Ausgangsposition für das Spiel gegen die Schweiz", bilanzierte Verteidiger Sebastian Osterloh bei Sport1.de. "Aber man hat gesehen, als die Russen das Tempo erhöhten, mussten wir an unsere Grenze gehen."

"Schwer von der Scheibe zu trennen"

Dies machte sich insbesondere in den Unterzahlsituationen bemerkbar. Zweimal klärten Andreas Renz und Frank Hördler auf Kosten einer weiteren Strafe wegen Spielverzögerung.

"Da haben wir an unseren Grenzen gespielt", meinte Bundestrainer Uwe Krupp und nahm es deshalb den Sündern nicht übel: "Bei dem Druck, den die Russen ausgeübt haben, passiert das."

Vor allem gegen die überragenden ersten zwei Sturmreihen um den "Spieler des Tages" Danis Saripow und NHL-Star Ilja Kowaltschuk hatte das deutsche Team wenig entgegenzusetzen. "Wenn die sich erst einmal im Drittel festgesetzt haben, ist es sehr schwer sie von der Scheibe zu trennen", meinte Osterloh.

"Eine Augenweide, dem zuzusehen"

Kowaltschuk, der das 2:0 (10. Minute) erzielte, sorgte für Dauerfeuer auf den Kasten von Dimitri Pätzold. "Es ist eine Augenweide, dem zuzusehen", führte Osterloh aus und merkte selbstkritisch an: "Irgendwie haben Typen wie er einen Superstar-Bonus. Man geht doch nicht ganz so nah ran, wie man könnte." 95818(DIASHOW: Die Stars der WM 2009)

Bundestrainer Uwe Krupp stellte seiner Mannschaft ein gutes Zeugnis aus. "Die Moral war gut. Der Einsatz war da, jeder hat alles gegeben. Ich kann keinem einen Vorwurf machen, dass er nicht gewollt hat", sagte Krupp zu Sport1.de.

Nur müsse man versuchen, weniger Strafzeiten zu kassieren. "Es waren ein paar dumme dabei", gestand Müller. "Die dürfen wir uns gegen die Schweiz nicht leisten."

Vorfreude auf die Schweiz

Dem Spiel gegen die Eidgenossen (So., 16 Uhr LIVE), die ihr erstes Spiel in der Gruppe B gegen Frankreich 1:0 gewann (DATENCENTER: Die deutsche Gruppe B) , fiebern die deutschen Spieler entgegen.

"Da ist Derbyzeit angesagt", freute sich Osterloh und Alexander Barta legte nach. "Das Spiel gegen die Russen war nicht das Spiel, das wir gewinnen mussten. Die kommen erst noch."

Wie die deutschen Spieler die Begegnung angehen, wissen sie. "Wir müssen so wie im zweiten Drittel und zu Ende des Schlussabschnitts spielen", sagte Schubert und hielt fest: "Den jungen Spieler, die ihr heute ihr erstes WM-Spiel bestritten haben, hat man die Nervosität angemerkt. Die sollte gegen die Schweiz nicht mehr da sein. Sie müssen auf die Kleinigkeiten achten, die Etablierten ihr Spiel abliefern und dann ist das genau der richtige Mix.?"

Bakos angeschlagen

Trotz des großen Optimismus, mit der die DEB-Auswahl in die Partie gegen die Schweiz geht, muss die Mannschaft einen Rückschlag verkraften.

Co-Kapitän Michael Bakos zog sich bei einem Check eine Platzwunde an der rechten Augenbraue zu und klagte anschließend über Kopfschmerzen. "Das war bereits beim dritten Wechsel", sagte Krupp. "Ob er bis zum Sonntag wieder fit ist, weiß ich noch nicht. Das wird sich wohl kurz vor dem Spiel entscheiden."

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