vergrößernverkleinern
Der alte und der neue FIA-Boss? Max Mosley (l.) und Ari Vatanen © imago

Der ehemalige Rallye-Weltmeister Ari Vatanen kündigt an, im Oktober für das Amt des FIA- Präsidenten kandidieren zu wollen.

Nürburgring - Der frühere Rallye-Weltmeister Ari Vatanen will Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA und damit Nachfolger des umstrittenen Briten Max Mosley werden.

"Viele Mitgliedsverbände der FIA sind auf mich zugekommen und haben mich darum gebeten, deshalb werde ich bei den Wahlen im Oktober kandidieren", sagte der 57-jährige Finne.

Er hatte 1981 die WM und darüber hinaus unter anderem viermal die Rallye Dakar gewonnen: "Ich denke, es ist Zeit für einen Wandel."

Seit 1999 ist Vatanen Mitglied des Europaparlaments.

Mosley schwankt noch

Der amtierende FIA-Präsident Mosley hatte vor drei Wochen angekündigt, sich im Oktober nicht mehr zur Wiederwahl zu stellen.

Mittlerweile hat er allerdings angedeutet, diese Entscheidung noch einmal überdenken zu wollen (Mosley: Fehler, auf meinem Grab zu tanzen).

In Vatanen ist jetzt erstmals offiziell ein Nachfolgekandidat im Rennen.

Streit neu entfacht

Hintergrund von Mosleys Rücktrittankündigung war ein Kompromiss mit den acht rebellierenden FOTA-Teams.

Ohne den Briten an der Spitze sollte es eine Lösung im Streit um die Zukunft der Formel 1 geben (Störmanöver gefährden den Frieden).

Weil er sich allerdings offenbar über die öffentliche Darstellung der Einigung geärgert hatte, stellte Mosley danach in den Raum, vielleicht doch noch einmal anzutreten.

Auch Todt im Gespräch

In Briefen an das World Motor Sport Council und alle Mitgliedsverbände hatte Mosley die Unabhängigkeit der FIA von den Automobilherstellern angemahnt und in Bezug auf einen möglichen Nachfolger angekündigt, bei mehreren Kandidaten eine eigene Empfehlung abgeben zu wollen.

Mosley hatte dabei den früheren Ferrari-Teamchef und -Generaldirektor Jean Todt explizit nicht ausgeschlossen.

Mosley führt den Verband seit 1993 und überstand im vorigen Jahr unbeschadet die Vertrauensfrage nach seinem Sex-Skandal.

Generalversammlung tagt im Oktober

Insgesamt gehören der FIA zurzeit 221 Automobil- und Motorsport-Klubs aus 132 Ländern an. Den FIA-Präsidenten wählt die Generalversammlung das nächste Mal am 21. Oktober. In dieser Versammlung sind alle Mitgliederklubs vertreten, allerdings nicht alle stimmberechtigt. Einige haben lediglich den Status eines assoziierten Mitglieds ohne Stimmrecht.

Verbände, die mit Zahlungen im Rückstand sind, dürfen ebenfalls nicht abstimmen. Zudem müssen sich teilweise mehrere Verbände aus dem gleichen Land auf eine gemeinsame Stimme verständigen.

So gab es beispielsweise am 3. Juni 2008 bei der Vertrauensfrage gegen Mosley 168 stimmberechtigte Delegierte.

22-köpfiges "Kabinett"

Um für die Präsidentschaft zu kandidieren, muss Vatanen einige Formalien erfüllen.

Nach geltenden FIA-Regeln muss ein Kandidat vorab ein 22-köpfiges "Kabinett" benennen, das einen Senatspräsidenten, je einen Vize-Präsidenten für Sport und Mobilität, 14 weitere Vize-Präsidenten und fünf Senatsmitglieder umfassen muss.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel