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Ari Vatanen gewann 1987, 1989, 1990 und 1991 die Rallye Dakar © getty

Weichen stellen für die Zukunft: Mosleys Abgang scheint beschlossen. Schon am Mittwoch könnte ein Abkommen unterzeichnet werden.

Nürburgring - FIA und FOTA kommen sich näher, Max Mosleys Abschied wird immer wahrscheinlicher, und sein möglicher Nachfolger Ari Vatanen steht schon vor der Tür.

Die Formel 1 wartet auf das Friedensabkommen, das bereits am Mittwoch unterschrieben werden könnte.

Dann soll der Sparplan auch von den rebellierenden Teams akzeptiert werden. Das sieht der Automobil-Weltverband FIA als Voraussetzung für das neue Concorde Agreement an.

Die Reizfigur Mosley dürfte dann wohl auch das Spielfeld verlassen, zumindest wenn man Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone glaubt.

Denn der 78 Jahre alte Brite ist davon überzeugt, dass sein Freund und Landsmann sich im Oktober wie ursprünglich einmal versprochen aus dem Amt des FIA-Präsidenten zurückzieht.

Mosley-Kandidatur offen

"Solange ich Max kenne, hat er sich immer an seine Ankündigungen gehalten. Er ist ein ehrenwerter Mensch. Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass er alles einhalten wird, was er versprochen hat", sagte Ecclestone der "Times".

Mosley hatte am 24. Juni in Paris bei einem Treffen mit der Teamvereiniung FOTA seinen Abschied angekündigt, danach aber wieder infrage gestellt, weil er sich von einigen Aussagen aus FOTA-Kreisen gekränkt fühlte (Mosley: Fehler, auf meinem Grab zu tanzen).

Genauso wie von Mosleys Abschied ist Ecclestone auch überzeugt, dass die Spaltung der Formel 1 abgewendet wird. "Es gibt vielleicht ein paar Leute in allen Teams, die gerne eine Alternativserie machen würden. Ich glaube aber nicht, dass es dazu kommen wird", sagte er.

Vatanen will Neustart

Das hofft auch der frühere Rallye-Weltmeister und viermalige Dakar-Sieger Vatanen, der am Freitag seine Kandidatur für den Posten des FIA-Chefs angekündigt hatte (Vatanen will Mosley ablösen).

"Es geht nicht um die Zukunft von Ari Vatanen", nannte der 57 Jahre alte Finne seine Beweggründe: "Es geht um die Zukunft der FIA. Denn die große FIA-Familie verdient einen neuen Start. Dieser Start soll demokratisch sein und dafür sorgen, dass die FIA-Mitglieder wieder stolz darauf sind, in dieser Familie zu sein. Das ist im Moment nicht der Fall."

Respekt vor Mosley

Vatanen drückte seinen Respekt für die Arbeit Mosleys seit dessen Amtsantritt 1993 aus, in dem er sich vor allem auf dem Gebiet der Sicherheit im Motorsport und im normalen Straßenverkehr verdient gemacht hat.

Dennoch plädiert er für einen Kurswechsel: "In den letzten zwei Jahren gab es in der FIA mehr Kämpfe als alles andere. Die FIA sollte eine Familie sein, aber ihre Mitglieder bekämpfen sich die ganze Zeit. Da läuft etwas falsch."

Mitglied des Europaparlamentes

Der wortgewandte Finne, der seit 1999 auf Mitglied des Europaparlamentes ist, setzt auf versöhnen, dann einander zuhören und miteinander reden: "Wenn Leute sehen, dass der Weg, wie sie geführt werden, nicht auf Furcht oder Sanktionen beruht, dann gewinnen sie wieder Vertrauen. Diese Vertrauen fehlt den Familienmitgliedern völlig.

Vatanen weiter: "Menschen ohne Vertrauen sind wie Blumen ohne Wasser. Die FIA könnte eine so fantastische Familie sein, aber nur, wenn sie sauber geführt wird."

Verständnis für die Hersteller

Vatanen will die Hersteller einbinden, anstatt sie zu bekämpfen. "Im Moment sind wir in einer Art automatischem Selbstzerstörungsmodus. Ich kann nicht verstehen, wie man Hersteller wie Mercedes, Toyota oder andere als Feinde oder Gegner sehen kann", sagte er (Störmanöver gefährden den Frieden).

Für die Hersteller sei Motorsport ein Geschäft. Die FIA biete nur die Bühne für die Schauspieler im Sport: "Aber diese Schauspieler zahlen dafür, dass sie spielen dürfen. Und das werden sie nur weiter tun, wenn es für sie sinnvoll ist und sie einen Nutzen davon haben", meinte Vatanen.

Sollten die FOTA-Teams aus Frust die Formel 1 verlassen, wäre die FIA nur noch eine leere Hülle: "Wir wollen nicht Zeuge der Zerfalls der FIA sein."

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