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Wer lacht zum Schluss? Kimi Räikkönen (l.), Felipe Massa © imago

Nach dem Triumph von Valencia hat Massa bei Ferrari im WM-Duell mit Teamkollege Räikkönen jetzt die besseren Karten.

Von Wolfgang Kleine

Maranello/Monza - Vor dem 9. WM-Lauf in Silverstone am 6. Juli musste sich Felipe Massa die Kritik von Ferrari-Oberboss Luca di Montezemolo anhören.

Nach dem Großbritannien-GP erntete der brasilianische Ferrari-Pilot öffentlichen Hohn und Spott. Massa hatte sich bei dem Regen-Rennen fünfmal mit seinem Wagen gedreht und landete auf einem völlig enttäuschenden 13. Platz.

Da war er hinter Weltmeister Kimi Räikkönen noch die klare Nr. 2 im Team der Roten aus Maranello.

Doch das ist seit dem Triumph am Sonntag beim Europa-GP in Valencia völlig anders. Massa, der viel Pech mit Motorschäden hatte, scheint bei Ferrari den Thron zu besteigen. Aus der Nr. 2 könnte demnächst die Nr. 1 werden. Ein Machtwechsel steht bevor.

Massa bisher mit dickem Fell

Vielsagend äußerte sich jetzt Teamchef Stefano Domenicali nach dem vierten Saisonerfolg des Brasilianers vor dem Rennen im belgischen Spa (7. September). "Wenn nötig, dann wird Kimi auch Felipe helfen. Wir haben darüber am Jahresanfang gesprochen", so Domenicali in der "Gazzetta dello Sport".

Auch Formel-1-Experte Jacques Schulz hatte schon gegenüber Sport1.de erklärt: "Massa wird seine Fehler in dieser Saison gemacht haben. Er hat das Kontingent ausgeschöpft."

Der "Teflon-Mann", der alle Kritik an sich abtropfen ließ, scheint jetzt sogar vor den restlichen sechs Saisonrennen im Kampf gegen die McLaren-Mercedes mit Topfavorit Lewis Hamilton plötzlich ein heißer Titelkandidat zu werden, wenn.

Voraussetzung Nr. 1:

Ja, wenn der Ferrari hält. Damit das künftig so ist, hat Domenicali nach zwei Motorschäden in Folge eine verschärfte Qualitätskontrolle von Chassis und Motor angeordnet.

15 Punkte hat Ferrai in der WM-Wertung dadurch eingebüßt. "Den Luxus können wir uns im Titelkampf nicht mehr leisten."

Voraussetzung Nr. 2:

Massas Teamkollege Kimi Räikkönen bekommt nicht mehr neuen Schwung. Der Finne hat sich seit seinem Sieg beim Spanien-GP in Barcelona am 27. April mit eher unterdurchschnittlichen Leistungen hervorgetan. In Valencia fiel der Weltmeister komplett aus.

Dem "Iceman", der sich laut "Bild" vor dem Rennen im Gegensatz zu Massa lieber drei Tage lang auf Ibiza vergnügt habe, wird nach acht Jahren Formel 1 Lustlosigkeit nachgesagt. Auch wenn Kimi das immer wieder bestreitet.

Der Vertrag des 28-Jährigen läuft noch bis Ende 2009. Doch sollte er die Leistungen nicht mehr bringen, könnte Ferrari einer vorzeitigen Vertragsauflösung zustimmen. Renault-Pilot Fernando Alonso steht schon seit Monaten in den Startlöchern, um seinen Traum, für Ferrari zu fahren, verwirklichen zu können. Außerdem spart der italienische Rennstall rund 30 Millionen Euro Jahresgage ein. So teuer ist Räikkönen.

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