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Der Moment der die Gemüter bewegt: Hamilton kürzt in Belgien in der Schikane ab © imago

Am Montag fällt die Entscheidung über den McLaren-Protest gegen den aberkannten Hamilton-Sieg von Spa. Haug ist zuversichtlich.

München - Lewis Hamilton und McLaren-Mercedes wollen den "geraubten" Sieg beim Formel-1-Rennen im belgischen Spa am grünen Tisch zurückerobern.

"Die Fakten sprechen aus unserer Sicht ganz klar für Lewis und sein faires Verhalten in Spa", sagt Mercedes-Sportchef Norbert Haug vor dem Gang vor das Berufungsgericht am Montag im Paris.

Angeblich haben die Silberpfeile neue Beweise. Haug gibt sich geheimnisvoll: "Die Details werden am Montag in der Verhandlung besprochen, wir bitten dafür um Verständnis."

Hamilton als Kronzeuge

Hamilton selbst macht auf dem Weg zum ersten Nachtrennen der Formel-1-Geschichte am Sonntag (28. September) in Singapur einen Zwischenstopp in Paris. Der Engländer ist von seinem Arbeitgeber als Kronzeuge benannt worden.

"Wie auch immer das Ergebnis sein wird, für mich geht es weiter. Ich konzentriere mich, in den nächsten Rennen mehr Punkte zu holen und zu beweisen, dass mich nichts umwerfen kann", sagt der 23-Jährige.

Zeitstrafe kostet Sieg

WM-Spitzenreiter Hamilton hatte den Großen Preis in Belgien als Sieger beendet.

Die Rennkommissare des Automobil-Weltverbandes FIA belegten den Briten wegen eines Regelverstoßes allerdings mit einer Zeitstrafe von 25 Sekunden. Dadurch fiel der Silberpfeil-Pilot auf den dritten Platz hinter seinen WM-Rivalen Felipe Massa und BMW-Sauber-Mann Nick Heidfeld zurück.

Haug sieht Hamilton im Recht

Der Vorwurf: Hamiltons Überholmanöver gegen den bis dahin führenden Weltmeister Kimi Räikkönen im Ferrari sei regelwidrig gewesen. Der Brite habe in eine Schikane abgekürzt.

Alles Schikane meint Haug: "Wer bei Start und Ziel nach einem Nachteil vom Gas geht, knapp 7 km/h langsamer fährt als sein Widersacher vor ihm und dann keine 300 Meter später sauber und überzeugend überholt, ist einfach schneller."

Noch führt Hamilton die WM-Wertung an, doch sein Vorsprung ist auf einen Zähler auf Ferrari-Pilot Massa geschmolzen. Sollte er in Paris den Sieg von Spa zurückerhalten, läge der Brite mit sieben Punkten vorne. Bei nur noch vier ausstehenden Rennen zählt jeder Punkt.

Unverständnis über das Urteil

Was also, wenn ausgerechnet die Zähler von Spa zum Titelgewinn fehlen? Haug: "Das glaube ich erstens nicht, und zweitens will die überwiegende Mehrzahl der Formel-1-Betrachter nicht, dass die WM 2008 so entschieden wird."

Das Team habe nie zuvor eine so große Flut von Schreiben erhalten, in denen dem Unverständnis über das Urteil von Spa Luft gemacht wurde - sogar von den Ferrari-Fans, meint der Mercedes-Sportchef.

Whiting macht Rückzieher

Angeblich habe Rennleiter Charlie Whiting zunächst grünes Licht für Hamiltons Überholmanöver gegeben. Nach dem Grand Prix machte er dann aber einen Rückzieher. Whiting soll es gewesen sein, der den vermeintlichen Sieger bei den FIA-Sportkommissaren verpfiffen hat und eine Untersuchung in der "Affäre Hamilton" forderte.

Haug will den Briten trotzdem nicht an den Pranger stellen: "Er erledigt den sehr schwierigen Job mit Augenmaß und großer Treffsicherheit. An weiteren Spekulationen werden sich unser Haus und unser Team nicht beteiligen."

Kritik von Glock an Hamilton

Auch in Monza wurde Kritik an Hamiltons Fahrstil laut. So gab es von Toyota-Pilot Timo Glock deutliche Kollegen-Schelte.

Seinen Fahrstil muss der Vize-Weltmeister nicht ändern, versichert Haug: "Dazu gibt es keinen Grund. Er hat in der Situation in Monza Timo Glock neben sich nicht gesehen - wenn es so einen Fall gibt, reicht Lewis gerne die Hand."

Dass es angeblich eine Verschwörung in der Formel 1 geben soll, um McLaren und Teamchef Ron Dennis einzubremsen, möchte Haug nicht näher kommentieren. "Ich sage nie etwas zu Gerüchten, ich hätte in der Formel 1 sonst den ganzen Tag über nichts anderes zu tun. Wir konzentrieren uns auf das Geschehen auf der Rennstrecke."

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