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Familienglück Flavio Briatore und Elisabetta Gregoraci bei einem Fußballspiel © getty

Nach dem Sieg vor Gericht über die FIA macht Crashgate-Initiator Flavio Briatore auf Privatier und freut sich aufs Familienleben.

München - In seiner Heimat Italien hat Flavio Briatore nach dem juristischen Erfolg gegen die Automobil-Weltverband FIA viel Rückendeckung erhalten, sein Freund Bernie Ecclestone glaubt trotz allem nicht an eine Rückkehr des Lebemannes in die Formel 1.

"Er ist natürlich glücklich, dass er gewonnen hat", sagte Ecclestone der "Daily Mail": "Aber er hat nicht gesagt, dass er in die Formel 1 zurückkommen will, und ich glaube auch nicht, dass er es wird."

Mit dieser Entscheidung will sich der 59 Jahre alte Italiener auch Zeit lassen 152665(DIASHOW: Briatores Karriere).

"Die einzige Formel, die mich jetzt interessiert, ist die Formel Kind", sagte Briatore dem italienischen TV-Kanal "RAI 2".

"Es ist noch viel Zeit"

Das Tribunal de Grande Instance in Paris hatte am Dienstag seine von der FIA verhängte lebenslange Sperre für ungültig erklärt.

In einer Erklärung meinte der frühere Renault-Teamchef, dessen Frau Elisabetta Gregoraci bald ihr erstes Kind zur Welt bringen soll, über seine Zukunft: "Lasst mir ein bisschen Zeit, um diesen Glücksmoment nach dieser schwierigen Zeit zu genießen. Bezüglich einer Rückkehr in die Formel 1 ist noch viel Zeit, darüber zu reden. "

Weiterer Rechtsstreit droht

Da die FIA bereits angekündigt hat, die Möglichkeiten eines Einspruches gegen die Gerichtsentscheidung zu prüfen, befürchtet Ecclestone, der mit Briatore befreundet ist und zusammen mit ihm Anteile am Fußball-Zweitligisten Queens Park Rangers hält, dass der Rechtsstreit weitergehen wird.

"Es ist noch lange nicht vorbei. Nur weil so ein Richter sagt, was er gesagt hat, macht das keinen Unterschied. Nichts ist passiert", meinte der 79-Jährige.

Ecclestone fühlt sich bestätigt

Der Brite war selbst als Mitglied des World Motor Sport Council der FIA am 21. September am Schuldspruch gegen Briatore wegen der Anstiftung von Nelson Piquet junior zu einem absichtlichen Unfall beteiligt, hatte ihn damals allerdings schon als zu hart bezeichnet.

"Das Gericht hat entschieden, dass es falsch war. Jetzt kann die FIA wieder mit einer neuen Anhörung beginnen, und so wird es immer weitergehen", meinte Ecclestone: "Das ist das Schlimmste. Es wäre besser, wenn sich alle an einen Tisch setzen und schauen würden, was man tun kann."

"Würde zurückgewonnen"

Italiens Medien kommentierten unterdessen süffisant, dass das Gericht mit seinem Urteil Briatores Vorwürfe bestätigt habe, die Strafe gegen ihn sei lediglich Ergebnis eines Rachefeldzuges des damaligen FIA-Präsidenten Max Mosley gewesen.

"Briatore hat bewiesen, dass es um ein Machtproblem ging. Er hat seine Würde zurückgewonnen. Briatore ist nicht mehr ein Mann, auf dem ein verheerendes Urteil lastet, das das Resultat perverser Beschuldigungen ist", schrieb "Tuttosport".

"Zuerst hat Briatore im Würgegriff Mosleys für alle bezahlt. Jetzt entdeckt man, dass Briatore einen fairen Prozess verdient hätte und dass die FIA nicht das Recht hatte, ihn wegzujagen", meinte "La Repubblica".

Engel oder Teufel?

Briatore selbst, der seine "Ehre und Freiheit" zurückerhalten habe, stellte in seiner Erklärung fest, dass die FIA nicht die Kompetenz hatte, die Strafe gegen ihn auszusprechen, gegen eigene Artikel verstoßen habe, ihm das Recht auf eine faire Verteidigung verwehrt habe und einem Mann geglaubt habe, von dem jeder wisse, dass er sein Feind sei.

"Briatore ist also ein Engel und nicht ein Teufel, hat das Gericht in Paris geurteilt", meinte "Corriere dello Sport", hält den Italiener aber weiterhin für den Drahtzieher des Unfall-Skandals: "Briatore ist sicherlich für die Ereignisse von Singapur 2008 verantwortlich. Es ist aber unannehmbar, dass Briatore aus der Formel 1 verbannt worden ist. Eine zweite Chance gibt man jedem."

FIA prüft Maßnahmen

Auch die FIA pocht darauf, dass das Gericht nicht über Briatores Rolle in dem Skandal an sich geurteilt, sondern lediglich das Verfahren beurteilt habe.

"Die Möglichkeit der FIA, diejenigen auszuschließen, die vorsätzlich das Leben anderer gefährden, ist niemals in Zweifel gezogen worden", hieß es in einer Mitteilung des Verbandes.

Man wolle Maßnahmen prüfen, die sicherstellen, dass "keine Personen, die sich an gefährlichen Aktivitäten oder an vorsätzlichen Betrügereien beteiligen", in Zukunft an der Formel 1 teilnehmen könnten.

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