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Stellt sich der Zukunft der Formel 1 nicht mehr in den Weg: Max Mosley © getty

Der ohnehin abdankende FIA-Chef Max Mosley unterschreibt nach monatelangem Gezerre die neue "Verfassung" der Formel 1.

Paris - Die Unterschrift von Max Mosley unter das neue Concorde Agreement bis 2012 hat den Frieden in der Formel 1 endgültig besiegelt.

Wie der Automobil-Weltverband FIA nun mitteilte, hat der Brite in seiner Funktion als FIA-Präsident seinen Namen unter die 350-seitige "Verfassung" der Königsklasse gesetzt, nachdem zuvor schon die kommerziellen Rechtehalter und die Teams unterschrieben hatten.

Damit sind die monatelangen Streitereien um die Zukunft der Formel 1 beendet. (DATENCENTER: WM-Stand)

Leichte Änderungen am Regelwerk

Zuvor hatte das World Motor Sport Council der FIA die mit den Teams vereinbarten leichten Veränderungen am Regelwerk ab der Saison 2010 verabschiedet.

Wie die FIA mitteilte, haben die Teams - wie bereits am 24. Juni in Paris angekündigt - eine gemeinsam ausgearbeitete Verpflichtung für eine Kostensenkung unterschrieben, wodurch die Kosten auf das Niveau der frühen 90er Jahre reduziert werden.

Das wird erreicht durch die Limitierung von Mitarbeitern, Materialien und Ausgaben an Fremdfirmen.

Mosley hatte seinerseits eine allgemeine Budget-Obergrenze von 45 Millionen Euro ab 2010 durchdrücken wollen und war damit auf großen Widerstand bei den Teams gestoßen.

Drohung zeigte Wirkung

Acht Mitglieder der Teamvereinigung FOTA (BMW-Sauber, Brawn, Ferrari, McLaren-Mercedes, Red Bull, Renault, Toro Rosso und Toyota) hatten daraufhin sogar mit der Gründung einer eigenen Serie gedroht.

Am 24. Juni wurde dann in Paris ein Kompromiss ausgehandelt, in dem die FIA auf die Budgetgrenze verzichtete und sich den Sparplänen der FOTA anschloss.

Zudem verzichtete Mosley auf eine erneute Kandidatur als FIA-Präsident und zieht sich zurück.

Vatanen oder Todt

Um seine Nachfolge, über die die FIA-Generalversammlung am 23. Oktober in Paris entscheidet, bewerben sich der frühere Rallye-Weltmeister und Dakar-Sieger Ari Vatanen (Finnland) und der ehemalige Ferrari-Teamchef Jean Todt (Frankreich).

"Mit dem Concorde Agreement und der Kostensenkungs-Vereinbarung sieht die FIA nun einer Periode der Stabilität und des Wohlstandes in der Formel-1-WM entgegen", hieß es in der Pressemitteilung der FIA. (SERVICE: Rennkalender und Kurse)

Käufer für BMW-Sauber?

Dem Vernehmen nach gibt es noch eine Frist bis zur kommenden Woche, um einem möglichen Käufer des BMW-Sauber-Teams ebenfalls den Beitritt zum Concorde Agreement zu ermöglichen.

BMW hatte am Mittwoch seinen Ausstieg zum Saisonende verkündet, weil man innerhalb des Unternehmens andere Strategien verfolgt und sich nicht mehr für drei weitere Jahre binden wollte.

Neben einem Verkauf des Teams wäre auch denkbar, dass der frühere Besitzer Peter Sauber, dem noch 20 Prozent gehören, wieder die Verantwortung übernimmt.

Drei neue Rennställe

Neben den ohne BMW noch neun Teams, unter ihnen noch Williams und Force India, sind im kommenden Jahr in der Formel 1 auch die Neueinsteiger Campos, Manor und USF1 am Start.

Das neue Concorde Agreement, das eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2012 hat, ist eine Weiterführung der Version von 1998.

Entscheidungen werden von Arbeitsgruppen und Kommissionen getroffen, in denen alle Teams Stimmrecht haben, und werden danach dem World Motor Sport Council zur Ratifizierung vorgelegt.

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