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Felipe Massa könnte beim Saisonfinale vor heimischem Publikum Weltmeister werden © getty

Die Pole beim Nachtrennen in Singapur geht an den Ferrari-Piloten. Lewis Hamilton verpasst um ein Haar die Top Ten.

Singapur - Mit einem glänzenden Auftritt im gleißenden Flutlicht von Singapur hat Ferrari-Pilot Felipe Massa die erste Nacht-Pole der Formel-1-Geschichte geholt.

Damit hat sich der Brasilianer eine perfekte Ausgangsposition geschaffen, um mit einem Sieg beim spektakulären ersten Nachtrennen der Königsklasse am Sonntag wieder die WM-Führung zu übernehmen.

In 1:44,801 Minuten verwies er auf dem neuen Stadtkurs in der asiatischen Metropole seinen Titelrivalen Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes mit mehr als sechs Zehntelsekunden Vorsprung deutlich auf den zweiten Platz.

Heidfeld rückt nach hinten

Sebastian Vettel aus Heppenheim bestätigte nach seiner Pole Position und dem sensationellen Sieg in Monza seine glänzende Form mit Startplatz sechs.

Er profitierte wie seine Landsleute Timo Glock (Toyota) und Nico Rosberg (Williams-Toyota) von der Strafversetzung Nick Heidfelds. Der Mönchengladbacher geht anstatt vom sechsten vom neunten Rang ins Rennen.

Die Rennkommissare bestraften "Quick Nick" dafür, dass er in der ersten Runde der Qualifikation bei der Einfahrt in die Boxengasse Honda-Pilot Rubens Barrichello behindert hatte.

Auch Barrichello bestraft

Barrichello, der auf Startplatz 18 steht, wurde von den Kommissaren noch zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt, weil er nach der Behinderung durch Heidfeld in letzter Sekunde noch in die Box abgebogen war und dabei außerhalb der vorgeschriebenen Zone gefahren war.

Als einziger Deutscher war Adrian Sutil aus Gräfelfing im Force India vorzeitig bereits im ersten Qualifikationsdurchgang ausgeschieden.

17. Pole für Massa

"Das Auto war einfach perfekt, und ich habe eine perfekte Runde geschafft", sagte Massa, der zum fünften Mal in dieser Saison und zum 17. Mal in seiner Karriere auf den ersten Startplatz fuhr.

"Das wird ein sehr wichtiges Rennen für die Formel 1. Auf der ganzen Welt sind die Leute gespannt, ob bei mir zu Hause in Brasilien, in Europa oder hier. Ich hoffe, dass ich am Sonntag einen guten Job mache. Wenn ich gewinne, wird das noch besser sein als jetzt dieses Ergebnis im Qualifying", so Massa.

Hamilton hat Bedenken

Vor dem 15. von 18 WM-Läufen bei der Premiere des Großen Preises von Singapur am Sonntag (13.45 Uhr LIVE) hat Massa nur noch einen Punkt Rückstand auf Hamilton (77:78) und kann diesen aus eigener Kraft von der Spitze verdrängen.

Hamilton befürchtet, dass er wie schon bei der Premiere auf dem Stadtkurs in Valencia im gesamten Rennen hinter Massa herfahren muss. "Überholen ist hier sehr schwierig, ich kann nur versuchen, so gut wie möglich zu fahren", sagte der Vize-Weltmeister.

"Nicht gerade ideal, unsere Ausgangsbasis", meinte auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Um ein Haar hätte Hamilton sogar wie in Monza den Sprung in die letzte Qualifikationsrunde verpasst. Gerade einmal mit 106 Tausendstelsekunden rettete er sich auf den zehnten Platz.

Frust bei Sutil und Alonso

Sutil war ratlos, nachdem er auf der Strecke mit Abstand der Langsamste war und nur deshalb vor Teamkollege Giancarlo Fisichella steht, weil der Italiener nach einem Crash im freien Training erst auf den letzten Drücker ins Qualifying gegangen war und dort das Auto in seiner ersten Runde erneut gegen eine Mauer setzte.

"Der Rückstand ist unglaublich groß. Man kann sich nicht erklären, woher 1,5 Sekunden Rückstand zum Nächsten kommen", sagte Sutil. Ähnlich gefrustet war Ex-Weltmeister Fernando Alonso (Spanien), der einen ganz starken Eindruck gemacht hatte, bis sein Renault im zweiten Qualifikationsdurchgang streikte und er auf Platz 15 hängen blieb.

Motorwechsel bei Kovalainen

Vor dem Freien Training hatte McLaren-Mercedes den Motor von Heikki Kovalainen gewechselt. Eine Vorsichtsmaßnahme, wie Haug erklärte.

Da es sich um den ersten Motorwechsel vor Ablauf der vorgeschriebenen Laufzeit von zwei Rennen in dieser Saison handelte, blieb der Finne aber ohne Strafe und muss in der Startaufstellung nicht zehn Plätze nach hinten.

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