vergrößernverkleinern
Bernie Ecclestones Landsmann, Weltmeister Lewis Hamilton (r.), ist der Politk überdrüssig © getty

Der Chef-Promoter will das Zweiklassensystem kippen. Darauf habe man sich geeinigt - schon vor der Ferrari-Verhandlung in Paris.

Von Julian Meißner

München - Drei Tage vor dem Auftakt zum Großen Preis von Monaco (Freies Training, Donnerstag, 10 Uhr LIVE) bestimmt weiter der Machtkampf um das Reglement der Zukunft die Schlagzeilen in der Formel 1.

Nach der Ausstiegsdrohung der Hersteller-Riege mit Ferraris Klage als vorläufigem Höhepunkt sieht nun auch Chef-Promoter Bernie Ecclestone keine Zukunft für die angedachte Zweiklassengesellschaft (Beim Tribunal: Ferrari sucht die Notbremse).

Nach Angaben des Briten hat man sich sogar bereits darauf verständigt, dass die umstrittene Regel gekippt wird.

"Das wichtigste Thema, über das sich alle aufregen, ist das Zweiklassensystem. Ich denke, man ist übereingekommen, dass wir das nicht haben sollten. Wir sollten ein einheitliches Reglement haben", so der 78-Jährige zur "BBC".

Umstrittenes Reglement

Der Automobil-Weltverband FIA hatte ein Reglement präsentiert, nachdem schon ab 2010 eine Budgetgrenze von 40 Millionen britischen Pfund gelten soll.

Wer sich daran hielte, bekäme technische Freiheiten wie etwa verstellbare Front- und Heckflügel, Motoren ohne Drehzahllimit sowie unbegrenzte Testfahrten außerhalb der Saison und unbegrenzte Windkanalzeit.

Verhandlung am Dienstag

Ferrari will alle geplanten Regeländerungen für 2010 und damit auch die umstrittene Budget-Obergrenze nun auf juristischem Wege stoppen.

Am Dienstag tritt um 16 Uhr deshalb in Paris das Tribunal de Grande Instance, vergleichbar einem deutschen Oberlandesgericht, zusammen und berät über Ferraris Eilantrag.

"Ein bisschen dumm"

Laut Ecclestone geht es dabei aber nicht um die Budgetgrenze als solche: "Meiner Meinung nach sind alle mehr oder weniger zufrieden mit der Budgetobergrenze." Der genaue Betrag sei noch verhandelbar.

Der "Daily Mail" zufolge soll Ecclestone sogar über das Zweiklassensystem gesagt haben: "Ich habe es von Anfang an für ein bisschen dumm gehalten. Es war wichtig, es los zu werden."

Krise - welche Krise?

Ecclestone glaubt nicht, dass die großen Teams bis zum Äußersten gehen werden, die Formel 1 verlassen und eine eigene Serie auf die Beine stellen: "Ich bin zuversichtlich, dass alle Teams auch nächstes Jahr am Start sein werden." (Auch Red Bull und Toyota drohen der FIA)

Ähnlich sieht es Max Mosley: "Ich denke nicht, dass es soweit kommen wird", so der FIA-Boss gegenüber "Autosport": "Es gibt die Andeutung von so etwas wie einer Krise. Ich denke aber nicht, dass es eine Krise gibt."

Warnung an die Etablierten

Mosley warnte die etablierten Teams vor einer Verzögerungstaktik. Sollten sich innerhalb der Frist bis zum 29. Mai 13 Teams für die neue Saison einschreiben, sei die Tür danach unwiderruflich zu - auch für die bisher zehn in der WM startenden Rennställe.

"Ich denke, wir werden zwischen drei und sechs Teams haben. Alle, die danach nennen wollen, können das später tun, wenn noch ein Platz frei ist. Aber wenn nicht, dann geht das nicht mehr", sagte Mosley.

Sollten Teams wie Ferrari, Renault, Red Bull, Toro Rosso oder Toyota die Einschreibfrist wie angedroht verstreichen lassen, könnten sie sich also verpokert haben.

Werde Teammitglied von Vodafone McLaren Mercedes! Mit dem Vodafone Surf-Sofort-Paket und Sport1 zum Nürburgring 2009!

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel