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Nick Heidfeld gab am 12. März 2000 beim Australien-GP sein Formel-1-Debüt © getty

Erst soll Fernando Alonso bereits bei BMW-Sauber unterschrieben haben, jetzt zeigt Honda angebllich Interesse an Nick Heidfeld.

Von Kristina Heidenreich

München - Die Gerüchteküche brodelt weiter. Eines der heißesten Gesprächsthemen ist derzeit die Zukunft von Nick Heidfeld.

Der Vertrag des BMW-Sauber-Piloten läuft am Ende der Saison genau wie der seines Teamkollegen Robert Kubica aus. Der Pole, Dritter in der Fahrer-Wertung, soll seinen Vertrag aber angeblich schon um ein weiteres Jahr verlängert haben.

Heidfelds Situation ist hingegen ungewiss.

Nach übereinstimmenden Berichten von "auto, motor und sport" und dem italienischen TV-Sender "Sky" soll Renault-Pilot Fernando Alonso bereits einen Drei-Jahres-Vertrag bei BMW unterzeichnet haben.

Heidfeld bleibt gelassen

Heidfeld reagierte allerdings gelassen auf die angebliche Vertragsunterzeichnung des Spaniers. "Alonso hat dieses Jahr angeblich schon bei mehreren Teams unterschrieben. Erst Ferrari, dann Renault und jetzt BMW", sagte Heidfeld vor dem Großen Preis von Italien (Training, Freitag ab 10 Uhr LIVE ).

"Da lohnt es nicht, sich den Kopf zu zerbrechen. Ich kann nur das Beste leisten, dann werden wir sehen", so der BMW-Sauber Pilot weiter.

Dass ihn die Spekualtionen um BMW und Alonso nicht vollkommen kalt lassen, machte Heidfeld aber ebenso deutlich. "Ich lache nicht über die Gerüchte, aber sie nerven mich auch nicht", bemüht sich der Fünfte der Fahrerwertung um Gelassenheit.

Dicke Kumpels

Erweisen sich diese Berichte über den Vertrag zwischen BMW-Sauber und Alonso dennoch als wahr, wird Nick Heidfeld seinen Platz im Cockpit der Weiß-Blauen wohl räumen müssen.

Zumal Robert Kubia und Fernando Alonso sich gut verstehen: "Robert und ich sind schon Kart zusammen gefahren. Er ist ein sehr guter Kumpel von mir", sagte der Doppel-Weltmeister. Auf die Frage, ob er sich den Polen als Teamkollegen vorstellen könne, meinte Alonso mit einem vielsagenden Lächeln: "Warum nicht?"

Alonso möchte die Entscheidung über seine Zukunft möglichst bald fällen: "Ich werde mich in den nächsten Wochen und möglichst noch im September entscheiden, wo der Weg hingeht".

Heidfeld bevorzugt?

Robert Kubica hingegen fühlt sich bei BMW-Sauber vernachlässigt. Der 23-Jährige kritisierte seinen Rennstall wegen der angeblichen Bevorzugung von Nick Heidfeld.

"Es ist kein Geheimnis, dass das Team Nick sehr viel hilft. Ich denke, aus Teamsicht ist das nachvollziehbar, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich hier in Zukunft die Möglichkeit bekomme, um die Meisterschaft zu kämpfen."

Alternative Honda?

Sollte Fernando Alonso aber tatsächlich den Platz von Nick Heidfeld einnehmen, könnte "Quick Nick" der Formel 1 trotzdem weiter erhalten bleiben. Denn glaubt man der Münchener "tz", soll Honda Interesse an dem 31-Jährigen haben. Die "tz" will erfahren haben, dass Honda-Teamchef Ross Brawn, seinem Fahrer Rubens Barrichello mitgeteilt habe, dass man seinen Vertrag eventuell nicht verlängern wolle.

In den vergangen Wochen hatte Honda-Boss Ross Brawn dem spanischen Doppel-Weltmeister Fernando Alonso offene Avancen gemacht. Sollte Alonso nach der Saison also wirklich zu BMW-Sauber wechseln, wäre Honda eine Alternative für den dann beschäftigungslosen Mönchengladbacher.

Clever auf Platz zwei

In dieser Situation war der Grand Prix von Spa für Heidfeld wohl das ideale Bewerbungsrennen. Beim Großen Preis von Belgien traf der 31-Jährige genau die richtige Entscheidung.

Mit seinem Wechsel von Trockenreifen auf Intermediates kurz vor Rennende raste der BMW-Sauber-Pilot an den vor ihm liegenden Fahrern vorbei und belegte - nach der Zeitstrafe für Lewis Hamilton - den zweiten Platz.

"Das war ein sehr starkes Wochenende von Nick. Vielleicht sogar das stärkste des Jahres, sowohl im Qualifying als auch im Rennen", lobte anschließend BMW-Sauber-Teamchef Dr. Mario Theissen.

Heidfeld will um Titel mitkämpfen

Doch BMW-Sauber will sich mit der Entscheidung über die Verträge Zeit lassen, heißt es öffentlich. Im September sollte sie eigentlich fallen, doch Theissen hat die endgültige Entscheidung auf das Ende der Saison vertagt.

Noch am Rennwochenende in Spa äußerte Heidfeld selbst den Wunsch, bei BMW bleiben zu wollen. "Ich bin jetzt schon eine Weile bei dem Team. Wir haben alle Ziele erreicht, die vor ein paar Jahren ausgegeben wurden, und ich denke, das ist sehr beeindruckend.

"Nächstes Jahr wollen wir um den WM-Titel mitkämpfen, und da will ich dabei sein."

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