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Jean Todt, hier mit Lebensgefährtin Michelle Yeoh, will neuer FIA-Präsident werden © getty

Jean Todt ist neuer FIA-Boss. Die Vita des Ex-Teamchefs von Ferrari ist erfüllt mit Erfolgen. Sport1.de stellt ihn vor.

München - Was Jean Todt im Motorsport auch angepackt hat, der kleine Franzose war immer erfolgreich.

Nach einer Konstrukteurs-WM als Rallye-Beifahrer 1981 wechselte Todt an den Kommandostand und startete richtig durch.

Vier Titel in der Rallye-WM, vier Triumphe bei der Dakar-Rallye und zwei Siege bei den 24 Stunden von Le Mans waren allerdings nur die Ouvertüre für sein eigentliches Lebenswerk: Die Wiederbelebung von Ferrari.

Der am 26. Februar 1946 in Pierrefort als Sohn polnischer Einwanderer geborene Todt, Spitzname "Napoleon" und 2007 zum Grand Officier der französischen Ehrenlegion ernannt, übernahm 1993 die Leitung der Sportabteilung der Scuderia.

Todt verbietet Rotwein

Zu dieser Zeit lahmte das "springende Pferd" mächtig und er verbot als erstes den Rotweingenuss an den Rennwochenenden.

Danach schuf Todt bei den Roten das "Dream Team" mit Ross Brawn als Technischem Direktor, Rory Byrne als Chefdesigner und vor allem Michael Schumacher als Fahrer.

Schumacher beendete unter Todts Regie mit dem Fahrertitel 2000 die 21-jährige Durststrecke der Italiener, vier weitere WM-Kronen für den Deutschen folgten.

Todt stieg später bis zum Geschäftsführer und Generaldirektor des Gesamtkonzerns auf und wurde zur rechten Hand von Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo.

Abtritt nach 13 WM-Titeln

Bis er im Jahr 2008 seinen Posten als Sportchef an Stefano Domenicali abgab, hatte Ferrari insgesamt 13 WM-Titel bei Fahrern und Konstrukteuren und 98 GP-Siege gefeiert.

Todt, leidenschaftlicher Sammler wertvoller Füllfederhalter, galt immer als gewiefter Stratege. Im Gegensatz zu seinem Konkurrenten Vatanen, der früher bei Peugeot sogar sein Pilot war, hat er sich auch schon lange Jahre in Verbands-Gremien engagiert.

Von 1975 bis 1981 vertrat er die Interessen der Fahrer in der Rallye-Kommission der FIA-Vorgängerorganisation FISA, von 1981 bis 1993 die der Konstrukteure. Von 1993 bis 2009 saß er als Vertreter von Ferrari im World Motor Sport Council der FIA.

Rückzug ins Privatleben

In den letzten beiden Jahren konzentrierte sich der 63-Jährige etwas mehr auf sein Privatleben mit seiner Lebensgefährtin, der malayischen Schauspielerin Michelle Yeoh.

Aus erster Ehe hat Todt einen Sohn. Nicolas ist ebenfalls im Motorsport aktiv und betreut zurzeit Formel-1-Pilot Felipe Massa.

Mit der erfolgreichen Kandidatur für den Posten des FIA-Chefs trat Todt, der auch schon mal gemeinsam mit Schumacher im Kinofilm Asterix mitgewirkt hatte, am 16. Juli dieses Jahres wieder ins Rampenlicht.

Jean Todt im Kurzporträt:

Geboren: 26. Februar 1946 in Pierrefort/FrankreichLebensgefährtin: Michelle Yeoh, ein Sohn (Nicolas)Stationen und Erfolge im Motorsport: 1966 bis 1981 Rallye-Beifahrer, 1981 Marken-Weltmeister mit Talbot, 1982 bis 1993 Sportchef Peugeot, 4 WM-Titel in der Rallye-WM, einmal Sportwagen-WM, vier Siege bei Dakar-Rallye, 1993 bis 2008 Sportchef bei Ferrari, 13 WM-Titel und 98 GP-Siege

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