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Künftig kein Team mehr: Sebastian Vettel (r.) und Gerhard Berger © getty

Sebastian Vettel verlässt Toro Rosso und wird Nachfolger von David Coulthard. Der Blick des "Bubi-Schumi" geht jetzt nach oben.

Hockenheim - Ein Selfmade-Man macht Karriere: Als jüngster Formel-1-Pilot hatte Sebastian Vettel am 17. Juni 2007 im Alter von 19 Jahren und 350 Tagen einen WM-Punkt ergattert.

Gut ein Jahr und sein erstes festes Cockpit in der Königsklasse später hat der mittlerweile 21-Jährige die nächste Sprosse auf seiner Karriereleiter erklommen: Vettel fährt in der kommenden Saison für Red Bull.

"Ich bin in der Vergangenheit immer Schritt für Schritt vorangegangen, daran werde ich auch in Zukunft nichts ändern. Mein Ziel ist klar: Ich will vorankommen und mich weiterentwickeln", sagte Vettel.

"Die Möglichkeit habe ich bei Red Bull", so der Heppenheimer freudestrahlend auf der Pressekonferenz, auf der sein Wechsel von Toro Rosso zum Mutterteam am Donnerstag verkündet wurde.

Nachfolger Coulthards

Dicht gedrängt verfolgten zahlreiche Kamerateams, Fotografen und Journalisten die Bekanntgabe. Vettel bekam im Blitzlichtgewitter schon mal einen Vorgeschmack auf die gesteigerte Aufmerksamkeit, die ihn auf seinem Weg nach oben begleiten wird.

Das bereits als "Bubi-Schumi" titulierte Talent beerbt bei Red Bull David Coulthard (Großbritannien), der zuletzt sein Karriereende nach der laufenden Saison angekündigt hatte.

"Als David seinen Rücktritt angekündigt hat, war alles ganz schnell klar", sagte Vettel und lobte artig: "Red Bull hat großes Potenzial. "

Geschenk vor dem Heimspiel

Mit dem Wechsel machte der Rennstall dem künftigen "Bullen" Vettel neben dem Australier Mark Webber in Hockenheim drei Tage vor dem Großen Preis von Deutschland am Sonntag (Freies Training, Freitag 10 Uhr LIVE ) ein besonderes Präsent.

Der ehrgeizige Jungstar, der als einziger Pilot in der Formel 1 ohne eigenen Manager auskommt, wuchs ganz in der Nähe der Rennstrecke auf.

Gesteigerte Möglichkeiten

Vettel steuert mit seinem Cockpit-Wechsel seinem Traum von einem siegfähigen Auto weiter entgegen. Zwar dürfte Red Bull auch in der kommenden Saison nicht die Spitze des PS-Zirkus auf die Hörner nehmen können, die Möglichkeiten sein Talent zu beweisen, steigen im Vergleich zum Hinterbänkler-Team Toro Rosso aber erheblich.

"Bei Red Bull gibt es eine klare Aufwärtstendenz. Und das ist das, wonach ich immer strebe", sagte Vettel, der bereits seit seinem siebten Lebensjahr im Motorsport aktiv ist.

Mit dem Kalkül eines Routiniers

Mit dem Lächeln eines Lausbubs, aber mit dem Kalkül eines Routiniers hatte der ehemalige BMW-Testfahrer am 17. Juni 2007 sein Debüt in der Königsklasse gefeiert und dabei als jüngster Pilot in der Geschichte einen WM-Punkt eingefahren.

Vettel war in Indianapolis als Ersatzfahrer für den zuvor in Montreal schwer verunglückten Robert Kubica (Polen) eingesprungen.

Der Blick geht nach oben

Seit dem Großen Preis von Ungarn in Budapest am 5. August fährt Vettel für Toro Rosso, derzeit belegt er mit fünf WM-Punkten den 15. Platz.

Mit der frühen Vertragsklärung im Rücken will Vettel nun beim Heimspiel glänzen und sich in der zweiten Saisonhälfte weiter steigern.

"Jetzt gilt mein Hauptaugenmerk Toro Rosso, ab dem Winter beschäftige ich mich mit Red Bull", sagte er. Sebastian Vettel wirkt sehr fokussiert. Sein Blick geht nach oben.

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