vergrößernverkleinern
In Singapur findet das erste Nachtrennen der F-1-Geschichte statt © imago

Die Zeitumstellung wird beim Nacht-Grand-Prix in Singapur zu einem wichtigen Faktor. Die Piloten reagieren unterschiedlich.

München/Singapur - In der heißen Phase des Titelrennens bekommt WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton schlaflose Nächte.

Nach seinem abgeschmetterten Einspruch gegen die Zeitstrafe von Spa geht der McLaren-Mercedes-Pilot nur mit einem Punkt Vorsprung vor seinem Ferrari-Rivalen Felipe Massa in das 800. und wohl spektakulärste Rennen der Formel-1-Geschichte in Singapur.

Die Fans und Fahrer fiebern dem ersten Nachtrennen am Sonntag (1. Training, Fr., 13 UhrLIVE) entgegen.

"So etwas mag ich"

"Das wird eine Herausforderung, und so etwas mag ich", sagt Hamilton vor dem viertletzten Rennen der Saison.

In der einstigen britischen Kronkolonie will der junge Engländer nicht nur ganz schnell dem Frust über die vom Automobil-Weltverband FIA als unzulässig abgelehnte Berufung davonfahren, von der er am späten Dienstagabend in Singapur nach einer exklusiven Autogrammstunde in einer Edel-Boutique eines Teamsponsors erfahren hatte.

Vor allem will der 23-Jährige vor Massa landen, um seine hauchdünne WM-Führung (78:77) wieder auszubauen. "Er ist derjenige, den ich schlagen muss", meint Hamilton, der den Brasilianer als guten Fahrer mit einem guten Auto bezeichnet.

Hamilton sieht keine Probleme

Vielleicht noch schwieriger als das Duell mit Massa ist der Kampf gegen die Zeitumstellung.

"Da alle Trainings und das Rennen erst abends stattfinden, sollten wir uns nicht an die Ortszeit gewöhnen, denn der Zeitplan des Rennens ist so wie bei einem europäischen Grand Prix", erklärt Hamilton das Problem.

"Unser Trainingsprogramm ist darauf ausgelegt, dass wir am Nachmittag unsere beste Leistung bringen können, und deshalb halten wir uns auch in Singapur daran. Das ist gar nicht so einfach, denn der Körper möchte sich an die geänderte Zeitzone anpassen."

Lange schlafen

Die Teams versuchen, vormittags trotz aufgehender Sonne lange zu schlafen und erst am frühen Nachmittag zu frühstücken, da Fahrer und vor allem die Mechaniker nach den Trainingseinheiten bis spät in die Nacht beschäftigt sein werden.

"Ich bin eher ein Nachtmensch, gehe gern spät schlafen und stehe ungern früh auf. Von daher wird mir der Rhythmus dieses Rennwochenendes entgegenkommen", meint BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld. Der Gladbacher weist darauf hin, dass es wichtig ist, "zur richtigen Zeit zu essen und zu schlafen, um topfit zu sein, wenn man gefordert ist".

Workout um 2.30 Uhr

Williams-Pilot Nico Rosberg (Wiesbaden) trainierte in dieser Woche bereits um 2.30 Uhr nachts im Fitnessbereich seines Hotels und sorgte für staunende Gesichter. "Die Reinigungsfrauen haben mich angeschaut, als ob ich aus dem Weltraum käme", sagt Rosberg.

Kein Problem sehen die meisten Fahrer mit der Beleuchtung der Strecke, so lange es trocken ist. 1500 Strahler aufgehängt an 240 Stahlstützen und über 108.423 Meter Kabel mit Strom versorgt leuchten die Piste viermal so hell aus wie ein Fußballstadion.

Angst vor Regen

"Bisher bin ich noch nie nachts Rennen gefahren, aber das sollte kein Problem sein. In anderen Sportarten funktioniert es ja auch", sagt Hamilton.

Allerdings kann bislang niemand einschätzen, ob es bei nasser Strecke vielleicht störende Licht-Reflexe gibt. "Ich hätte es begrüßt, wenn es eine Testchance gegeben hätte, zumal im Regen", sagt Heidfeld.

Massa konzentriert sich

Massa macht sich unterdessen keine Sorgen über ein Regenrennen. "Ich würde Trockenheit bevorzugen, aber wir können auch ein gutes Rennen fahren, wenn es nass ist", meint der Brasilianer, der einen Kommentar zum FIA-Berufungsurteil ablehnte.

"Ich konzentriere mich auf meine Saison und mein Rennen hier", sagte er am Dienstagabend bei einem Sponsorentermin: "Wir arbeiten Tag für Tag, und ich muss nur sicherstellen, vor Hamilton zu landen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel