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Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen (vorn) sind sich seit dem Boxen-Rempler von Montreal nicht grün © getty

Ausgerechnet vor dem Ferrari-Heimspiel verspottet der in Spa bestrafte Brite Kimi Räikkönen. Der spielt den Gleichgültigen.

Von Michael Spandern

München - Lewis Hamilton hat seine umstrittene 25-Sekunden-Strafe von Spa, die den Briten beim GP von Belgien den Sieg kostete, offenbar immer noch nicht verdaut.

Ausgerechnet vor dem Heimspiel der Scuderia in Monza (1. Training, Fr. 10 Uhr LIVE) ließ sich der Brite nun zu einem Konter unter der Gürtellinie gegen den Weltmeister hinreißen, den er nach Ansicht der Rennkommissare unzulässig überholt hatte.

Hamilton hatte in der letzten Schickane eine Abkürzung genommen, den Finnen aber wieder vorbeiziehen lassen, bevor er Räikkönen wenig später doch kassierte.

Hamilton fühlt den Grip

"Wenn er nicht die Eier hat, spät zu bremsen, dann ist das sein Problem", polterte der 23-Jährige, als er von Reportern auf das Manöver angesprochen wurde.

"Nun, so fährt er halt. Letztlich kommt es in solchen Situationen darauf an, den Grip zu fühlen und an die Grenzen des Autos zu gehen. Darin bin ich großartig", lobte sich der Vizeweltmeister.

Er wisse, welche Linie die beste sei und habe mit seinem Silberpfeil halt eine andere gewählt als Räikkönen.

"Soll er doch"

Den "Iceman" lässt der Angriff auf seine Courage und sein fahrerisches Können anscheinend kalt.

"Wenn er meint, all das habe mit Mut zu tun, soll er doch. Mich interessiert nicht, was andere denken", behauptet Räikkönen.

Er hat gut reden, schließlich bleiben seinem Teamkollegen Felipe Massa durch das Urteil noch alle Chancen in der Fahrerwertung, in welcher der Brasilianer zwei Punkte Rückstand auf den Führenden Hamilton hat.

E-Mail an die Rennleitung

Der behauptet zwar, dass er den Zweikampf mit den Roten großartig finde und er "er nie die Notwendigkeit für Rache spüre".

Doch auf Ferrari fällt im Zusammenhang mit dem Urteil von Spa ein fahles Licht.

So soll die Kommandobrücke der Roten eine E-Mail an die Rennleitung verschickt haben, gleich nachdem Hamilton Räikkönen überholt hat, berichtet "auto, motor und sport".

Gut möglich, dass darin eine Beschwerde enthalten war. Allerdings hatte die Rennleitung das Manöver nicht geahndet. Die drei Rennkommissare verhängten nach dem Rennen die Sanktion, gegen die Mercedes am Dienstag in Berufung gegangen ist.

Die Anhörung des FIA-Berufungsgerichts zur Bestrafung Hamiltons findet am 22. September um 10 Uhr in Paris statt. Das teilte der International Court of Appeal (ICA) in einer Pressemitteilung mit.

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