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Schumi sieht sich mit jungen Burschen wie Heidfeld noch auf Augenhöhe © getty

Michael Schumacher sieht sich noch auf Augenhöhe mit den F-1-Assen. Seine Zweirad-Karriere treibt er voran - aus volksnahen Motiven.

München - Für die Ingenieure sind seine Worte eine Offenbarung, doch beim Formel-1-Nachwuchs stößt Michael Schumacher seinem Empfinden nach auf taube Ohren.

"Die jungen Fahrer stellen Fragen, ich sage ihnen meine Meinung, aber so richtig interessiert sie die dann auch nicht", sagte der Rekord-Weltmeister im Interview mit dem "Stern". Schumi, der eine Zeit lang auch als Coach für Talente engagiert war, hat an dieser Aufgabe daher keinen Spaß mehr.

Doch er äußerte auch Verständnis für das Desinteresse der jungen Garde: "Wahrscheinlich muss das so sein. Jeder muss seinen eigenen Weg gehen."

Noch auf Augenhöhe

Schumacher fühlt sich angesichts seiner hervorragenden Testzeiten, die er als Ferrari-Angestellter hinlegt, noch auf Augenhöhe mit Sebastian Vettel und Co.: "Es ist schon schön zu spüren, dass ich noch könnte, wenn ich richtig wollte."

Doch ganz zurück ins Cockpit zieht es den 39-Jährigen nicht: "Da ist auch nichts zurückgeblieben, keine heimlichen Gedanken an ein Comeback in der Formel 1."

Stattdessen habe er sich in sein bequemeres Leben "verliebt" und liege gern mal auf der faulen Haut: "Ich sage mir in solchen Momenten: Beinehochlegen ist in Ordnung, das hast du dir auch mal verdient."

"Ich halte mich zurück"

Als Berater bei Ferrari sei er trotzdem nah dran am F-1-Team und wisse über jedes Detail Bescheid. Derzeit gebe es bei den Roten jedoch keine Probleme, "und ich halte mich zurück", betont Schumacher.

Er helfe auch mit, Straßenfahrzeuge zu entwickeln: "Das macht einen Riesenspaß, die Ingenieure saugen alles auf, was ich sage. Die entwickeln normalerweise in sieben Jahre einen Wagen, und jetzt kommt einer wie ich aus der Formel 1, wo innerhalb von sechs Monaten ein neues Auto gebaut wird."

Erstmals die ganze Serie

Nebenbei schiebt Schumi seine Karriere auf zwei Rädern an. Die nächste Saison in der IDM-Superbike-Serie wird er erstmals komplett fahren, berichtet die "Welt".

Also auch auf dem superschnellen Salzburgring, den er in der Vorsaison gemieden hatte. Dass er auf seiner Honda CBR-1000 Fireblade mehrfach bei hohem Tempo gestürzt war, macht dem Kerpener keine Angst. "Ach, das sieht immer dramatischer aus, als es tatsächlich ist", wiegelte er ab.

Bei Stürzen aus extremer Kurvenlage falle er schließlich nicht tief. "So ein Sturz fühlt sich an, als würde man auf einer Wasserrutsche einen Berg hinuntergleiten." Er habe sich bisher "nicht mal einen Kratzer geholt".

"Bier trinken, rauchen, fachsimpeln"

Auch dass bislang keine großartigen Resultate heraussprangen, kratzt Schumacher nicht. Er ist aus anderen Motiven dabei: "Ich liebe es, nach dem Rennen mit den Jungs zusammenzustehen, ein Bier zu trinken, eine Zigarre zu rauchen und ein bisschen zu fachsimpeln.

Und er ergänzt: "Für die Jungs bin ich nicht der Formel-1-Weltmeister, sondern der Michael."

Michael Spandern

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