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Bernie Ecclestone entwickelt immer wieder neue Ideen bei der Vermarktung der Formel 1 © getty

Vor der Formel1-Premiere in Singapur kritisieren die Experten die Wahl der Strecke. Dem Formel1-Boss gehe es nur ums Geld.

Von Andreas Kloo

München - Beim Grand Prix von Singapur (ab So, 13.45 UhrLIVE)stößt die Formel1 in neue Dimensionen vor. Erstmals in der Geschichte der Königsklasse findet ein Rennen unter Flutlicht statt.

Darüber hinaus werden die Signalflaggen größtenteils durch elektronische Signaltafeln ersetzt, Reifen-Ausrüster Bridgestone kennzeichnet Trocken- und Regenreifen mit einer besonderen Farbe, die das Licht reflektiert.

All diese revolutionären Neuerungen gelten nur einem Ziel: die Formel1 für das Fernsehen noch attraktiver zu gestalten.

Denn durch die Verlegung in die Nachtstunden von Singapur findet das Rennen in Europa zu bester Sendezeit statt. Bernie Ecclestone zeigt sich also wieder einmal als cleverer Geschäftsmann.

"Üble Zukunft"

Doch nicht bei allen kommen die Neuerungen gut an.

Ferrari-Chef Luca di Montezemolo übt schon im Vorfeld scharfe Kritik an der erstmals befahrenen Strecke in Singapur.

"Ich habe den Eindruck, dass es ein weiterer neuer Kurs ist, auf dem man nicht überholen kann - so wie in Valencia auch. Wenn man mit solchen Strecken weitermacht, dann steht der Formel 1 eine üble Zukunft ins Haus", wird der Boss der "Roten" bei "motorsport.total.com" zitiert.

Zum Rennen in Singapur kommen mit Abu Dhabi 2009 und Indien 2010 weitere neue Kurse hinzu. Auch Russland will Ecclestone in den Formel1-Kalender mit aufnehmen. Diesen neuen Strecken könnten die großen Klassiker zum Opfer fallen.

"Monetäre Gründe im Vordergrund"

Auch Formel1-Experte Jacques Schulz betrachtet diese Entwicklung bei Sport1.de mit Sorge: "In der Tat scheinen bei Ecclestone momentan sehr stark monetäre Gründe im Vordergrund zu stehen.

Von den Ländern, die Formel 1 wollen und am meisten Geld zahlen, wie Indien, Abu Dhabi oder möglicherweise Russland, da ist das kommerzielle Interesse des Herrn Ecclestone nicht zu unterschätzen. Und in der Tat muss man sich den Vorwurf gefallen lassen, dass die Strecken zu wenig Spektakel bieten. Deshalb dürfen wir auf keinen Fall Strecken wie Monza, Silverstone oder Spa verlieren. Das sind Klassiker, die unbedingt im Kalender bleiben müssen."

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