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Fernando Alonso muss weiter auf einen Vertrag mit Ferrari warten © getty

Der Finne Kimi Räikkönen verlängert seinen Vertrag bei Ferrari. Fernando Alonso schaut in die Röhre.

Monza - Formel-1-Weltmeister Kimi Räikkönen hat alle Spekulationen um seinen möglichen Rücktritt vorerst beendet und seinen Vertrag bei Ferrari bis Ende 2010 verlängert.

Die Scuderia nahm den zuletzt heftig in die Kritik geratenen Finnen beim Heimrennen in Monza damit aus der Schusslinie und erteilte zugleich dem zweimaligen Champion Fernando Alonso aus Spanien eine Absage.

Räikkönen soll pro Jahr geschätzte 25 Millionen Euro kassieren.

"Die Fahrerpaarung wird damit in den nächsten beiden Jahren unverändert bleiben", erklärte Ferrari am Freitag in einer Pressemitteilung beim Großen Preis von Italien.

Der Brasilianer Felipe Massa hatte zuvor bereits bis Ende 2010 unterschrieben, Räikkönens ursprünglich bis Ende 2009 laufender Vertrag wurde um ein weiteres Jahr verlängert.

"Kimis Motivation ist sehr groß"

"Kimis Motivation ist weiter sehr groß und sein riesiges Talent unbestritten. Das hat er zuletzt in Spa gezeigt", erklärte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali.

Beim Großen Preis von Belgien war "Iceman" Räikkönen zwei Runden vor Schluss im Kampf um die Spitze in die Mauer gerutscht - der Höhepunkt einer Serie von Pleiten, Pech und Pannen in dieser Saison.

Privatleben muss warten

Mit 19 Punkten Rückstand auf WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton (Großbritannien) scheint die Titelverteidigung zwar illusorisch, aber der 28-Jährige will im nächsten Jahr wieder angreifen: "Jammern bringt nichts. Ich bin keiner, der so schnell aufgibt!"

Die auch durch den Kauf einer Zehn-Millionen-Euro-Yacht geschürten Gerüchte über einen Rückzug ins Privatleben mit Ehefrau Jenni sind damit vorerst vom Tisch.

Noch beim Rennen im Juni in Kanada hatte Räikkönen einen vorzeitigen Rücktritt zum Saisonende nicht ausgeschlossen: "Wenn die Dinge Überhand nehmen, die einem nicht gefallen, muss man es sein lassen, ganz einfach."

Räikkönen als Wasserträger?

Nach den uninspirierten Vorstellungen der letzten Monate hatte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone gelästert, dass Räikönen den "Speed verloren" habe und "wie eingeschlafen" wirke.

Gary Anderson, einst technischer Direktor beim Rennstall Jordan, forderte Ferrari gar auf, den Finnen rauszuschmeißen: "Sie können nicht zuschauen, wie der Mann, den sie als Nachfolger von Michael Schumacher verpflichtet haben, sich selbst zerstört und ein Mittelfeld-Fahrer wird."

Nun haben sich die Roten aber klar zu Räikkönen bekannt, allerdings könnte er zumindest in diesem Jahr in der Endphase der Saison zum Wasserträger des aussichtsreich im WM-Rennen liegenden Teamkollegen Massa werden. Domenicali hat bereits eine mögliche Teamorder zu Gunsten des Brasilianers "zu gegebener Zeit" angekündigt.

Alonso zu BMW?

"Wenn ich mathematisch keine Chance mehr habe, den Titel zu holen, dann ist es an der Zeit, darüber nachzudenken, wie ich Felipe helfen kann", meinte Räikkönen dazu.

Nach seiner Vertragsunterschrift ist ein Engagement von Fernando Alonso bei BMW wahrscheinlicher geworden - der Spanier soll dort angeblich bereits einen Dreijahresvertrag in der Tasche haben.

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