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Jean Todt ist zu Gesprächen bereit
Jean Todt gab 2008 sein Amt als Ferrari- Teamchef an Stefano Domenicali weiter © getty

Die FIA veröffentlicht einen Briefwechsel zwischen Ari Vatanen und dem Noch-Amtsinhaber mit gegenseitigen Beschuldigungen.

Paris - Der Kampf zwischen Ari Vatanen und Jean Todt um die Nachfolge von Max Mosley als Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA ist endgültig zu einer öffentlichen Schlammschlacht geworden.

Die FIA veröffentlichte am Freitag einen Briefwechsel zwischen Vatanen und Noch-Amtsinhaber Mosley mit gegenseitigen Vorhaltungen und Beschuldigungen.

Zugleich forderte die FIA die Kandidaten auf, Negativ-Kampagnen und Vorverurteilungen in den Medien zu vermeiden.

"Die Kandidaten sollten ihren Blick auf die positiven Aspekte und Möglichkeiten der bevorstehenden Wahl sowie ihre Effekte für das Automobilwesen und den Motorsport richten", heißt es in der FIA-Mitteilung.

Am 23. Oktober wird die FIA-Generalversammlung in Paris Todt oder Vatanen zu Mosleys Nachfolger wählen.

Vatanen erneuert Kritik an Mosley

Der frühere Rallye-Weltmeister Vatanen, der die FIA reformieren will, hatte zuletzt mehrfach kritisiert, dass Mosley persönlich Todt unterstützt anstatt sich neutral zu verhalten.

Das warf er dem Briten in dem Brief vom 14. Oktober nochmals vor und erklärte, dass er weitere Beweise habe, dass FIA-Funktionäre sich für die Kampagne seines Konkurrenten Todt engagierten.

Zudem würde Todts Wahlkampf teilweise von Institutionen der FIA finanziert (Todt attackiert Vatanen).

Juristische Schritte vorbehalten

"Die Kampagne für die Präsidentschaft entspricht nicht dem Prinzip der Neutralität, wie es eigentlich sein sollte", schrieb der Finne.

Dies widerspräche geltendem französischen Recht, sagte Vatanen und erklärte, dass er sich auch juristische Schritte vorbehalte.

Konter folgt sofort

Mosley konterte, dass Vatanen ihn zunächst selbst um Unterstützung gebeten habe, die er ihm aber verweigerte, "weil ich Jean Todt für den besseren Kandidaten halte", schrieb Mosley: "Es ist keine Verletzung irgendwelcher juristischer Prinzipien durch irgendjemanden, zu denken, dass sie ein weniger qualifizierter Kandidat sind als ihr Konkurrent."

Bei einer Wahl würden sich Leute immer auf eine Seite schlagen, behauptete Mosley und erklärte: "Jeder, der in die FIA eingebunden oder an ihr interessiert ist, darf eine persönliche Ansicht haben und diese auch äußern."

Finanzierung am Rande der Legalität?

Der gelernte Jurist forderte Vatanen auf, ihm detailliert darzulegen, wo Gesetze verletzt worden sein könnten, "damit wir das selbst untersuchen können."

Zugleich legte er dem früheren Rallye-Weltmeister nahe, die Finanzierung seiner eigenen Kampagne zu überprüfen.

"Ich vermute, dass das zwar nicht illegal, aber unangebracht ist", behauptete der in den letzten Jahren heftig umstrittene Mosley.

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