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Kimi Räikkönen konnte den Belgien-GP dreimal in Folge gewinnen © imago

Kimi Räikkönen steckt tief in der Krise: Beim Belgien-GP in Spa kämpft der Weltmeister, um Anschluss an die WM-Spitze zu halten.

München/Spa- Auf seiner Lieblingsstrecke kämpft Weltmeister Kimi Räikkönen um seine vielleicht letzte Chance im Formel-1-Titelrennen.

"Hier zum vierten Mal in Folge zu gewinnen, wäre fantastisch", sagt der kriselnde Ferrari-Pilot vor dem Großen Preis von Belgien am Sonntag (1. Training, Fr. ) in Spa. Seit acht Rennen, seit dem 27. April in Barcelona, wartet der Finne jetzt schon auf einen Sieg.

Der "Iceman" weiß, was die Stunde geschlagen hat: "Ein Erfolg würde sehr helfen, mich nach der Enttäuschung von Valencia zurück ins Titelrennen zu bringen."

Motorplatzer in Valencia

Nach dem Ausfall in Spanien liegt Räikkönen vor dem 13. von 18 WM-Läufen mit 57 Punkten schon 13 Zähler hinter Spitzenreiter Lewis Hamilton (Großbritannien/70) im McLaren-Mercedes und sieben Punkte hinter seinem Teamkollegen Felipe Massa (Brasilien/64) zurück.

Da der Finne zudem bis zu seinem Motorschaden auch noch ungewohnt leidenschaftslos im Mittelfeld herumgefahren war, hatte ihn die italienische Presse bereits abgeschrieben ("Der Iceman schmilzt").

Doch in Spa, wo er die letzten drei Rennen (2004 und 2005 im McLaren-Mercedes, 2007 im Ferrari) gewann, will Räikkönen die Kurve kriegen.

Probleme mit den Reifen

"Wenn ich alle Faktoren auf die Reihe kriege, gewinne ich auch wieder. So einfach ist das", sagt der 28-Jährige. Bei Tests in der vergangenen Woche in Monza hat Räikkönen an seinem Problem gearbeitet, den schmalen Bereich zu treffen, in dem die Reifen optimal arbeiten.

"Wir kennen die Gründe, warum Felipe derzeit mehr aus dem Wagen rausholt als ich", meint der Titelverteidiger. Ähnlich wie bei BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld wirkt sich bei Räikkönen das Reifenproblem vor allem in der Qualifikation aus.

"Wenn du heutzutage von Platz sechs losfahren musst, ist dein Ergebnis programmiert", sagt der Ferrari-Pilot: "Du steckst hinten fest, während die Spitzenleute vorne unbehelligt wegziehen." Wie Massa und Hamilton in Valencia.

Kluger Hamilton

Wobei vor allem Vize-Weltmeister Hamilton nicht das letzte Risiko eingegangen ist, um den führenden Brasilianer anzugreifen.

"Natürlich will ich immer gewinnen. Aber ich habe gelernt, dass es manchmal besser ist, so viele Punkte wie möglich mitzunehmen", sagt der 23-Jährige: "Mein Ziel ist es, die WM zu gewinnen. Das macht man nicht, wenn man nach einem unbedachten Manöver in der Mauer landet."

Der Brite weiß, wovon er spricht. 2007 verspielte Hamilton durch einen Ausrutscher in ein Kiesbett in Schanghai und ein Getriebeproblem beim Finale in Sao Paulo in den letzten beiden Rennen 17 Punkte Vorsprung auf Räikkönen.

"Nichts ist unmöglich"

Daran denkt auch der "Iceman" zurück. "13 Punkte Rückstand sind viel, aber nichts ist unmöglich", meint der Finne, der zuletzt Rückendeckung von Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo erhalten hatte.

"Kimi steckt nicht in der Krise. Niemand darf vergessen, dass er ein Weltmeister ist. Wir müssen alle arbeiten, um ihn in die Lage zu versetzen, vorne zu starten", sagte Montezemolo. Allerdings hält der Ferrari-Boss auch Massa inzwischen "reif" für den Titel. Eine Bevorzugung Räikkönens werde es nicht geben.

Hilfe für Massa?

Teamchef Stefano Dominicali deutete bereits an, dass in der Endphase der Saison auch "Kimi Felipe helfen wird, wenn es nötig ist".

Massa hofft, dass sein Auto in Spa genauso gut funktioniert wie 2007, als er hinter Räikkönen Zweiter wurde. Hauptziel sei es, vor den McLaren zu bleiben.

Auch Räikkönen sagt er den Kampf an: "Natürlich hoffe ich, dass ich vor meinem Teamkollegen lande."

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