Beim 2:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft bei der WM gegen Österreich war der Puck beim zweiten Treffer von Marcus Kink gar nicht im Tor, dennoch stand es acht Sekunden vor Schluss plötzlich 2:0.

Die Schiedsrichter hatten auf ein "technisches Tor" entschieden. Kink war von einem österreichischen Verteidiger auf dem Weg zum leeren Tor gefoult worden.

Grundlage für die Entscheidung ist die Regel 539 des Weltverbandes IIHF. Danach wird auf Tor entschieden, wenn der Torwart das Gehäuse zugunsten eines weiteren Feldspielers verlassen hat und der Angreifer auf dem Weg zum leeren Tor "von hinten gefoult" wird. Dabei darf sich kein Gegenspieler mehr zwischen ihm und dem Tor befinden.

Es gibt noch andere Möglichkeiten für ein "technisches Tor": Wird das leere Tor von einem verteidigenden Spieler absichtlich verschoben, wenn der Angreifer freie Schussbahn hat, müssen die Schiedsrichter ebenfalls auf Treffer entscheiden (Regel 554b).

Gleiches gilt, wenn der Goalie bei einem Penalty das Tor aus der Verankerung stößt (Regel 554b). Nimmt ein Feldspieler im eigenen Torraum die Scheibe in die Hand, wenn der Torhüter nicht mehr auf dem Eis ist, muss genauso entschieden werden (Regel 559).

Tor ist auch, wenn der Torwart seinen Schläger absichtlich vor dem eigenen Kasten liegen lässt und der Puck dadurch nicht die Linie überqueren kann (Regel 569).

Wird ein Schläger Richtung Puck geworfen, wenn ein Angreifer allein auf das leere Tor zusteuert, muss ebenfalls auf Treffer entschieden werden (Regel 570).