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Die Formel-1-Weltmeisterschaft wird seit 1950 ausgetragen © imago

Neue Fahrer, neue Teams, neue Regeln. Auch in diesem Jahr wird vieles anders in der Formel 1. Sport1.de gibt einen Überblick.

Von Marc Ellerich

München - Die Saison bringt zahlreiche Neuerungen mit sich: Angefangen von einem neuen Chef für den Automobil-Weltverband FIA, drei neuen Teams, fünf neuen Fahrern bis hin zu einer neuen Strecke in Südkorea und einem veränderten Punktesystem. (DATENCENTER: Die Saison 2010 im Überblick)

Doch all das wird überstrahlt von der Rückkehr eines alten Bekannten: Rekord-Weltmeister Michael Schumacher. 180745(DIASHOW: Teams und Fahrer 2010)

Sport1.de gibt einen Überblick über die wichtigsten Änderungen:

Regeln:

Im Gegensatz zu 2009 stehen auf diesem Sektor für 2010 weniger Neuigkeiten an. Gravierend jedoch dürfte sich das Verbot des Nachtankens während der Rennen auswirken. Erstmals seit 1993 sind Tankstopps in diesem Jahr verboten. Die Boxenstopps der Rennwagen werden sich deshalb drastisch verkürzen (angeblich hat Red Bull einen Stopp bereits in 1,8 Sekunden bewerkstelligt), was die Teams bei ihrer Rennstrategie einschränkt.

Die Autos sind aufgrund der neuen Regel mit größeren Tanks ausgerüstet, die 250 Liter Sprit fassen (2009 waren es 80 Liter). Gefragt sind Motoren, die möglichst wenig Sprit verbrauchen. Die Vorderreifen fallen um 25 Millimeter schmaler aus. Das von Qualifying zu Rennen und während der Grands Prix extrem schwankende Gewicht der Autos - in der Qualifikation sind die Boliden mit möglichst wenig Sprit unterwegs, im Rennen sind sie vollgetankt - stellt die Teams vor enorme Herausforderungen. Ähnlich sieht es bei den stark belasteten Bremsen aus.

Punktesystem:

Hier hat die FIA gravierend eingegriffen. Der Weltverband wertet Sieg stark auf. Ab sofort gibt es für den ersten Platz 25 Punkte statt zuvor zehn. Verteilt werden die Punkte auf die ersten zehn Fahrer und nicht mehr wie bislang auf die acht Bestplatzierten. Die Abstufung sieht wie folgt aus: Der Zweite erhält 18 Punkte, der Dritte 15. 12, 10, 8, 6, 4, 2 Punkte lautete die weitere Verteilung. Der Zehntplatzierte erhält den letzten WM-Punkt.

Teams:

In der neuen Saison gehen zwölf Rennställe an den Start, darunter das rein deutsche Team Mercedes GP (das aus dem Weltmeister-Team Brawn GP und dem McLaren-Mercedes-Rennstall hervorging). (Lauda im Sport1.de-Interview: "Alle wollen Michael um die Ohren fahren")

Drei Neulinge haben es 2010 in die Formel 1 geschafft: Virgin, Lotus und Campos-Nachfolger Hispania. Auch der amerikanische Rennstall USF1, der im Sommer vom Weltverband die Lizenz erhalten hatte, wollte in diesem Jahr dabei sein, scheiterte jedoch an Finanzierungsproblemen. Die Rennwagen der drei neuen Teams werden allesamt von Cosworth-Motoren angetrieben.

Lotus, ein malaysisches Team, das mit dem legendären Formel-1-Rennstall nur noch den Namen gemeinsam hat, rückte im September für den Aussteiger BMW nach.

Der Schweizer Peter Sauber wiederum übernahm die BMW-Anteile und erhielt nach dem Ausstieg von Toyota ebenfalls einen Startplatz in der Königsklasse. (Schumi: "Wie ein Kind vor Weihnachten")

Fahrer:

Im Fahrerlager tummeln sich zahlreiche neue Gesichter. Echte Formel-1-Neulinge sind Nico Hülkenberg (Williams), Witali Petrow (Renault), Karun Chandhok (Hispania), Bruno Senna (Hispania) und Lucas di Grassi (Virgin). Hinzu kommt Rückkehrer Pedro de la Rosa, der zuletzt als McLaren-Testpilot arbeitete, allerdings auf die Erfahrung von 71 Grands Prix zurückgreifen kann. Er startet ebenso wie der Japaner Kamui Kobayashi für den Sauber-Rennstall. Kobayashi sprang im vergangenen Jahr im letzten Grand Prix bei Toyota für den verletzten Timo Glock ein. (Favoritencheck: Ein halbes Dutzend jagt die Roten)

Doch alle Personalien werden überstrahlt von der Rückkehr von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher in die Formel 1. Der Deutsche hat sich für drei Jahre an Mercedes GP gebunden, wo er gemeinsam mit seinem Landsmann Nico Rosberg (Ersatzfahrer ist Nick Heidfeld) um den Titel kämpfen will. (210491DIASHOW: Schumis Fahrplan)

Rennstrecken:

Nach Abu Dhabi 2009 steht in Südkorea 2010 die nächste Premiere eines Rennens auf dem Programm. Die Rennstrecke wird wie in Abu Dhabi oder zuvor auch in Malaysia, China, Bahrain oder der Türkei vom Aachener Architekten Hermann Tilke entworfen. Der erste Große Preis von Südkorea steigt als drittletztes der insgesamt 19 Saisonrennen am 17. Oktober.

Führung:

Nach 16 Jahren unter der Führung des oft umstrittenen Max Mosley steht die erste Saison unter der Regie von Jean Todt an. Der frühere Ferrari-Teamchef aus Frankreich hatte sich bei der Wahl zum FIA-Präsidenten im Oktober gegen den früheren Rallye-Weltmeister Ari Vatanen aus Finnland durchgesetzt.

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