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Renault-Pilot Fernando Alonso wurde zweimal Weltmeister © getty

Der Spanier könnte schlagartig das Fahrer-Karussell in Schwung bringen. Doch auch nach Singapur lässt er seine Zukunft offen.

Von Wolfgang Kleine

München - Wer Fernando Alonso auf die Zukunft anspricht, könnte genauso gut das "Orakel von Delphi" fragen.

Denn hinterher ist der Wissensdurstige genau so schlau wie vorher. Aber der zweimalige Weltmeister, der sich im Renault-Boliden den Sieg in Singapur holte, ist nun einmal die Schlüsselfigur im Transfer-Karussell der Formel-1-Piloten.

Verlässt der Spanier sein Team Renault zum Jahresende, kommt noch einmal richtig Schwung in den Wechselmarkt.

Was macht Alonso nun? Nach dem Nachtrennen von Singapur betätigte er sich erneut als Sphynx.

"Renault erste Priorität"

Alonso fiel folgende Anwort ein: "Dieser Sieg ändert nicht meine Entscheidung im Hinblick auf das nächste Jahr. Wie ich schon immer gesagt habe, wird Renault meine erste Priorität sein, weil ich mich bei Renault zuhause fühle."

Punkt! Dabei wird der 27-Jährige mit einigen Top-Teams für 2009 in Verbindung gebracht - auch wenn sein Freund und Teamchef Flavio Briatore das nicht so gern zur Kenntnis nimmt.

Option Nr. 1: Renault

Alonso fühlt sich zwar menschlich sehr wohl bei den Franzosen, übte aber trotz der Verbesserungen in den letzten Rennen oft Kritik am technischen Paket des R28. Mit dem Wagen wird er so schnell nicht noch einmal Weltmeister werden.

Option Nr. 2: BMW

Hier wird viel gemunkelt. Angeblich soll Alonso bei den Weiß-Blauen schon einen Drei-Jahres-Vertrag unterzeichnet haben. Mit BMW-Pilot Robert Kubica, der auch für 2009 eine feste Größe ist, pflegt Alonso eine Freundschaft. Der Pole hätte den spanischen Kollegen gern im Team. Das hieße dann aber: Nick Heidfeld müsste sich einen neuen Rennstall suchen.

Option Nr. 3: McLaren-Mercedes

Ende 2007 hat sich Alonso zwar mehr oder weniger im Unfrieden von den Silbernen getrennt, nachdem es mit Vize-Weltmeister Lewis Hamilton einige Differenzen gegeben hatte. Aber jüngst gab ein Ausspruch des Spaniers zu denken: "Man soll je nie nie sagen." Was heißt das nun? Kehrt Alonso möglicherweise zu den Silbernen zurück? Auf der Pressekonferenz nach dem Rennen in Singapur hat er eifrig mit dem Ex-Teamkollegen Hamilton geplaudert. Auf die Frage nach dem Inhalt, antwortete Alonso vielsagend: "Das ist ein Geheimnis. Nein, wir unterhielten uns darüber, wie körperlich anstrengend das Rennen ist, über mehr nicht."

Option Nr. 4: Ferrari

Die Frage wird sich erst frühestens für 2010 stellen. Denn bei den Roten sind inzwischen mit Kimi Räikkönen und Felipe Massa vertraglich alle Fahrer-Plätze für 2009 besetzt.

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