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Trotz Hechts ersten WM-Treffers müssen die Deutschen in die Abstiegsrunde © getty

Das Team von Uwe Krupp scheitert kläglich an den Franzosen und muss nun als Gruppenletzter in die bedeutungslose Abstiegsrunde.

München - Abstiegsrunde statt Viertelfinale: Mit einer der schlechtesten Leistungen unter Bundestrainer Uwe Krupp ist die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM in der Schweiz schon in der Vorrunde gescheitert.

Nach dem 1:2 (1:2, 0:0, 0:0) gegen Frankreich muss die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) in die bedeutungslose Relegation und hat alle ihre Ziele verpasst. Die rund 500 deutschen Fans machten im Schlussdrittel ihrem Unmut Luft und riefen in Richtung des Bundestrainers: "Uwe, das ist dein letztes Spiel."

Bierdusche für den Trainer

Beim Gang in die Kabine wurde Krupp außerdem von den deutschen Fans mit Bier beschüttet.

"Die Reaktion ist verständlich. Wir haben unsere Ziele nicht erreicht. Der Trainer kriegt es immes als Erster ab. Das gehört zum Job dazu", meinte der Coach.

Sportliche Bedeutungslosigkeit

Ein Jahr vor der Heim-WM verspielte das Krupp-Team zudem viel Kredit. Statt Werbung in eigener Sache zu machen, spielt die DEB-Auswahl erstmals seit 2005 wieder in der Abstiegsrunde und damit in der sportlichen Bedeutungslosigkeit.

Denn den Klassenerhalt hat sie als Ausrichter der WM 2010 bereits sicher.

"Die Enttäuschung ist sehr groß. Wir wollten unbedingt in die Zwischenrunde. Die kommenden Spiele sind jetzt eine Frage der Ehre. Jetzt müssen Siege her, alles andere wäre peinlich", kommentierte NHL-Profi Jochen Hecht die neuerliche Pleite.

Hecht trifft

Vor 9956 Zuschauern in der Berner Allmend-Halle traf für die in allen Belangen enttäuschende deutsche Mannschaft nur Hecht (5.).

Anthoine Lussier (4.) und Luc Tardif (17.) besiegelten die erste Pflichtspielniederlage der DEB-Auswahl gegen den Nachbarn seit dem Abstieg 1998. (DATENCENTER: Die deutsche Gruppe B)

Nach der Pleite gegen den Weltranglisten-18. trifft Krupps Team in der Relegation ab Freitag (Fr., ab 16 Uhr LIVESCORES) auf Dänemark oder Norwegen, Österreich oder Lettland sowie Aufsteiger Ungarn.

Angriffsreihen mit neuer Besetzung

Krupp hatte die Angriffsreihen umgestellt. "Wir haben uns in der Offensive noch nicht durchgesetzt", sagte der Bundestrainer:

"Ich hoffe, wir haben jetzt eine bessere Chemie und mehr Durchschlagskraft."

Hecht rückte zu Travis Mulock und Alexander Barta in den dritten Sturm, der Krefelder Patrick Hager zu Christoph Ullmann und Yannic Seidenberg in die zweite Formation.

Sven Felski, Kai Hospelt und Daniel Kreutzer bildeten die vierte Reihe. Einzig der Paradesturm mit Michael Wolf, Michael Hackert und Philip Gogulla blieb unverändert.

Doch es half zunächst nichts: Die deutsche Mannschaft ließ im ersten Drittel alles vermissen, was sie in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hatte.

Deutschland ohne Struktur

Zahlreiche kapitale Fehler luden die Franzosen regelrecht zum Toreschießen ein. Erst patzte NHL-Profi Christoph Schubert, so dass Lussier allein auf Pätzold zulaufen und das 0:1 erzielten konnte. Dann spielte der Berliner Frank Hördler einen katastrophalen Fehlpass in der eigenen Zone, den Tardif zur erneuten französischen Führung nutzte.

Dazwischen funktionierte zumindest einmal das Powerplay.

Hecht fälschte einen Schuss von Michael Bakos in den Winkel ab. Ansonsten blieb in der Offensive vieles Stückwerk, selbst 68 Sekunden in 5:3-Überzahl brachten nichts Zählbares.

Dass es nach dem ersten Durchgang nur 1:2 stand, hatte die DEB-Auswahl Torhüter Dimitri Pätzold zu verdanken, der die Fehler seiner Vorderleute immer wieder mit Glanzparaden ausbügeln musste.

Im zweiten Drittel wurde es noch schlimmer: 20 Minuten lang versuchte die deutsche Mannschaft, irgendeine Struktur in ihr Spiel zu bringen und kreierte nicht eine einzige Torchance.

Letzte Chance von Gogulla

Da sich die Franzosen komplett auf die Defensive verlegten, sank das Niveau immer tiefer.

"Wir wollen euch kämpfen sehen", forderten die deutschen Fans. Doch sie stießen auf taube Ohren.

Auch im Schlussdrittel tat sich die deutsche Mannschaft zunächst sehr schwer.

Immerhin brachte sie das französische Tor einige Male in Gefahr. Doch drehen konnte sie das Spiel nicht mehr, trotz einer Riesenchance kurz vor Schluss durch Gogulla.

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