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Der Stürmer der Adler Mannheim, Michael Hackert (l.), gehört zum Kern des DEB © getty

Im Sudden Death streicht das DEB-Team gegen Gastgeber Schweiz noch die Segel. Dabei gehen die Deutschen sogar 1:0 in Führung.

Bern - Die schwarze Serie hält an: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat gegen ihren Angstgegner Schweiz den ersten WM-Sieg seit sieben Jahren verpasst.

Mit dem 2:3 (1:1, 1: 1, 0:0, 0:1) nach Verlängerung gegen den WM-Gastgeber (Video: die Highlights) erhielten die Viertelfinal-Hoffnungen des Teams von Bundestrainer Uwe Krupp einen ersten Dämpfer.

Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) muss am Dienstag (ab 20 Uhr LIVE ) ihr letztes Gruppenspiel gegen Frankreich gewinnen, um noch die Zwischenrunde zu erreichen.

Kein Sieg seit 2002

Dorthin würde sie nach dem 0:5 zum Auftakt gegen Weltmeister Russland (NACHBERICHT: Deutlich verloren, aber dennoch verloren) und der 14. Niederlage in den letzten 16 Derbys gegen die Schweiz allerdings nur einen Punkt mitnehmen. (DATENCENTER: Die deutsche Gruppe B)

Vor 11.423 Zuschauern in der ausverkauften Allmend-Halle reichten die Tore des Kölners Christoph Ullmann (7.) und des NHL-Profis Christoph Schubert von den Ottawa Senators (34.) nicht zum ersten deutschen WM-Sieg gegen den Nachbarn seit 2002 (3:0).

Entscheidung in der Verlängerung

Für die Schweizer, die den Deutschen schon 2004 den Weg ins Viertelfinale versperrt und sie 2005 in die Abstiegsrunde geschickt hatten, trafen Roman Wick (9.), Mathias Seger (24.) und NHL-Profi Mark Streit nach 78 Sekunden in der Verlängerung.

"Irgendwie kriegen wir am Ende immer so ein blödes Tor", meinte der Mannheimer Michael Hackert, "aber wir waren ein ebenbürtiger Gegner. Es ist schade und hart, dass wir diese Spiele immer verlieren."

Bakos mit Vollvisier

Krupp konnte 48 Stunden nach der Auftaktniederlage gegen Russland auch den angeschlagenen Michael Bakos einsetzen.

Der Ingolstädter Verteidiger hatte im ersten Spiel eine Platzwunde über dem rechten Auge erlitten, die Schwellung ging jedoch rechtzeitig zurück, der Abwehrroutinier spielte mit einem Gesichtsschutz.

Gehörige Portion Frust

Wie ein geschlagener Boxer kam Michael Bakos aus der Kabine - mit blauem Auge, genähter Braue und einer gehörigen Portion Frust.

"Das war keine Strafzeit, das war einfach nicht okay", beschwerte sich der deutsche Pechvogel nach Verlängerung gegen WM-Gastgeber Schweiz.

Blick nach vorne

Mit seinem vermeintlichen Foul hatte der Ingolstädter Verteidiger die erneute Niederlage gegen den Erzrivalen eingeleitet.

"Wir hatten sie am Rande einer Niederlage, das ist uns schon seit Jahren nicht mehr geglückt", meinte Bakos mit Blick auf die ernüchternde Bilanz von nur einem Sieg in den letzten 16 Vergleichen mit der Schweiz.

Pätzold überragend

Es waren noch nicht zwei Minuten gespielt, da hatten die 11.000 Schweizer Fans den Torjubel schon auf den Lippen.

Doch Torhüter Dimitri Pätzold verhinderte mit einer Glanzparade einen frühen Rückstand, als er bei einem Schuss von Mathias Seger - eigentlich schon geschlagen - noch den Schoner aufs Eis brachte. 95818(DIASHOW: Die Stars der WM 2009)

Schweiz unter Druck

Die Gastgeber verkrampften mit zunehmender Spielzeit, das Krupp-Team wurde stärker. Gleich die erste Überzahlsituation nutzte Ullmann nach schönem Zuspiel von Verteidiger Sven Butenschön zum 1:0.

Doch lange hielt die Führung nicht. Nur 130 Sekunden später überwand Wick DEB-Goalie Pätzold.

Strafzeiten verhindern

"Wir müssen von der Strafbank wegbleiben", hatte Kapitän Andreas Renz gefordert.

Daran hielten sich seine Kollegen zunächst, während die Schweizer mit überflüssigen Fouls der DEB-Auswahl weitere Powerplay-Möglichkeiten bescherten.

Die beste Chance vergab Alexander Barta, als er allein vor NHL-Goalie Martin Gerber scheiterte (14.).

Nicklichkeiten

Im zweiten Drittel entwickelten die Schweizer deutlich mehr Druck aufs Tor, phasenweise schnürten sie die Deutschen in der eigenen Zone regelrecht ein.

Das Führungstor durch einen Gewaltschuss von Seger war die logische Folge. Nun wurde das Derby hitzig.

Mangelhafte Schiedsrichterleistung?

Nachdem Michael Hackert einen Schläger ins Gesicht bekommen hatte, die Schiedsrichter aber keine Strafe verhängten, ließ auch Krupp seinen Emotionen auf der Bank freien Lauf.

Auf dem Eis wurde es ruppiger, die ersten Rangeleien begannen. Nachdem Butenschön zunächst vor dem leeren Tor den Puck nicht unter Kontrolle gebracht und den Ausgleich verpasst hatte (31.), behielt Schubert kühlen Kopf.

In Unterzahl steuerte der NHL-Profi allein auf das Tor zu und überwand Gerber, mit dem er noch bis März in Ottawa zusammengespielt hatte, im zweiten Versuch.

Krupp denkt an die Zukunft

"Wir haben viele Dinge gut gemacht. Das gibt uns Mut für die nächsten Spiele. Wir haben über weite Strecken gut mitgehalten. Zum Schluss war die Schweiz etwas stärker," sagte Uwe Krupp.

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