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Dietrich Mateschitz' (l) Position zu Sebastian Vettel ist eindeutig: "Er ist unverkäuflich" © getty

Vettel-Manie ohne Ende: Die Formel-1-Elite buhlt um den Heppenheimer, nun meldet sich erneut Michael Schumacher zu Wort.

Von Christian Paschwitz

München - Die Begehrlichkeiten werden immer größer, Rekord-Champion Michael Schumacher empfiehlt indirekt einen Wechsel, der Hauptprotagonist hält sich zumindest ein Hintertürchen offen - und der bisherige Geldgeber spricht ein Machtwort.

Seit Sebastian Vettels historischem Sieg als jüngster Formel-1-Pilot aller Zeiten geben sich die Topteams die Klinke in die Hand, um den 21-Jährigen, derzeit noch bei Toro Rosso, loszueisen.

Doch egal ob nun McLaren-Mercedes, BMW, Ferrari oder gar Formel-1-Boss Bernie Ecclestone via "Autobild Motorsport" ("Ich habe immer gesagt, er ist gut. Jetzt sage ich, er ist super") mächtig Wind machen, Vettel in einem Top-Team sehen wollen: Red-Bull-Eigner Dietrich Mateschitz tritt auf die Bremse.

"Er ist unverkäuflich", sagte der Milliardär jetzt in der "Bild". Vettel wechselt 2009 zu Red Bull. "Zu einem Verkauf gehören immer zwei Seiten. Sebastian hat bei uns einen Vertrag."

Kampf um Vettel

Red Bull und Mateschitz (geschätztes Vermögen 2,78 Milliarden Euro/in der Forbes-Geldrangliste auf Platz 280) kämpfen erkennbar um ihren Erfolgs-Youngster ? wenngleich in der Vergangenheit gerade im Milliarden-Geschäft Formel1 die Vokabel "unverkäuflich" keinen tatsächlichen Wert hatte.

Mateschitz? Plan: "Wir wollen, dass Sebastian bei uns zum Topfahrer wird. Er gehört für mich zu den intelligentesten Formel-1-Fahrern. Mit ihm wollen wir die Topteams angreifen." Statt Verhandlungsbereitschaft mit den Renommierten also eine Kampfansage.

Doch unabhängig davon, für welchen Rennstall Vettel mittelfristig fahren wird: Das Zeug, ein ganz Großer zu werden, hat er jetzt schon. Zumindest, wenn es nach Michael Schumacher geht, "und wenn er irgendwann an ein Auto kommt, mit dem er um Weltmeisterschaften fahren kann".

Schumi empfiehlt indirekt Wechsel

In der der "Bild am Sonntag" sagte der erfolgreichste F-1-Pilot aller Zeiten und Rekord-Champion: "Er ist er selbst, und er macht sich schon seinen eigenen Namen. Da habe ich gar keine Angst."

Indirekt jedoch legt auch Ferrari-Berater Schumacher dem Heppenheimer nah, zu einem Topteam zu wechseln: "Ich will hier nicht sein Team schmälern. Aber Rosso ist im Moment sicher kein Weltmeister-Team. Er ist ja ab nächstes Jahr im Red-Bull-Team. Vielleicht schaffen sie es ja an die Spitze."

Und weiter: "Aber er muss natürlich irgendwann entscheiden, wohin die Reise für ihn geht." Solche Sätze werden Ferrari und Co. nicht ungern hören?

Vettel lässt sich nicht festlegen

Vettel selbst lässt sich nicht hundertprozentig festlegen. Ungeachtet vorangegangener Gespräche, wie beispielsweise im Winter mit Mercedes, sagte der 21-Jährige in der "Welt am Sonntag": "Ich fahre nächstes Jahr bei Red Bull und versuche, mich dort als Fahrer weiterzuentwickeln und das Team nach vorn zu bringen."

Es mache keinen Sinn, sich im Vorhinein Vorstellungen von der Karriere zu machen.

Nächstes Jahr gebe es erst einmal viel zu tun, "ich habe noch viel zu lernen". Er werde "jetzt seit zehn Jahren auch von Red Bull unterstützt".

Bekenntnis gegenüber BMW

Allerdings gibt Vettel auch zu bedenken: "Der erste Test, den ich in einem Formel-1-Auto bestreiten durfte, war bei BMW. Auch da bin ich sehr dankbar."

Eine Wertschätzung, die die Bayern wohlwollend zur Kenntnis nehmen dürften.

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