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Michael Schumacher gewinnt 1995 den Großen Preis von Belgien © imago

Michael Schumacher ist ehrgeizig hat den unbedingten Willen zum Erfolg. Das zeigte sich vorallem in der Saison 1995.

Von Daniel Buse

Es heißt: Das Auto ist das liebste Kind der Deutschen. Wenn das stimmt, dann ist Michael Schumacher der beliebteste Babysitter dieses Landes.

Denn keiner kümmerte sich in der Formel 1 in den vergangenen 20 Jahren liebevoller und erfolgreicher um sein Arbeitsgerät.

Der Mann aus Kerpen im Rheinland war dafür verantwortlich, dass Millionen von Deutschen zu echten Formel-1-Fans wurden und es bis heute geblieben sind, auch wenn der siebenmalige Weltmeister schon seit langer Zeit nicht mehr auf den Rennstrecken dieser Welt zu bewundern ist. Doch zuzutrauen ist dem mittlerweile 41-Jährigen alles...

Wille, Ehrgeiz und Gefühl

Denn in seiner langen Karriere hat Schumacher nicht nur einmal bewiesen, dass er etwas durchzieht, wenn er es sich in den Kopf gesetzt hat. Auch gegen alle Widerstände.

Dieses Kämpferherz hieß nur bei ihm anders: Mal wurde von Außenstehenden der unbedingte Wille zum Erfolg als Erfolgsgeheimnis des Kerpeners genannt.

Mal der Ehrgeiz, jedes einzelne Rennen, bei dem er antrat, zu gewinnen. Oder es war die akribische Arbeit mit seiner Crew, das Fahren mit dem berühmten "Gefühl im Hintern? ? für das Auto und die Strecke.

Schlagworte, die von Vielen verwendet wurden, um das Erfolgsgeheimnis des Rekordweltmeisters kurz zu fassen. Schlagworte, die den Rennfahrer Michael Schumacher zutreffend beschreiben.

Kratzer im Lack

Seine Rennfahrer-Laufbahn von der Kartbahn in Kerpen über die Anfänge in der Formel 1, den ersten Titel bei Benetton und die langen, erfolgreichen Jahre in Ferrari-Rot sind allen Interessierten bekannt. (Mehr Kämpferherz-Texte auf kämpferherz.de)

Als bestes Beispiel für die Durchsetzungsstärke des "Rennfahrers im Ruhestand? taugt jedoch besonders die Formel-1-Saison des Jahres 1995. Und um dieses besondere Jahr zu verstehen, muss man einen Blick auf die vorhergehende Saison werfen: 1994 feierte Michael Schumacher den ersten WM-Titel seiner Karriere. Doch wirklich fröhlich und reibungslos lief das Ganze nicht ab.

"Schummel-Schumi? wird geboren

1994 ist ein unruhiges Jahr für "Schumi? und die Formel 1.

Beim dritten Rennwochenende der Saison sterben in Imola der dreimalige Weltmeister Ayrton Senna und der Österreicher Roland Ratzenberger. Beim England-Grand-Prix in Silverstone kassiert Schumacher eine Zeitstrafe, weil er seinen Konkurrenten Damon Hill schon in der Aufwärmrunde überholt.

"Ich wollte nicht so hart bremsen?, sagt Schumacher hinterher. Die Zeitstrafe tritt er nicht rechtzeitig an, weil er über Funk nicht informiert wird. Die schwarze Flagge zur Disqualifikation beachtet er nicht. Die Presse reagiert auf ihre Weise ? und nennt ihn ab sofort "Schummel-Schumi?.

Kritik als Ansporn

Es folgen in diesem Jahr noch juristische Streitigkeiten über Fahrzeugdetails, eine Sperre für zwei Rennen und zu schlechter Letzt auch noch eine viel diskutierte Entscheidung über den WM-Titel.

Die fällt im letzten Auftritt der Saison in Australien erst durch eine Kollision zwischen Schumacher und seinem Rivalen Damon Hill zugunsten des Deutschen.

Am Ende ist Michael Schumacher der erste deutsche Formel-1-Weltmeister, doch nicht jeder in der Motorsport-Welt möchte sich uneingeschränkt mit und für ihn freuen.

Und genau das muss der Moment gewesen sein, an dem Michael Schumachers Ehrgeiz noch weiter angestachelt wurde, es den Kritikern und Nörglern zu zeigen.

Den Respekt erarbeitet

Ein Jahr später, 1995, legt der Benetton-Pilot richtig los. Er fährt nicht nur einen Sieg nach dem anderen ein, sondern auch dem Ruf des "Schummel-Schumis? davon.

Der Sieg in Spa, als er vom 16. auf den 1. Platz vor fährt, ist ein Beweis seines Könnens. Und der Triumph beim Heim-Grand-Prix in Hockenheim ist die emotionale Belohnung für das Vorhaben, es allen zu beweisen. ?Das ist Gänsehaut. Da kommen einem die Tränen. Das ist wie auf Wolke sieben?, stammelt "Schumi? nach seinem Heimsieg.

Am Ende der Saison wird Schumacher mit 33 Punkten Vorsprung erneut Weltmeister ? und die Kollegen wie Damon Hill applaudieren jetzt sogar, wenn der Deutsche am Nürburgring dem Sieg entgegen fährt. Schumacher hatte einen Plan gefasst und ihn perfekt umgesetzt.

Das war 1995 so ? und es sollte niemanden überraschen, wenn auf einmal 2010 ein ehrgeiziger und kämpferischer Michael Schumacher mit einem neuen Vorhaben wieder in der Formel 1 auftaucht.

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