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Lewis Hamilton gewann 2007 den Grand Prix von Montreal © getty

Montreal wird aus dem F1-Kalender gestrichen. Noch hat aber nicht jeder das letzte Rennen in Nordamerika aufgegeben.

Montreal - Kanada will die überraschende Streichung aus dem Formel-1-Kalender für 2009 nicht akzeptieren.

Die kanadische Regierung erklärte, dass sie alle Hebel in Bewegung setzen werde, um das ursprünglich am 7. Juni geplante Rennen zu retten.

Dem Austragungsort Montreal droht durch die Streichung ein Verlust von umgerechnet 50 Millionen Euro.

"Ich habe Promoter Normand Legault im Namen der Regierung die volle Unterstützung seiner Bemühungen um den Grand Prix von Kanada angeboten", sagte der kanadische Handelsminister Michael Fortier: "Das Formel-1-Rennen ist das Event Nummer eins in Montreal, Quebec und Kanada."

Tickets schon verkauft

Das verdeutlichte auch die Reaktion von Montreals Bürgermeister Gerald Tremblay: "Wir sprechen über Verluste von 75 Millionen Dollar für die lokale Wirtschaft.

Aber wir werden sehen, ob wir das noch ändern können." Die eigentlich mit einem Vertrag bis 2011 ausgestatteten Organisatoren waren vor der Streichung des Rennens nicht vom Automobil-Weltverband FIA informiert und somit kalt erwischt worden.

Sogar Tickets für das Traditionsrennen waren schon verkauft worden.

Letztes Rennen in Nordamerika

Im Jahr 2003 wollte Formel-1-Boss Ecclestone das Rennen schon einmal streichen, musste die Entscheidung aber damals nach massiven Protesten der Teams und Sponsoren zurücknehmen.

Die Automobilhersteller fordern seit längerem mehr Formel-1-Rennen in Nordamerika wegen des dortigen großen Marktes, nun gibt es kein einziges mehr.

In Kanada werden ausschließlich kommerzielle Gründe für die Streichung angenommen. Das Journal de Montreal schätzt die an Bernie Ecclestone zu überweisende Summe der Kanadier auf höchstens 15 Millionen Dollar, andere Rennstrecken zahlen das Vierfache.

Für die Verbesserung der von Ecclestone heftig kritisierten Infrastruktur auf dem Kurs auf der Ile Notre-Dame hatte Promoter Legault allein 2008 5,5 Millionen Dollar ausgegeben.

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