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Flavio Briatore gewann 1995, 2005 und 2006 die Konstrukteurs-WM © getty

Der Italiener bekommt vor einem Gericht Recht mit seinem Einspruch Recht. Die FIA weigert sich die lebenslange Sperre aufzuheben.

Paris - Freie Fahrt für Flavio Briatore: ein Gericht in Paris hat lebenslangen Formel-1-Ausschluss des früheren Renault-Teamchefs wegen der Verwicklung in den Unfall-Skandal von Singapur wegen Unregelmäßigkeiten aufgehoben.

Zudem wurde die Strafe gegen Renaults ehemaligen Technischen Direktor Pat Symonds, der für fünf Jahre gesperrt worden war, für ungültig erklärt.

"Mir ist es wichtig, meine große Freude über diese Entscheidung zum Ausdruck zu bringen. Diese Entscheidung gibt mir die Würde und die Freiheit zurück, die man mir genommen hat", schrieb Briatore in einer Stellungnahme. 152665(DIASHOW: Briatores Karriere)

FIA lehnt Aufhebung ab

Trotz der Niederlage vor Gericht lehnte die FIA eine Aufhebung der lebenslangen Sperre gegen Briatore zunächst ab.

"Die Entscheidung des Gerichts ist nicht rechtskräftig, solange die Einspruch-Optionen der FIA nicht ausgeschöpft sind", stellte der Weltverband in einer Pressemitteilung fest:

"Bis dahin wird die Entscheidung des World Motor Sport Councils weiter Bestand haben."

Prüfung der Einspruchsmöglichkeiten

Die FIA kündigte allerdings nicht explizit einen Einspruch, sondern nur die Prüfung eines solchen an.

"Die Möglichkeit der FIA, diejenigen auszuschließen, die vorsätzlich das Leben anderer gefährden, ist niemals in Zweifel gezogen worden. Mit Blick auf diesen Punkt wird die FIA sorgfältig ihre Einspruchmöglichkeiten prüfen", hieß es in der Stellungnahme.

Briatore interessiert nur "Formel Kind"

Eine Rückkehr in die Formel 1 kommt für Briatore ohnehin vorerst nicht in Frage.

"Die einzige Formel, die mich jetzt interessiert, ist die Formel Kind", sagte Briatore im Interview mit dem italienischen TV-Kanal "RAI 2".

Briatores Frau Elisabetta Gregoraci soll bald ihr erstes Kind zur Welt bringen.

Erzfeind Max Mosley

"Ich bin sehr glücklich. Ich hätte die Angelegenheit lieber innerhalb der Formel 1 gelöst, doch das war mit Max Mosley nicht möglich", sagte Briatore mit Blick auf seinen Erzfeind Mosley, den ehemaligen Präsidenten des Weltverbandes FIA:

"Die einzige Möglichkeit war, sich an ein wirklich unabhängiges Gericht zu wenden."

"Großes Leid"

Er sei nun beruhigt, sagte Briatore, nach dessen Auffassung das Verfahren gegen ihn in einem privaten Rachefeldzug Mosleys seinen Ursprung hatte:

"Das Leid, das mir die FIA-Sperre zugefügt hat, ist groß. Das Leid, das mir Mosley zugefügt hat, war riesig."

Das Gericht bezeichnete die Strafe der FIA am Dienstag als illegal.

Der vorsitzende Richter Christian Hours sprach Briatore 15..000 Euro und Symonds 5000 Euro Entschädigung zu.

Schadenersatz gefordert

Briatore hatte neben der Aufhebung der Sperre auch Schadenersatz gefordert, seine Vorstellungen lagen allerdings bei einer Million Euro.

Symonds hatte auf 500.000 Euro gehofft.

Die FIA wurde angewiesen, innerhalb von 15 Tagen ihre Mitglieder zu informieren und die Maßnahmen zu annullieren. Bei Nicht-Erfüllung drohen pro Tag 10.000 Euro Strafe.

FIA nicht berechtigt "dritte Personen" zu bestrafen

Das Gericht stellte am Dienstag in seiner Urteilsbegründung klar, dass es nicht über die Schuld von Briatore und Symonds in dem konkreten Fall entscheiden könne.

Allerdings sei es berechtigt, das Verfahren der FIA zu beurteilen, und in diesem sei die FIA nicht berechtigt gewesen, "dritte Personen", die nicht Mitglieder seien, zu bestrafen.

Briatore und Symonds hatten seinerzeit noch vor der Anhörung durch das World Motor Sport Council der FIA am 21. September in Paris das Renault-Team verlassen.

Dünne Beweislage

Das Gericht gelangte außerdem zu der Ansicht, dass die Beweislage zu dünn gewesen sei.

Zudem war ein wichtiger Zeuge nur anonym aufgetreten und konnte damit von der Verteidigung nicht vernommen werden.

Piquet jr. gab Absicht zu

Neben einer eidesstattlichen Erklärung von Nelson Piquet junior, der ausgesagt hatte, auf Anweisung von Briatore und Symonds den Unfall beim Großen Preis von Singapur absichtlich provoziert zu haben, lag der FIA noch die Aussage eines Teammitglieds von Renault vor, dessen Name allerdings nicht genannt wurde. Begünstigt von der Safety-Car-Phase nach dem Unfall hatte Piquets damaliger Renault-Kollege Fernando Alonso (Spanien) das Rennen in Singapur gewonnen.

Briatore glaubt an Rachefeldzug

Briatore hatte der FIA vorgeworfen, dass das gegen ihn gesprochene Urteil schon vorab festgestanden habe.

Die FIA hatte diese Behauptung zurückgewiesen und erklärt, die Entscheidung, den Italiener lebenslang zu sperren, sei von einer "überwältigenden Mehrheit der anwesenden Mitglieder" gefällt worden.

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