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Sie schienen das Formel-1-Traumpaar: Kimi Räikkönen und Jenni © imago

Räikkönens Probleme scheinen nicht nur sportlicher Natur zu sein. Es hält sich ein privates Gerücht. Kimi droht die Degradierung.

Von Christian Paschwitz

München - Dem "Iceman" stehen so richtig frostige Zeiten ins Haus: Nicht nur dass sich hartnäckig die Gerüchte halten, dass Kimi Räikkönen Ehefrau Jenni weggelaufen ist ? auch sportlich droht dem amtierenden Weltmeister nun die endgültige Isolation.

Denn: Ferrari denkt laut Informationen der "Berliner Morgenpost" immer konkreter darüber nach, Räikkönen zum Helfer des zweitplatzierten Teamkollegen Felipe Massa zu degradieren. Anders ausgedrückt: Der Finne hat es fast geschafft, vom Star zum Wasserträger zu mutieren.

Eine Entwicklung, die möglicherweise auch dem Umstand geschuldet ist, dass der F1-Champion den Kopf nicht frei bekommt, nachdem ihm seine Gattin vor acht Wochen den Laufpass gegeben haben soll.

Dem attraktiven Model, Miss Scandinavia 2001 und im August noch zur "Miss Formel 1" gekürt, hat der als unterkühlt geltende Räikkönen vor allem in seiner Heimat seine große Popularität zu verdanken; das zuletzt in der Schweiz lebende Paar besitzt in Finnland einen Stellenwert wie David Beckham und sein "Spicegirl" Victoria.

Schon länger auf Talfahrt

Rein sportlich befindet sich Räikkönen schon länger auf Talfahrt ? und nun wohl endgültig auf dem Abstellgleis. Vier Rennen vor Saisonende hat der 28-Jährige bereits 21 Punkte Rückstand auf den WM-Gesamtführenden Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes).

Während Massa, vorbehaltlich des FIA-Urteils zu Spa am 22. September, nur einen Zähler hinter dem Silberpfeil-Piloten liegt.

So scheint es nach Experten-Meinung auch unerheblich, dass Teamchef Stefano Domenicali vor dem Ferrari-Heimspiel in Monza noch den öffentlichen Schulterschluss demonstriert hatte, eine hierarchische Herabstufung von Räikkönen als (noch) "kein Thema" abtat. Denn nicht zuletzt Räikkönens Manager David Robertson hatte durchblicken lassen: "Er weiß, dass es in Monza mehr als um einen Grand-Prix-Sieg und einen WM-Titel geht. Es geht um seine Position und seine Zukunft bei Ferrari."

Kredit verspielt

Beides hat sich für 28-Jährigen weiter verdüstert: Im Regenrennen verspielte Räikkönen erneut Kredit, verfehlte nach schlechtem Qualifying und Platz neun im Rennen einmal mehr die Punktränge. Und ist nun bereits seit dem Spanien-GP in Barcelona (27. April) ohne Sieg.

Viereinhalb Monate ohne Erfolgserlebnis ? das nagt auch am Selbstbewusstsein. "Die Dinge laufen nicht für mich", schrieb Räikkönen nun in seinem Blog. "Fünf Mal nicht zu punkten, ist eine Menge. Es ist noch nicht vorbei, aber jetzt braucht es wohl schon ein Wunder ? wie der Blitz, der zweimal an derselben Stelle einschlägt."

Auf derlei Zufälligkeiten werden sich die Ferraristi nur ungern einlassen wollen ? weshalb Massa den Zweikampf innerhalb des eigenen Rennstalls zu seinen Gunsten entschieden haben dürfte.

Der Druck steigt

Offiziell wird noch geschwiegen. Der Druck von außen jedoch steigt von Tag zu Tag.

Ex-Weltmeister Niki Lauda forderte bereits: "Massa muss teamintern als Nummer eins installiert werden. Für mich ist Kimi raus aus dem Titelrennen. Entscheidet Ferrari anders, wäre das grob fahrlässig."

Auch für Formel-1-Chef Bernie Ecclestone scheint Räikkönen am vergangenen Sonntag seine wohl letzte Chance in einer durchwachsenen Saison verspielt zu haben: "Was ich an Kimi nicht verstehe, ist, warum er den Speed verloren hat. Er ist in der Regel schneller als Massa. Es wirkt, als ob er eingeschlafen sei."

"Wir sind keine Freunde"

Räikkönens distanzierte Außendarstellung ist es ebenso, die ihn von Massa immer weiter entrückt hat. "Kimi ist kein großer Redner", sagte Massa in der "Welt".

"Unsere Beziehung ist sehr professionell. Wir sind keine Freunde." Keineswegs, so der Brasilianer weiter, der als früherer "Lehrling" mit dem Rekord-Weltmeisters Michael Schumacher bestens auskam ("Er ist wie ein Bruder für mich"), habe man eine private Beziehung.

Wie es eine solche inzwischen auch nicht mehr geben soll zwischen Räikkönen und Gattin Jenni. Immerhin muss sich Räikkönen noch nicht ganz verlassen fühlen: "Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass ich meinen Vertrag mit Ferrari verlängern konnte", kommentierte er nach dem Rennen in Monza, auf dem Papier bis 2010 zumindest an die "Roten" gebunden zu sein.

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