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Begann seine Formel-1-Karriere 2001 bei Minardi: Fernando Alonso © getty

Dem Brasilianer unterläuft in der Boxengasse ein schwerwiegendes Malheur, Fernando Alonso räumt das Feld von hinten auf.

Singapur - Eine peinliche Tankpanne bei Ferrari hat Nico Rosberg beim ersten Nachtrennen der Formel-1-Geschichte in Singapur den zweiten Platz und das beste Ergebnis seiner Karriere beschert.

Nach insgesamt 61 Runden fehlten dem Williams-Piloten trotz einer Stop-and-Go-Strafe nur 2,9 Sekunden zum Sieg. Den sicherte sich in einem verrückten Rennen der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso im Renault.

Für den Spanier war es nach mehr als einjähriger Durststrecke der 20. Grand-Prix-Erfolg.

Hamilton auf WM-Kurs

Lewis Hamilton belegte im McLaren-Mercedes den dritten Rang und ist seinem ersten WM-Titel einen Schritt näher gekommen.

Der Brite führt bei drei ausstehenden Rennen mit sieben Punkten vor Felipe Massa.

Der Brasilianer ging nach der Tank-Posse seines Teams, als er im Chaos einer Safety-Car-Phase den kompletten Tankschlauch mitriss, auf Platz 13 leer aus und kann jetzt aus eigener Kraft nicht mehr Weltmeister werden.

Rosberg überglücklich

"Der zweite Platz ist toll, ein super Resultat. Dabei hatte ich nach dem Safety-Car fast schon alle Hoffnungen aufgegeben", sagte Rosberg, dessen bislang bestes Resultat der dritte Platz beim Saisonstart in Melbourne war.

"Das erste Podium und der erste Sieg in diesem Jahr, ich kann es noch gar nicht glauben", meinte Alonso: "Ich bin überglücklich. Das Safety-Car hat mir natürlich geholfen. Wir waren heute Teil der Geschichte im ersten Nachtrennen der Formel 1, und ich bin sicher, es werden noch viele kommen." Der Spanier ließ zudem durchblicken, dass er trotz aller Gerüchte über einen Wechsel zu BMW auch im kommenden Jahr für Renault fahren möchte: "Das hat Priorität."

Hamilton geht kein Risiko ein

Hamilton wusste nicht so richtig, ob er sich freuen sollte, da er Massas vierte Nullnummer nicht zum Sieg nutzte. Er sei mit dem Ergebnis zufrieden, meinte der Brite: "Am Ende bin ich kein Risiko mehr eingegangen, weil ich wusste, dass beide Ferrari nicht in den Punkten waren."

Sein ehemaliger Teamkollege Alonso dagegen holte im 800. Rennen der Formel-1-Geschichte den 20. Sieg seiner Karriere, zuletzt hatte der Spanier am 9. September 2007 im Silberpfeil in Monza gewonnen. Renault durfte erstmals seit dem 8. Oktober 2006 jubeln, damals hatte ebenfalls Alonso auf dem Weg zu seinem zweiten WM-Titel in Suzuka triumphiert.

Haug: "Deutschland hat geglänzt"

Für weitere Highlights aus deutscher Sicht sorgten Toyota-Pilot Timo Glock, Monza-Sieger Sebastian Vettel im Toro-Rosso-Ferrari und BMW-Pilot Nick Heidfeld, die auf den Plätzen vier, fünf und sechs alle WM-Punkte holten.

Nur Adrian Sutil im Force-India-Ferrari schied vorzeitig aus.

"Vier Deutsche in den Top Sechs und der Silberpfeil in beiden WM-Wertungen ganz vorn - Deutschland hat bei der Singapur-Premiere geglänzt", meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, dessen Team mit einem Punkt Vorsprung vor Ferrari auch die Führung in der Herstellerwertung übernahm (135:134).

Starker Start von Massa

Beim Start hatte Massa seine souverän herausgefahrene fünfte Pole Position der Saison problemlos vor Hamilton behauptet. In der 15. Runde sorgte der Brasilianer Nelson Piquet junior für den ersten Safety-Car-Einsatz auf dem neuen Kurs und löste damit das große Chaos aus.

Einige Fahrer aus dem Mittelfeld konnten noch unmittelbar vor dem Safety-Car Car zum Nachtanken gehen und wurden damit nach vorne gespült, an der Spitze von ihnen Alonso. Danach wurde die Boxengasse vorerst geschlossen, was Rosberg und dem Polen Robert Kubica (BMW-Sauber) jeweils eine zehnsekündige Stop-and-Go-Strafe bescherte, weil sie trotzdem tanken mussten.

Zwei Runden später wurde die Boxenampel wieder auf grün geschaltet, so dass die Spitzengruppe ihre Stopps absolvieren konnte.

Chaos bei den Roten

Dabei nahm das Ferrari-Chaos seinen Lauf. Massa riss beim Losfahren einen Mechaniker und den kompletten Tankschlauch mit und musste am Ende der Boxengasse anhalten.

Es dauerte fast eine kleine Ewigkeit, bis ein paar Ferrari-Mechaniker zum Auto des Brasilianers gelaufen waren und erst nach vielen weiteren wertvollen Sekunden den Tankschlauch vom Auto weggerissen hatten.

Zu allem Überfluss kassierte Massa eine Durchfahrtstrafe, weil sein Team ihn unmittelbar einem Konkurrenten aus der Box losfahren ließ.

Räikkönen macht Fiasko perfekt

Rosberg, der nach der Freigabe des Rennens in Führung gelegen hatte, saß in Runde 28 seine Strafe ab und kam als Vierter hinter Alonso, aber vor Hamilton wieder auf die Strecke und rückte kurz darauf auf Rang zwei hinter Alonso vor. In Runde 40 tankte Rosberg zum zweiten Mal nach und kam als Siebter zurück auf die Strecke, eine Runde später stoppte Alonso und behielt dennoch seine Führung.

Hamilton rückte 11 Runden vor Schluss auf Platz drei vor, als Räikkönen seinen zweiten Stopp absolvierte.

Kurz darauf sorgte Sutils Crash für die zweite Safety-Car-Phase und Action in den letzten acht Runden. Räikkönen krachte vier Runden vor Schluss an fünfter Stelle liegend in die Mauer und machte das Ferrari-Fiasko komplett.

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