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Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz (l.) feiert mit Sebastian Vettel © getty

Vettels Wechsel zu Red Bull steht fest. Doch auch dank des Youngsters droht Toro Rosso derzeit den großen Bruder abzuhängen.

Von Manuel Krons

München - Schon frühzeitig stand Sebastian Vettels nomineller Aufstieg im kommenden Jahr fest.

Bereits vor seinem ersten Formel-1-Sieg im Regen von Monza hatte der Toro-Rosso-Pilot seinen Wechsel zum großen Bruder Red Bull perfekt gemacht. Im Nachhinein betrachtet, ein möglicherweise etwas voreiliger Schachzug des jungen Deutschen.

Nicht nur aufgrund der zahlreichen Avancen im Anschluss an den Italien-Triumph des 21-Jährigen könnte sich die frühe Weichenstellung für 2009 als Hemmschuh für Vettels bislang steile Karriere erweisen.

Denn gerade werden die Karten im Kräfteverhältnis zwischen den beiden Rennställen von Brause-Mogul Dietrich Mateschitz neu gemischt.

"Vielleicht wollen wir nicht mehr verkaufen"

Der Grund: Ein eigentlich fest vorgesehener Verkauf des kleinen Toro-Rosso-Stalls wird von Mateschitz plötzlich in Frage gestellt. "Es wird sich zeigen, ob wir einen interessierten Käufer haben werden, es kann aber auch sein, dass wir gar nicht mehr verkaufen wollen", sagte der schwerreiche Unternehmer den "Salzburger Nachrichten". "Es könnte auch sein, dass wir alles lassen wie es ist."

Und ob die Scuderia, die dank Vettel und dem kraftvollen Ferrari-Aggregat in der Konstrukteurswertung an Red Bull vorbeigezogen ist (31:28), auch in Zukunft die zweite Geige spielen wird, scheint derzeit mehr als fraglich.

Wie alle "B-Teams" hofft auch Toro Rosso von den bevorstehenden Regeländerungen für das Jahr 2009 stärker zu profitieren als die sogenannten Großen.

Berger fordert mehr Geld für Toro Rosso

Sicherheitshalber fordert Gerhard Berger, der ebenso wie Mateschitz 50 Prozent der Anteile an Toro Rosso hält, für die kommende Saison höhere Investitionen: "Wir haben bereits einen riesen Schritt gemacht, aber wir brauchen die volle Unterstützung", so der Ex-Formel-1-Pilot.

Er ist zuversichtlich, dass auch sein Geschäftspartner die Zeichen der Zeit erkannt hat: "Ich glaube, Didi weiß, dass das Team einen Schub braucht."

Sollte der mögliche Ressourcenaufschwung bei Toro Rosso nach Vettels Abgang tatsächlich erfolgen, so könnte dieser tatsächlich auf das falsche Pferd - oder den falschen Bullen - gesetzt haben.

Im schlimmsten Fall muss er befürchten, dass er im kommenden Jahr am Steuer eines Red Bull seinen jetzigen Kollegen hinterher fahren muss.

"Die halbe Formel 1 ist hinter Vettel her"

Doch Mateschitz lässt durchblicken, dass er nicht vor hat, sein deutsches Fahrerjuwel auszubremsen. "Die halbe Formel 1 ist hinter ihm her", weiß der Österreicher. Vettel habe daher "das Recht auf eines der besten Autos und eines der besten Teams".

Dass Vettel auch 2009 in einem konkurrenzfähigen Boliden sitzt, soll Red-Bull-Chefdesigner Adrian Newey sicherstellen: "Er ist ein Garant für eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es ein Topauto wird."

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