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Lewis Hamilton gewann vier von zehn Saisonrennen in diesem Jahr © getty

Hamilton holt den ersten Silber-Sieg in Hockenheim seit zehn Jahren. Glock übersteht einen Highspeed- Crash, ein Underdog überrascht.

Hockenheim - Lewis Hamilton hat mit einer Triumphfahrt die Mercedes-Festspiele in Hockenheim gekrönt und einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Formel-1-Titel gemacht.

Eiskalt und fehlerfrei raste der 23 Jahre alte Brite vor rund 70.000 Zuschauern zum Sieg beim Großen Preis von Deutschland, der von einem schweren Unfall von Toyota-Pilot Timo Glock überschattet wurde.

Der Hesse klagte über Rückenschmerzen, sein Start beim nächsten Rennen ist noch nicht gesichert. Derweil vollführte Hamilton auf dem Treppchen im Champagner-Bad einen Freudentanz mit dem überglücklichen Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Für die Silberpfeile war es der erste Sieg beim Heimspiel seit Mika Häkkinens Triumph vor 10 Jahren. "Es war fantastisch hier in Hockenheim", sagte Hamilton, der die Führung in der WM-Wertung ausbaute.

Heidfeld bester Deutscher

Hamilton liegt nach dem 10. von 18. Saisonrennen mit 58 Punkten alleine an der Spitze, vier Zähler dahinter folgt der Brasilianer Felipe Massa. Der Ferrari-Pilot belegte nach Bremsproblemen den dritten Platz hinter dem Überraschungs-Zweiten Nelson Piquet jr. (Brasilien). Bester Deutscher war der Mönchengladbacher Nick Heidfeld, der im BMW-Sauber als Vierter knapp den Sprung aufs Siegerpodest verpasste.

Schützenhilfe von Kovalainen

Hamilton musste auf dem Weg zu seinem insgesamt achten Sieg in der Königsklasse allerdings in der Schlussphase hart um den Erfolg ringen und zudem die Schützenhilfe seines finnischen Teamkollegen Heikki Kovalainen in Anspruch nehmen, der dem WM-Favoriten in der 51. Runde höflich passieren ließ.

"Ein sensationeller Sieg von Lewis, mit großartigen Überholmanövern. Er fuhr bei unserem Heim-Grand-Prix in einer eigenen Liga. Ich bin überglücklich über diesen überzeugenden Sieg - danke Lewis", sagte Haug.

Sebastian Vettel belegte im Toro Rosso Rang acht, zwei Plätze dahinter fuhr Nico Rosberg im Williams über die Ziellinie. Adrian Sutil landete in seinem Force India auf dem 16. Platz.

Räikkönen nur Sechster

Für Hamiltons ärgsten Rivalen im Kampf um den WM-Titel lief das erst zum Ende spannende Rennen nicht nach Wunsch. Massas Teamkollege und Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) wurde nur Sechster hinter Silberpfeil-Pilot Heikki Kovalainen (Finnand).

Der Pole Robert Kubica musste sich im BMW-Sauber mit Position sieben begnügen. In der WM-Wertung belegten Räikkönen (51) und Kubica (48) die Plätze drei und vier, Heidfeld (41) ist unverändert Fünfter.

Früher Stopp bei Hamilton

Als erster ging Hamilton in der 18. Runde an die Box, aus dem Spitzenquartett folgte kurz danach Kubica.

Zwei Runden später kam Massa zum Reifenwechsel und musste die kurzzeitige Führung danach wieder an Hamilton abgeben.

Schwerer Crash von Glock

Schock in Rund 35: Glock brach in der letzten Kurve vor der Start-Ziel-Geraden die Hinterradaufhängung, der Toyota krachte mit dem Heck voran in die Boxenmauer.

Der 26-Jährige stieg wenige Minuten später mit Hilfe der Streckenposten aus seinem völlig zerstörten Auto, er humpelte und hielt sich den Rücken.

Hamilton unwiderstehlich

Durch die fünf Runden andauernde Saftey-Car-Phase nach Glocks Unfall wurde das Feld wieder zusammengeschoben.

Die Entscheidung fiel dann in der Schlussphase: Hamilton war nach seinem zweiten Stopp auf Rang drei hinter Piquet und Massa zurückgefallen, er überholte aber Massa mit einem waghalsigen Manöver in Runde 56.

Nochmals vier Runden später kassierte er auch den Renault des Brasilianers, der als Einziger auf einer Ein-Stopp-Strategie unterwegs war. Mit erhobener Faust fuhr Hamilton beim ersten Hockenheim-Triumph über die Ziellinie.

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