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Dustin Brown wurde 2003 von den Los Angeles Kings an 13. Stelle gedraftet © getty

Dustin Brown spricht im Sport1.de-Interview über den Druck als Kapitän von Team USA und die Unterschiede zwischen Europa und der NHL.

Von Rainer Nachtwey

Bern - Er ist erst 24 Jahre jung, doch auf seinen Schultern ruhen die Hoffnungen von rund 300 Millionen Amerikanern.

Seit 1960 hat die amerikanische Nationalmannschaft keinen WM-Titel gewonnen, 49 Jahre später soll Dustin Brown als Kapitän Team USA an die Spitze der Welt führen.

Keine leichte Aufgabe, da der Außenstürmer mit seiner vierten Teilnahme an Weltmeisterschaften zu den Erfahrenen in der mit 24,6 Jahren im Schnitt jüngsten Mannschaft des Turniers (Favoriten geben sich keine Blöße).

Stünden nicht Jason Blake - mit 35 Jahren der Methusalem unter den Amerikanern - und Goalie Robert Esche (31) im Aufgebot, der Altersdurchschnitt fiele unter 24 Jahre.

Im Interview mit Sport1.de spricht der Stürmer der Los Angeles Kings über den Druck und die Unterschiede zwischen Europa und der NHL.

Sport1.de: Herr Brown, Team USA ist eine sehr junge Truppe. Sind Sie sehr beeindruckt von der Atmosphäre, die hier in der Schweiz herrscht?

Dustin Brown: Ich persönlich nicht. Ich habe schon drei Weltmeisterschaften gespielt. Dabei bekommt man mit, wie die europäischen Fans hinter ihren Mannschaften stehen.

Sport1.de: Ist der Wechsel von der kleinen NHL-Eisfläche auf die große europäische eine große Umstellung?

Brown: Es dauert eine Zeit, bis man sich daran gewöhnt hat, wie man das Forechecking angeht, wie man die neutrale Zone und das eigene Drittel verteidigt.

Sport1.de: In den Staaten gilt man als Verlierer, wenn man an der WM teilnimmt, weil man die Playoffs verpasst hat. Wie sehen Sie Ihre Teilnahme hier?

Brown: Ich finde es sehr angenehm, noch ein bisschen Spaß mit den Jungs zu haben, mit denen man früher schon gespielt hat. Andererseits - verstehen Sie mich jetzt nicht falsch, es ehrt mich sehr, mein Land zu vertreten - aber es ist keiner gerne hier, weil wir lieber die Playoffs spielen würden. Aber es ist auch eine gute Möglichkeit, über das Verpassen hinwegzukommen.

Sport1.de: Sehen Sie die WM auch als Chance auf die Kaderplätze für die Olympischen Winterspiele in Vancouver?

Brown: Sicher, das ist mein großes Ziel, in Vancouver dabei zu sein. Es fehlen hier allerdings viele gute Spieler, die noch in der NHL die Playoffs spielen. Die stehen bei uns in den Medien derzeit mehr in der Aufmerksamkeit. Aber ich hoffe, die Leute hier als Spieler und mit meinen Führungsqualitäten als Kapitän überzeugen zu können.

Sport1.de: Sie haben es gerade angesprochen. Sie sind Kapitän von den Los Angeles Kings und Team USA, das seit 49 Jahren auf einen Weltmeistertitel wartet. Dabei sind Sie erst 24 Jahre alt. Ist das nicht enorm viel Druck, der bereits in so jungen Jahren auf Ihnen lastet?

Brown: Ein wenig Druck hat man immer. Ich ziehe mein Ding durch und habe nun die Verantwortung, das Team zu führen. Offensichtlich habe ich das bei den Kings nicht zu schlecht gemacht, sonst wäre ich hier nicht Kapitän. (DATENCENTER: Die Gruppen in der Übersicht)

Sport1.de: Was bedeutet es Ihnen, Kapitän ihres Landes zu sein?

Brown: Das ist eine große Ehre. Es ist generell eine große Ehre, für sein Land spielen zu dürfen. Jeder Spieler dieser Mannschaft ist das.

Sport1.de: Jason Blake ist mit 35 Jahren mit Abstand der Älteste in ihrem Team. Haben Sie sich bereits einen Spitznamen für ihn ausgedacht wie Grandpa?

Brown: Nein, noch nicht. Jason ist erst später zur Mannschaft gestoßen. Aber das kommt noch, davon können Sie ausgehen.

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