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Zwei Mitglieder des Toro-Rosso-Teams feiern Vettels Sieg © getty

Martialische Motivationssprüche und Gerhard Berger als Prophet, Sport1.de hat die Stimmen zum Italien-Grand-Prix.

Zusammengestellt von Andreas Kloo

Monza - Sebastian Vettel, der Sensationssieger von Monza, kann sein Glück kaum fassen. Die WM-Favoriten ärgern sich dagegen über schlechte Reifen und eine falsche Strategie. Die Stimmen aus Monza:

Sebastian Vettel (Toro Rosso, Platz Eins):

Über seine Gefühlslage:

"Die Runde zurück an die Box sowie die Podiums-Zeremonie waren unglaublich. Mit Sicherheit ist dies der beste Tag in meinem Leben, diese Emotionen werde ich nie vergessen. Ich kann mich nur bei den Jungs im Team recht herzlich bedanken. Sie haben fantastische Arbeit geleistet. Wer hätte zu Beginn der Saison damit gerechnet?

Über sein Team:

"Es ist großartig, unseren Sieg zu feiern. Es klingt unglaublich, diese Wörter aneinander zu fügen. Die Mentalität hat sich verändert, die Atmosphäre ist fantastisch. Wenn ich vor dem Rennen in das Auto steige, da sagen sie 'Vernichte sie nun'. Ich habe wie verrückt Druck gemacht. Sie schauen nach vorn, man könnte sagen, dass wir heute die Eier hatten, dies zu tun.

Über das Rennen:

"Ich konnte sofort einen guten und soliden Abstand auf Heikki aufbauen. Dann machte ich sehr viel Druck. Manchmal bin ich dabei auch über das Limit gegangen und es wurde hart. Zur Mitte des Rennens wurde es schwieriger, da es kein stehendes Wasser mehr gab. Die Leute fuhren links und rechts, um die Reifen zu kühlen, und es war im letzten Abschnitt des Rennens sehr, sehr rutschig."

Gerhard Berger (Toro Rosso, Teamchef):

"Es braucht noch ein bisschen Zeit, bis ich das richtig realisiere. Es ist ein unglaubliches Gefühl, mit Toro Rosso zu gewinnen. Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Sebastian ist wirklich ein ganz spezieller Fahrer. Er hat heute gezeigt, dass er Rennen gewinnen kann, und so wie er die Sache angeht, wird er auch Weltmeisterschaften gewinnen. Das war eine starke Leistung, wie er den Start begonnen hat. Er ist in der letzten Kurve bis zum letzten Moment zick-zack gefahren - ganz so, wie man es von einem alten Hasen erwarten würde! Er ist schon ausgeschlafen."

Michael Schumacher (Siebenmaliger Weltmeister):

Ich denke, wir sollten uns heute über das fantastische Rennen von Sebastian freuen und nicht über irgendwelche Vergleiche reden. Das, was er heute vorgeführt hat, war sicherlich 1A - in diesen Wetterumständen keine Fehler zu machen und das Rennen von Anfang an zu dominieren. In einem Auto, das für so etwas nicht unbedingt dafür vorgesehen ist, Rennen zu dominieren - das zeichnet das Ganze noch einmal mehr aus."

Heikki Kovalainen (McLaren-Mercedes, Platz Zwei):

Bei den heutigen schwierigen Wetterbedingungen hatte ich Probleme, die Bremsen auf Temperatur zu halten. Zudem funktionierten die Schlechtwetterreifen zu Beginn nicht optimal. Anfänglich dachte ich, das würde sich nach ein paar Runden bessern, aber die Probleme blieben. Erst am Ende konnte ich so schnell fahren wie Sebastian Vettel vor mir. Unter diesen Umständen war er heute zu schnell für mich ? ich gratuliere ihm zu seinem ersten Sieg."

Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes, Platz Sieben): Ich glaube, ich fuhr ein sehr gutes Rennen und so lange es noch richtig nass war, verbesserte ich mich rasch. Wenn es weiter geregnet hätte, wäre trotz des 15. Startplatzes vielleicht sogar der Sieg drin gewesen. Doch als die Strecke abtrocknete, überforderte ich meine Reifen und musste meinen Platz gegen Mark Webber verteidigen. So ging es letztendlich um Schadensbegrenzung. Glückwunsch an Sebastian Vettel zu seinem ersten Grand-Prix-Sieg ? ich weiß aus eigener Erfahrung, was für ein schönes Gefühl das ist."

Felipe Massa (Ferrari, Platz Sechs):

"Ich war vor dem ersten Stopp Vierter. Dann musste ich später nochmal stoppen. Die Strategie war also nicht ganz in die richtige Richtung. Wir hatten gestern erwartet, dass das Rennen bei trockenen Bedingungen stattfinden würde. Dafür hatten wir eine gute Strategie. Dann aber war es völlig anders. Es gab Regen, alles hat sich geändert. Die Leute, die sehr spät gestoppt haben, zogen gleich die Intermediates auf. Für die war das die richtige Entscheidung."

Zum Überholmanöver gegen Rosberg:

Ich habe nachgefragt, wie das Manöver angesehen wurde", erklärte Massa. "Mein Team sagte mir, dass ich ihn vorbei lassen und ihm die Position zurückgeben solle. Das war schade, denn dabei verlor ich viel Zeit. Ich verlor dadurch auch Plätze, aber die Regel ist nun einmal so."

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