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Welche Rolle hat Max Mosley inne? Hat der FIA-Präsident eine Rechnung beglichen? © getty

Das FIA-Urteil im Renault-Skandal beherrscht die Schlagzeilen der internationalen Presse. Die Stimmen zu Briatores K.o..

München - Das Crashgate-Urteil des Auto-Weltverbands FIA spaltet die Weltpresse.

Während man sich England über das milde Urteil gegen Renault wundert, geht man in Italien von einer Verschwörung gegen den früheren Teamchef 152665Flavio Briatore aus 152665(DIASHOW: Briatores Karriere) .

In Frankreich freuen sich die Journalisten über die große Chance für den einheimischen Autokonzern.

Sport1.de dokumentiert die internationalen Pressestimmen:

England

The Independent: Der Klapps auf Renaults Hand ist nicht genug, um die Täuschung aus der Formel 1 zu verdammen. Eddie Irvine hatte Recht, als er sagte, Renault würde eher einen leichten Klapps auf die Hände bekommen statt der fälligen Axt ins Genick.

The Guardian: Renault hatte Glück, mit einer Bewährungsstrafe davonzukommen. Durch das Versäumnis einer härteren Strafe erweckt die FIA den Eindruck, dass Sicherheit weniger wichtig ist als die Wahrheit. Auf der einen Seite ist ein Ausschluss die höchste Form der Bestrafung, aber ihn auf Bewährung auszusetzen, ist wie ein Klapps auf die Hand. Mit der lebenslangen Sperre für Briatore hat die FIA klargemacht, dass der Renault-Teamchef der Schurke ist.

Daily Mail: Crash-Gate: Flavio Briatore wird rausgeschmissen, aber Renault findet einen Ausweg. Die einzigen Schuldigen, deren kriminelle Handlungen streng bestraft wurden, sind Teamchef Flavio Briatore und seine Nummer zwei, Pat Symonds. Sie mussten Renault in der vergangenen Woche mit Schimpf und Schande verlassen. Am Montag wurden ihre Köpfe auf dem Teller serviert. Passenderweise am Hauptsitz der FIA am Place de la Concorde, wo einst die Guillotine stand.

The Times: Renault kommt bei Crashgate fast ungeschoren davon. Kann es verwundern, dass die Formel 1 regelmäßig Negativschlagzeilen macht, wenn die FIA ihrer Verantwortung so offenkundig nicht gerecht wird? Heute haben wir in Paris nicht etwa die richtige Strafe für Renault gesehen, das auf schockierende Weise Nelson Piquet junior angewiesen hatte, in Singapur absichtlich einen Unfall zu bauen, sondern haben eine Übung im kommerziellen Pragmatismus erlebt.

Frankreich

L'Equipe: Renault verschont, Briatore rausgeworfen. Renault wurde von der FIA gerettet und hat nun eine ungeahnte Möglichkeit, durchzustarten. Sind die Bosse des französischen Rennstalls in der Lage, diese Chance zu ergreifen? Die Bestrafung Briatores erscheint zunächst spektakulär. Aber ist sie realistisch in einem Milieu, in dem der Italiener so viele Strippen zieht?

Le Parisien: Erleichterung bei Renault: Die FIA hat sich gegenüber dem französischen Hersteller sehr milde gezeigt.

Courrier de l'Ouest: Briatore, der verbannte Milliardär. Einige seiner Gegner hatten wahrscheinlich ein Interesse daran, Gerüchte über die Vorfälle von Singapur in die Welt zu setzen. Jetzt haben sie ihn aus dem Weg geräumt.

Ouest France: Die Milde des Urteils kann überraschen. Das Gewicht des französischen Herstellers in dem Wettbewerb hat eine Rolle gespielt. Die FIA hätte viel verloren, hätte sie Renault, seit 1977 dabei, aus der Formel 1 verbannt.

Italien

Gazzetta dello Sport: Briatore raus! Von der Formel 1 ausgeschlossen. Hier geht es nicht mehr um ein Gerichtsurteil, sondern um eine wahre Abrechnung. Flavio Briatore ist mehr als der große Schuldige, er ist das Bauernopfer. Er ist ins Exil geschickt worden. Er wird sich nie wieder in einem Paddock zeigen können. Warum haben sie ihn nicht gleich gehängt? Renault hat nicht gezögert, den Mann auf den Scheiterhaufen zu werfen, der dem Rennstall vier WM-Titel beschert hat - nur in der Hoffnung, mit einem milden Urteil davonzukommen.

Corriere dello Sport: Briatore verbannt, Renault rettet sich. Ewiges Exil und ein Feuerregen auf Flavio Briatore, den der Gott der Autowelt, Max Mosley, aus dem Paradies der Formel 1 verjagt hat. Das Urteil stinkt, das war Rache. Briatore, der bestimmt schwere Fehler begangen hat, wird verbannt. Hat er alles allein gemacht? Natürlich nicht. Um Renault zu retten, hat er die Verantwortung für diese ganze üble Geschichte übernommen. Straffrei kommt Nelson Piquet davon, der die schmutzige Arbeit durchgeführt, aus Berechnung geschwiegen und dann aus Rache ausgepackt hat.

Corriere della Sera: Briatore ausgelöscht. Mosley rächt sich am Place de la Concorde, dem Ort, an dem während der Französischen Revolution die Guillotine funktionierte. Der Eindruck bleibt, dass Renault und Piquet die Immunität für das Geständnis erhalten haben. Alonso darf weiter fahren. Eine gefährliche Grenze ist überschritten worden. Von nun an wird ein Geständnis genügen, um durchzukommen.

La Repubblica: Briatore zahlt für alle: Formel 1 Adieu! Renault rettet sich. Keine Strafe für Alonso, der jetzt zu Ferrari wechseln kann. Doch die Glaubwürdigkeit der Formel 1 ist vernichtet. Am Ende eines Prozesses, der einer Farce ähnelt, wird die Formel 1 von Max Mosley den ungeliebten Briatore los. Die Freunde Max und Bernie haben Flavio Briatore geköpft und ohne Scham alle anderen Hauptakteure des schlimmsten Skandals der Formel-1-Geschichte gerettet.

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