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Nick Heidfeld liegt in der Fahrer-Wertung derzeit auf Rang sechs © getty

Nick Heidfeld braucht in Spa dringend ein gutes Ergebnis. Die letzten Testfahrten stimmen den BMW-Piloten zuversichtlich.

Spa - Die Sorgen über seine Zukunft in der Formel 1 lässt sich Nick Heidfeld nicht anmerken. Vor dem Großen Preis von Belgien in Spa flachste er mit Super-Talent Sebastian Vettel über deutsche Volksmusik.

Druck von außen spürt er in seiner schwierigen Situation nicht. "Ich setze mich selbst mehr unter Druck als es jeder andere von außen könnte. Die Situation ist klar: Wenn ein Auto des Teams aufs Podium fährt und das andere nicht in die Punkte kommt - dann muss mir niemand etwas sagen", sagt der BMW-Sauber-Pilot.

Fast ein Heimspiel

Bislang war die Saison für den Mönchengladbache ein ständiges Auf und Ab. Auf der Berg- und Talbahn in Spa (Sonntag (14.00 Uhr/ ) muss es für den 31-Jährigen im Kampf um sein Cockpit für 2009 nach den Tiefschlägen von Budapest und Valencia dringend wieder bergauf gehen.

"Ganz wichtig ist, dass wir verstanden haben, was in Valencia schiefgelaufen ist", sagt Heidfeld vor seinem "Heimspiel" rund 120 Kilometer von seiner Heimatstadt Mönchengladbach entfernt: "Jetzt arbeiten wir daran, eine solche Situation in Zukunft zu vermeiden."

Qualifying entscheidend

Bei den Testfahrten in der vorigen Woche in Monza hat Heidfeld auch daran gearbeitet, seine Schwierigkeiten mit der Charakteristik der Reifen in den Griff zu bekommen. "Es waren zwei sehr erfolgreiche Tage. Ich denke, wir haben einiges gefunden, was mir bei den nächsten Rennen helfen wird", sagt er.

Wichtig für ihn wäre vor allem, in der Qualifikation wieder weiter nach vorne zu kommen, um nicht wie zuletzt in Valencia ("Eines meines schlimmsten Rennen") im Mittelfeld hängenzubleiben.

Gute Einzelergebnisse

Dass sein Speed nicht grundsätzlich verlorengegangen ist, hat "Quick Nick" im Laufe der Saison immer wieder mal gezeigt. Im zweiten Qualifikationsdurchgang in Valencia fuhr er die drittbeste Zeit und war dabei auch schneller als sein hochgelobter Teamkollege Robert Kubica (Polen).

Beim Saisonstart in Melbourne, beim BMW-Sauber-Doppelsieg in Montreal und beim Regen-Chaos in Silverstone fuhr er jeweils auf den zweiten Platz, in Hockenheim drehte er die schnellste Rennrunde. "Klar, das kommt dem Zuschauer jetzt so vor, als sei das schon ewig her", sagt Heidfeld.

Ein bisschen Balsam für die geschundene Seele war auch die Bestzeit am zweiten von drei Monza-Testtagen. "Natürlich ist es ein gutes Zeichen", sagt Heidfeld, auch wenn er weiß, dass die Zeiten bei Testfahrten schwer vergleichbar sind.

"Natürlich haben wir ein paar Informationen von der Konkurrenz und können uns ungefähr ausrechnen, was unsere Zeiten wirklich wert sind. Aber auch wir sind nicht im Qualifying-Trim gefahren, wir waren also noch nicht am Limit", meint er.

Keine Gedanken an nächste Saison

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen hat momentan noch Geduld mit Heidfeld und lässt ihm alle Hilfe des Teams zukommen, um seine Schwäche abzulegen.

"Für mich ist es sehr wichtig, dass ich die Unterstützung des Teams habe", sagt Heidfeld, der sich noch keine Gedanken darüber macht, dass sein Cockpit trotz eines offenbar noch laufenden Vertrages noch nicht bestätigt ist: "Ich beschäftige mich nicht mit den Kommentaren von außen, das hilft mir jetzt nicht weiter."

2007 auf Platz Fünf

Viel mehr helfen würde da ein gutes Rennen, auch wenn Heidfeld in Spa auf der "fantastischen Rennstrecke mit einzigartigen Kurven" bei bislang fünf Starts erst einmal in die Punkte gefahren ist.

Im vorigen Jahr wurde er Fünfter - als "Best of the Rest" hinter zwei Ferrari und zwei McLaren-Mercedes. Damit könnte er am Sonntag sicher auch gut leben.

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