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Sebastian Vettel gab am 17. Juni 2007 sein Formel-1-Renndebüt © getty

Im Sport1-Interview erzählt Sebastian Vettel wie die Saison nach seinem sechsten Platz von Valencia weitergehen soll.

Von Manuel Krons

Erst 20 Rennen fuhr Sebastian Vettel in der Formel 1. Bei seinem ersten Rennen in Königsklasse in Indianapolis sprang er für den in Kanada schwer verunglückten Robert Kubica im BWM-Sauber ein und holte auf Anhieb einen WM-Punkt.

Beim Europa-Grand-Prix in Valencia überzeugte der jetzige Toro-Rosso-Fahrer dann mit einem sechsten Platz.

Ob von Team-Chef Gerhard Berger, Ex-Rennstar Hans-Joachim Stuck, Rekord-Weltmeister Michael Schumacher oder Niki Lauda - die Lobeshymnen prasselten nur so auf den erst 21-Jährigen ein.

Im Sport1-Interview spricht der Youngster über seine Ziele beim nächsten Grand Prix in Belgien und der verbleibenden Saison. Außerdem berichtet er über seine Erfahrungen auf dem viel kritisierten Kurs von Valencia und sagt, was er über die neuen Regeländerungen in der Formel 1 denkt.

Sport1: Ihre Leistung beim Europa-GP hat ihnen viel Lob und Anerkennung eingebracht. Welche Reaktion hat Sie am meisten gefreut?

Sebastian Vettel: Das ganze Team hat ein sehr positives Feedback bekommen. Wir haben eine sehr starke Leistung gezeigt und ich denke, dass alles sehr gut zusammengepasst hat. Ich habe eigentlich nur gehört, dass alle Leute soweit zufrieden waren und wer was jetzt genau gesagt hat, ist für mich weniger von Bedeutung.

Sport1: Glauben Sie, diese Leistung ist in Belgien reproduzierbar oder stellen Sie sich bereits darauf ein, dort wieder kleinere Brötchen backen zu müssen?

Vettel: Ich bin der Meinung, dass man immer kleine Brötchen backen muss. Wie gesagt, in Valencia ist alles perfekt gelaufen, wir haben keine Fehler gemacht, es hat alles zusammengepasst und wir haben annährend 100 Prozent aus uns selbst herausgeholt. Ich denke, wir haben ein starkes Paket und wenn wir alles richtig machen und uns zusammenreißen, dann können wir ähnliche Leistungen wiederholen. In Hockenheim hatten wir schon ein sehr gutes Rennen, wo wir aus eigener Kraft in die Punkte gefahren sind. In Valencia waren wir dann noch stärker.

Sport1: Die neue Strecke in Valencia empfanden viel Fans und Experten als wenig attraktiv. Haben Sie - unabhängig von ihrem Erfolg dort - Verständnis für diese Kritik?

Vettel: Ich habe natürlich eine ganz andere Sicht, weil ich ja im Auto drin sitze. Aber mir hat die Strecke sehr viel Spaß gemacht und ich habe sie sehr genossen. Unabhängig auch vom Ergebnis, ist es eine tolle Rennstrecke. Es macht Spaß, hier zu fahren. Es ist eigentlich alles drin, es ist auch technisch eine sehr anspruchsvolle Strecke.

Sport1: Was halten Sie von den Regeländerungen für die kommende Saison. Glauben Sie, dass KERS die Formel 1 revolutionieren kann und wie reagiert Ihr Team auf die neuen Möglichkeiten?

Vettel: Für nächstes Jahr gibt es viele Regeländerungen. Die Regeländerungen, die man sich am meisten vorstellen kann und womit man vielleicht am meisten was mit anfangen kann, sind die Wiedereinführung der Slick-Reifen und das Limitieren des Abtrieblevels. Was das KERS-System angeht, ist es noch zu wenig erprobt und zu wenig erforscht.

Sport1: In der Teamwertung sind Sie jetzt bis auf 20 Punkte an Renault dran. Wäre es besonders reizvoll, am Saisonende besser dazustehen als das Team mit dem Doppel-Weltmeister Fernando Alonso?

Vettel: Ob man dann am Ende beispielsweise Renault schlägt oder ein anderes Team, das ist nebensächlich. Unser Ziel ist, das Beste aus uns herauszuholen und bis zum Saisonende natürlich noch möglichst viele Punkte zu sammeln. Aber es hat keine besondere Bedeutung welches Team jetzt geschlagen wird und welches nicht. Unser Ziel ist es, zunächst mal uns selbst zu schlagen.

Sport1: Was haben Sie sich persönlich für das letzte Drittel der Saison noch vorgenommen?

Vettel: Wir hatten einen guten Anfang in Valencia und seitdem das neue Auto da ist, geht es bei uns generell bergauf. Fürs letzte Drittel erwarte ich, dass wir so weitermachen und regelmäßig um die Top 10 mitkämpfen. Wie gesagt, das Ziel sind natürlich Punkte - für den neunten Platz wird man ja leider nicht belohnt. Von daher werden wir alles dransetzen, um noch ein paar Punkte mitzunehmen. Die Strecken, die jetzt noch kommen, also Spa, Monza und dann die Übersee-Rennen, sollten uns ganz gut liegen.

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