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Lewis Hamilton wurde später auf Rang 3 zurückgestuft © getty

Noch vor dem Italien-GP hat McLaren gegen das Hamilton-Urteil bei der FIA protestiert. Die hitzigen Debatten gehen weiter.

Woking - McLaren-Mercedes hat am Dienstag offiziell beim Automobil-Weltverband FIA den Protest gegen die Bestrafung von Lewis Hamilton beim Großen Preis von Belgien in Spa eingelegt.

Das Team teilte am Nachmittag mit, dass die schriftliche Einspruchsbegründung der FIA zugeschickt wurde.

Die Absicht zum Einspruch hatten die Silberpfeile fristgerecht am Sonntagabend nach dem Rennen angezeigt.

"Wir sind die Sieger"

Hamilton war wegen des Abkürzens einer Schikane während eines Zweikampfes mit Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen nach Rennende mit einer 25-Sekunden-Zeitstrafe belegt worden.

Dadurch fiel er vom ersten auf den dritten Platz hinter seinen schärfsten Titelrivalen Felipe Massa (Ferrari/Brasilien) und Nick Heidfeld (BMW-Sauber/Mönchengladbach) zurück.

"Wir werden das parallel in dieser Woche vorantreiben. Bis Monza werden wir mehr wissen", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug bei einer Telefonkonferenz am Dienstag: "Wir sind die Sieger von Spa."

Verfrühte Anreise

Haug wird bereits am Donnerstag in Monza anreisen und nicht wie zunächst geplant am Freitag.

Im Ferrari-Land findet am Sonntag (14 Uhr) der Große Preis von Italien als 14. von 18 WM-Läufen statt.

Die FIA hat bereits angekündigt, dass das Berufungsgericht die Entscheidung über den "Fall Hamilton" so schnell wie möglich treffen will.

Urteil erregt weiter die Gemüter

Das Urteil der FIA erregt auch zwei Tage nach dem Vorfall noch die Gemüter. Ex-Rennstar Hans-Joachim Stuck erklärt im DSF: "Diese Entscheidung führt die Formel 1 ad absurdum. Wenn man so ein tolles Rennen hat wie die letzten vier Runden in Spa, die haben ja Geschichte geschrieben. Warum muss man das hinterher durch diese Entscheidung zerstören? Völlig unnötig!"

Stuck fürchtet vor allem, dass künftig die Piloten durch dieses FIA-Urteil eingeschüchtert werden: "Außer denen, die im Ferrari sitzen."

Ebenso empört wie Stuck ist der früherer Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher. Er findet die Entscheidung als "ungeheuren Vorgang". Schumacher in der "Bild": "Lewis wurde der verdiente Sieg geklaut. Er war der klar Bessere."

Danner sauer über die FIA

Für Christian Danner steht nach dem Skandalurteil im "Fall Hamilton" auch das Image der Formel 1 auf dem Prüfstand.

"So macht man den Sport kaputt. Die Fans wollen keine Skandale mehr", sagte der ehemalige Formel-1-Pilot und RTL-Experte am Dienstag.

Danner geht nicht davon aus, dass McLaren-Mercedes mit einem Protest Erfolg haben wird. Dies würde nur gelingen, wenn das Team neue Beweise vorlegen könnte.

"Nur dann halte ich es für möglich, dass der gesunde Menschenverstand doch noch siegt", meinte der Münchner.

Massa findet Urteil gerecht

Ferrari-Pilot Felipe Massa kann die Bestrafung für seinen WM-Rivalen Lewis Hamilton beim Großen Preis von Belgien in Spa nachvollziehen.

"Solche Vorfälle wurden schon oft in den Fahrerbriefings thematisiert. Es wurde jedes Mal klar gesagt, dass man nach dem Abkürzen die ursprünglichen Positionen wiederherstellen und die Vorteile wieder zurückgeben muss", sagte der Brasilianer.

"Wäre Lewis wie vorgeschrieben durch die Schikane gefahren, dann hätte er Kimi auf der nachfolgenden kurzen Gerade wohl kaum überholen können."

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