vergrößernverkleinern
Fernando Alonso wurde 2005 und 2006 mit Renault Weltmeister © imago

Teams und Fahrer blicken gebannt auf Fernando Alonsos nächsten Schritt. Denn im Fahrerkarussell ist ein Erdrutsch zu erwarten.

München - Sportlich spielt Fernando Alonso in dieser Saison keine Rolle.

Gerade deshalb dürfte es der spanischen PS-Diva gefallen, dass sie zurzeit als die meist diskutierte Personalie der Formel 1 gilt. Fast könnte man denken, die Zukunft der Königsklasse hängt vom nächsten Schritt des Doppelweltmeisters ab, der bei seinem Rennstall Renault nur bis Saisonende unterschrieben hat.

Bleibt er bei den Franzosen oder wechselt er bereits 2009 zu Ferrari? Diese Frage beschäftigt das Fahrerlager. Und es ist wahrscheinlich, dass eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung eine Kettenreaktion im Fahrerkarussell auslöst.

Ist der Deal bereits eingefädelt?

Laut einem Bericht der "Sport Bild" soll der Wechsel zu Ferrari bereits im Hintergrund eingefädelt worden sein. Demnach soll Alonso, der nach einhelliger Expertenmeinung spätestens 2010 bei den Roten angeheuert hätte, schon Ende des Jahres bei der Scuderia im Cockpit Platz nehmen.

Als Grund für diese Spekulations-Variante führt das Blatt den abgeblich geplanten Einstieg der spanischen Santander-Bank als Ferrari-Sponsor an. Aber das dortige Engagement der iberischen Banker würde sich offenbar nur lohnen, wenn zeitgleich ein Landsmann den roten Renner lenkt.

Santander dementiert

Gegenüber Sport1.de verwies das Unternehmen allerdings auf einen gültigen Vertrag mit Ferrari-Konkurrent McLaren bis Ende 2009. Dort war Santander 2007 wegen Alonso als Geldgeber eingestiegen.

Zu einem möglichen Stallwechsel und den Spekulationen, das Bankhaus wolle angeblich die Hälfte des zukünftigen Jahressalärs des Asturiers beisteuern, hieß es: "Kein Kommentar!"

"Ich bleibe bei Ferrari"

Sollte der spanische Heißblüter dennoch zu den Italienern wechseln, stünden diese vor der nicht unerheblichen Frage, welchen ihrer beiden aktuellen Top-Piloten, sie vor die Tür setzten. Weltmeister Kimi Räikkönen oder den derzeitigen WM-Spitzenreiter Felipe Massa?

Räikkönens Position bei Ferrari darf als unumstritten gelten - und allen Spekulationen über eine gewisse Amtsmüdigkeit seinerseits erteilte der Finne nun eine Absage: "Ich habe in meinem ganzen Leben keinen Vertrag gebrochen und habe auch nicht die Absicht, das jetzt zu tun", stellte der Finne in der "Gazzetta dello Sport" klar.

Unsanfte Trennung von Massa?

Daher bliebe der Scuderia wohl nichts anderes übrig, als im Fall der Fälle Felipe Massa unsanft auf den Fahrermarkt zu schmeißen. Und ein Pilot, der augenblicklich punktgleich mit Silberpfeil-Youngster Lewis Hamilton (beide 48) die WM anführt, dürfte dort nicht gerade schwer vermittelbar sein.

Somit würde sich auch für Massa die Frage nach dem Wohin stellen und weitere Personalverhandlungen nach sich ziehen. Der Alonso-Deal wäre damit der Auftakt zu einer schier unendlichen Geschichte.

Mittelmaß und Mittelkasse

Obwohl der Renault-Pilot mit 13 Pünktchen derzeit nur auf Rang neun der WM-Wertung liegt und seine fahrerischen Qualitäten in einem Top-Auto nach dem Wegfall der Traktionskontrolle erst noch unter Beweis stellen muss, wird er mit zahlreichen Teams in Verbindung gebracht.

Bei BMW-Sauber wurde der 27-Jährige schon als möglicher Nachfolger für den Mönchengladbacher Nick Heidfeld gehandelt. Offen buhlt auch der Mittelklasse-Rennstall Honda um die Dienste von Alonso: "Fernando ist ein sehr schneller Fahrer, den jeder sehr gerne in seinem Team haben würde", erklärte Teamchef Ross Brawn unlängst."

Bei McLaren-Mercedes, wo der Rennfahrer im vergangenen Jahr unter Vertrag stand, denken sie darüber wahrscheinlich ganz anders.

Manuel Krons

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel