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Kimi Räikkönen gab am 4.3.2001 in Melbourne sein Formel-1-Debüt © getty

In Italien hat man den "Iceman" schon abgeschrieben, doch der Ferrari-Weltmeister selbst will den Titel noch nicht abschreiben.

Von Kristina Heidenreich

München - Er war der große Verlierer des Rennwochenendes von Spa.

42 Runden hatte Weltmeister Kimi Räikkönen in Führung gelegen, dann rutschte der Ferrari-Pilot in der vorletzten Runde von der Piste.

Aus der Traum vom dritten Saison-Sieg. Und aus der Traum von der Titelverteidigung?

19 Punkte beträgt der Rückstand auf den WM-Führenden Lewis Hamilton bereits.

"Iceman" kämpferisch

Der zweite Weltmeister-Triumph scheint in weite Ferne gerückt. Doch davon will der Ferrari-Pilot nichts wissen.

"Ich mach mir keine Sorgen darüber, was passiert ist und werde nicht aufgeben", zeigte sich der 28-Jährige kämpferisch. "Die Punkte werden bis zum Ende der Saison gezählt und es sind noch fünf Rennen zu fahren."

Alles oder Nichts in Spa

Kopflos darf der "Iceman" in den verbleibenden Rennen allerdings nicht agieren. In Spa setzte Räikkönen alles auf eine Karte und verlor.

"Ich hatte in Belgien nur ein Ziel: den Sieg. Ich wollte das Rennen einfach gewinnen, alles andere wäre mir nicht genug gewesen. Auch, weil es bedeutet hätte, dass meine Gegner ihren Vorsprung vergrößert hätten", erklärte er seine Alles-oder-Nichts-Taktik.

Den Rückschlag leugnete Räikkönen allerdings nicht: "Natürlich war das nicht das Ergebnis, das wir uns von Spa erhofft hatten, aber es war großartig wieder in den Kampf um den Titel eingreifen zu können", ergänzte er.

"Wie Eishockey und Motocross"

Der ohnehin für wenig Gefühlsregungen bekannte Finne will sich durch den Ausfall von Spa nicht beunruhigen lassen und blickt lieber in die Zukunft als zurück. "Es bringt nichts, jetzt zu jammern. Ich habe mein Bestes gegeben, aber es hat nicht gereicht. Solche Sachen passieren. Es ist wie im Eishockey oder Motocross - du gibst und du nimmst, aber du gibst niemals auf".

Wie es um das Innenleben des "Iceman" bestellt ist, vermag natürlich niemand zu sagen. Doch fest steht: Der Druck auf Räikkönen wird nicht geringer.

Flucht nach vorn

Für das Heimspiel in Monza (1. Training am Freitag ab 10 Uhr LIVE) tritt Räikkönen die Flucht nach vorn an: "Das ist Ferraris Heimrennen und es wäre fantastisch, den Italien-Grand-Prix zum ersten Mal zu gewinnen."

Das will natürlich auch sein Team-Kollege und Titel-Rivale Felipe Massa. Ob Räikkönen in Monza aber nur die Helfer-Rolle zukommt, ist angeblich noch offen. "Wir werden so eine Entscheidung im Interesse unseres Teams treffen", meinte Teamchef Stefano Domenicali. "Wenn wir das Gefühl haben, dass die Zeit dafür gekommen ist, werden wir es tun."

Die italienische Presse hat den Finnen dagegen schon längst abgeschrieben.

"Habe nichts zu verlieren"

Der amtierende Weltmeister kündigte aber an: "Ich habe nichts zu verlieren und werde alles geben".

2007 hatte Kimi Räikkönen fünf Rennen vor Schluss einen Rückstand von 16 Punkten auf den Gesamtführenden.

Am Ende wurde der Finne mit einem Punkt Vorsprung vor Lewis Hamilton Weltmeister.

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