Als der fünfte WM-Abstieg seit 2005 feststand, war die Enttäuschung bei Österreichs Nationalspielern riesig.

"Es ist sehr bitter, wir waren noch nie so nah dran", sagte NHL-Star Thomas Vanek nach dem 4:8 bei der WM (LIVE im TV auf SPORT1) gegen Rekordchampion Russland, das den erneuten Abschied aus der Erstklassigkeit besiegelte: "Es war mehr drin."

Das Team um den Torjäger der Buffalo Sabres darf sich quasi als "Abstiegsweltmeister" fühlen, wie "Der Standard" feststellte: In den letzten zehn Jahren stieg nur zweimal eine Mannschaft mit zwei Siegen ab - Österreich 2009 und 2013.

Vanek und Co. hatten sich nach dem 6:3 gegen Lettland und dem 2:1 nach Penaltyschießen gegen Vizeweltmeister Slowakei eigentlich schon am Ziel gewähnt, doch die Konkurrenten in Helsinki holten mindestens einen Punkt mehr.

"Wir waren nicht die schlechteste Mannschaft in dieser Gruppe", meinte Trainer Manny Viveiros, "die ersten fünf Spiele hätten wir alle gewinnen können."

Doch Österreich verlor unter anderem 1:3 gegen Frankreich und 0:2 gegen die deutsche Nationalmannschaft - am Ende fehlten Punkte aus diesen Partien.

Gegen die russische Sbornaja um NHL-Star Ilja Kowaltschuk führte der Aufsteiger nach 16 Minuten überraschend mit 3:2, dann machte der Titelverteidiger ernst. "Wir haben ein paar dumme Tore bekommen", meinte Vanek.

Die Russen schossen nur 18-mal aufs Tor und trafen achtmal, die Österreicher gaben doppelt so viele Schüsse ab, erzielten aber nur halb so viele Tore. "Das ist der Unterschied zwischen dem russischen und dem österreichischen Eishockey", stellte Viveiros nüchtern fest.

Im nächsten Jahr geht es für die Fahrstuhlmannschaft wieder um den Aufstieg. Bei der B-WM sind Mitabsteiger Slowenien, der schon vor dem 3:4 nach Verlängerung gegen Kanada den Klassenerhalt verspielt hatte, Ungarn, Japan, Südkorea und die Ukraine die Gegner.

Vorher allerdings fliegen Vanek und Co. nach Sotschi: Das Olympia-Ticket hatten sie im Februar der deutschen Mannschaft weggeschnappt.