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Der eine kommt, der andere geht? Alonso (l.), Heidfeld © getty

Die Gerüchte verdichten sich nach dem Rennen in Spa. Der Spanier habe einen Drei-Jahres-Vertrag unterzeichnet. Heidfeld muss wohl weichen.

Von Wolfgang Kleine

Spa - Nick Heidfeld freute sich nach seinem Genie-Streich beim Belgien-GP in Spa wie ein kleines Kind.

Der BMW-Pilot hatte im Regenchaos nach einer strategischen Meisterleistung und dem Wechsel von Trockenreifen auf Intermediates nach einer tollen Aufholjagd in den letzten beiden Runden erst Platz 3 und dann durch die Bestrafung des Siegers Lewis Hamilton Rang 2 belegt.

Sein Teamchef Dr. Mario Theissen lobte die "Rennintelligenz" des Deutschen. "Es war Nicks beste Vorstellung in diesem Jahr", wird der Motorsportdirektor bei "Motorsport-Total.com" zitiert.

Doch die Freude nach dem Rennen könnte bei dem 31-Jährigen schnell einer Enttäuschung gewichen sein.

Drei-Jahres-Vertrag für Alonso?

Der Grund: Im Fahrerlager verdichtete sich in Spa noch am Nachmittag das Gerücht, Fernando Alonso habe schon einen Vertrag bei BMW-Sauber unterschrieben. Das meldet "auto, motor und sport".

Nach Informationen des italienischen Fernsehsenders "Sky" soll es sich um einen Drei-Jahres-Vertrag handeln.

Die Folgen: Heidfeld oder sein Teamkollege Robert Kubica, die beide noch keinen neuen Vertrag bei BMW haben, müssen jetzt um ihren Cockpit-Platz bangen. Der vielfach schon öffentlich für 2010 avisierte Wechsel des zweimaligen Weltmeisters Alonso von Renault zu Ferrari wäre dann überfällig.

"Kubica hat den Platz sicher"

Die Fachleute gehen jetzt davon aus, dass Heidfeld bei BMW den Kürzeren zieht. Für Formel-1-Experte Jacques Schulz ist es klar: "Ich habe selbst von mehreren Seiten vom Alonso-Wechsel am Rande der Strecke gehört. In dem Fall ist Heidfeld derjenige, der weichen muss. Kubica hat seinen Platz sicher - tausendprozentig."

Gegenüber Sport1.de erläutert Schulz, warum: "Kubica will Alonso zu BMW holen. Die beiden sind auch privat sehr gut befreundet. Was dann aus Heidfeld wird, steht noch in den Sternen."

Theissen hat Entscheidung vertagt

Dazu passen auch die Äußerungen von Theissen zu dem brisanten Thema. Er hat nach eigenem Bekunden die Entscheidung über die Fahrerbesetzung für 2009 auf das Saisonende gelegt. Ursprünglich wollte Theissen noch im September das Ergebnis bekannt geben.

Auf die Frage, ob Heidfeld durch seine Klassevorstellung von Spa die Position gefestigt habe, antwortet der BMW-Motorsportchef bei "Motorsport-Total.com" sehr vielsagend: "Geschadet hat das sicher nicht. Die Entscheidung, ihn zu behalten oder nicht, ist natürlich nicht einfach. Wir haben bewusst unsere Entscheidung vertagt, um dann wirklich eine fundierte Entscheidung treffen zu können."

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